Energiewende: Bundesregierung lehnt Förderung für blauen Wasserstoff ab

Aus Deutschland sollen keine Fördergelder für Wasserstoff gezahlt werden, der mit CO2-Abscheidungstechnologie aus Erdgas hergestellt wird.

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Nur Wasserstoff, der wie hier aus einer mit erneuerbaren Energien betriebenen Elektrolyseanlage kommt, soll gefördert werden.
Nur Wasserstoff, der wie hier aus einer mit erneuerbaren Energien betriebenen Elektrolyseanlage kommt, soll gefördert werden. (Bild: Hanno Böck)

Die Bundesregierung wird voraussichtlich nur die Herstellung von grünem Wasserstoff fördern, also solchem, der mit Hilfe erneuerbarer Energien und der Elektrolysetechnologie gewonnen wird. Eine Förderung von blauem Wasserstoff soll es laut Äußerungen von Patrick Graichen, seit Kurzem Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, nicht geben. Das berichtet die Webseite Euractiv.

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Das Wirtschaftsministerium bestätigte auf Anfrage von Golem.de diese Position: "Für die Bundesregierung ist nur Wasserstoff, der auf der Basis erneuerbarer Energien hergestellt wurde, also grüner Wasserstoff, auf Dauer nachhaltig. Daher fördert die Bundesregierung nur die Produktion von grünem Wasserstoff und setzt sich hierfür auch auf europäischer Ebene ein."

Dass Wasserstoff eine wichtige Rolle in einer künftig klimaneutralen Industrie spielen wird, ist weitgehend unstrittig. Viel diskutiert wird aber darüber, wo genau der Wasserstoff eingesetzt werden soll und wie er produziert wird.

Vor allem die Gasindustrie drängt darauf, dabei auch auf Wasserstoff aus fossilen Quellen zu setzen. Dafür werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert. Beim blauen Wasserstoff ist die Idee, diesen wie bisher aus fossilen Energiequellen - in erster Linie Erdgas - zu gewinnen, aber die dabei entstehenden Kohlendioxidemissionen abzufangen. Letzteres wird als Carbon Capture and Storage (CCS) bezeichnet.

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Methanemissionen und schlechte Erfahrungen mit CCS

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Problematisch daran sind vor allem zwei Dinge: Zum einen führen die Erdgasförderung und der Transport bereits zu Treibhausgasemissionen, vor allem durch Leckagen. Denn Methan, der Hauptbestandteil des Erdgases, ist selbst ein Treibhausgas. Zum anderen ist die CCS-Technologie sehr umstritten: Zumindest bei bestehenden Projekten bleiben in aller Regel erhebliche Restemissionen, die nicht abgefangen werden.

Eine Studie kam im vergangenen Jahr zu dem Schluss, dass unter einer Vielzahl von Bedingungen blauer Wasserstoff keine besonders gute Klimabilanz aufweist. Die Studie wurde allerdings für ihre teils eher pessimistischen Annahmen kritisiert.

Die neue Ampelkoalition hat im Koalitionsvertrag das Ziel festgelegt, dass in den nächsten zehn Jahren in Deutschland mindestens zehn Gigawatt an Elektrolysekapazitäten für die Produktion von grünem Wasserstoff entstehen sollen. Es wird aber erwartet, dass auch das nicht ausreichen wird und es Importe brauchen wird.

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Chevarez 20. Jan 2022

Richtig! Allerdings Gaskraftwerke in die Taxonomie mit aufnehmen und blauen Wasserstoff...

Chevarez 20. Jan 2022

Und dir scheint erstens nicht klar zu sein, was für eine Funktion ein...

Chevarez 20. Jan 2022

Alles andere, was du so geschrieben hast, ist dann ebenfalls eigentlich keiner Antwort...

brutos 19. Jan 2022

... über einen Teil dieser Regierung. Übrigens, für die und alle Andere die es nicht...



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