Energiewende: Bundesregierung treibt Wasserstoff-Ausbau voran
Die Bundesregierung hat eine Fortschreibung der Wasserstoffstrategie beschlossen, die die Version aus dem Jahr 2020 anpasst. Unter anderem ist vorgesehen, mehr Anlagen zur Gewinnung zu bauen. Auch bei der Förderung gibt es Änderungen.
Bis 2030 soll Deutschland "Leitanbieter für Wasserstofftechnologien" werden. Bis dahin sollen Elektrolyseanlagen mit einer Kapazität von mindestens 10 Gigawatt gebaut werden. In der ersten Fassung der Wasserstoffstrategie , die noch von der letzten Regierung unter Kanzlerin Angela Merkel beschlossen wurde, standen 5 Gigawatt Elektrolysekapazität.
In der Wasserstoffstrategie von 2020 war nur von grünem Wasserstoff die Rede, also Wasserstoff, der ohne Kohlendioxidemissionen mit Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt wird. In der Fortschreibung der Wasserstoffstrategie(öffnet im neuen Fenster) soll auch sogenannter blauer Wasserstoff gefördert werden.
Kohlendioxid wird gefangen und eingelagert
Der blaue Wasserstoff wird zwar wie bisher aus fossilen Energiequellen, vor allem Erdgas, gewonnen. Aber das dabei freigesetzte Kohlendioxid wird aufgefangen und eingelagert. Carbon Capture and Storage (CCS) heißt das Verfahren. Anfang des Jahres lehnte die Bundesregierung eine Förderung der Gewinnung von blauem Wasserstoff noch ab . Die Änderung der Haltung soll Medienberichten zufolge die FDP durchgesetzt haben.
Wasserstoff gilt als wichtige Komponente für klimaverträglicheres Wirtschaften. Er soll fossile Brennstoffe wie Gas oder Öl ersetzen. Industriezweige wie die Stahl- oder Glasherstellung etwa könnten durch den Einsatz von Wasserstoff ihre Kohlendioxidemissionen deutlich reduzieren.
Für 2030 geht die Bundesregierung von einem Wasserstoffbedarf von 95 bis 130 Terawattstunden in Deutschland aus. Darin berücksichtigt sind Wasserstoffderivate wie Ammoniak, Methanol oder synthetische Kraftstoffe, die zum Beispiel für Schiffe oder Flugzeuge genutzt werden können.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagte laut Deutscher Presseagentur (dpa), Deutschland könne etwa ein Drittel des benötigten Wasserstoffs im Land erzeugen. Der Rest müsse importiert werden. Die Regierung will noch eine Importstrategie festlegen, bei der soziale und ökologische Standards im Herkunftsland beachtet werden sollen.
Am Anfang wird laut Bundesregierung ein Großteil des Wasserstoffs mit dem Schiff nach Deutschland kommen. Die Terminals für Flüssiggas (Liquid Natural Gas, LNG), die derzeit an den Küsten gebaut werden, sollen perspektivisch für Wasserstoff genutzt werden. Später sollen Pipelines als Transportweg eine immer wichtigere Rolle spielen. Ebenfalls bis 2030 sollen die großen Erzeuger, Import- und Speicherzentren sowie die Abnehmer über Pipelines verbunden werden.
- Anzeige Hier geht es zu Wasserstoff für alle bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



