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Energiewende: Bakterienart könnte Biogasanlagen effizienter machen

In Biogasanlagen gibt es Bakterien – und eine neue Art wurde jetzt von einer Forschungsgruppe identifiziert, sequenziert und gezüchtet. Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen könnte dadurch verringert werden.
/ Patrick Klapetz
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Labormaterialien als Symbolbild für die Bakterien-Analyse (Bild: Pixabay)
Labormaterialien als Symbolbild für die Bakterien-Analyse Bild: Pixabay

Ein Forschungsteam hat eine neue Bakterienart entdeckt, die organisches Material abbauen und anschließend in energiereiches Gas umwandeln kann. Dieser Prozess wird anaerobe Gärung genannt und gehört zu den am häufigsten vorkommenden taxonomischen Gruppen von Mikroorganismen. Dazu wurden zwei Studien veröffentlicht, die am Textende verlinkt sind.

Die von dem Team des europäischen Forschungsprojekts Micro4Biogas als Darwinibacteriales bezeichnete Ordnung ist eine der am häufigsten vorkommenden Bakterienordnungen in Biogasanlagen. Bisher wurde sie noch nie wissenschaftlich klassifiziert. Nun hat das Forschungsteam 80 Proben von sich zersetzendem organischem Material aus 45 Biogasanlagen entnommen. Die Anlagen befinden sich in Deutschland, den Niederlanden und in Österreich.

Bei der Untersuchung der Bakterien wollte das Team die mikrobiellen Hauptakteure der anaeroben Gärung ausfindig machen. Trotz der Entfernung und der Unterschiede der Anlagen konnten sie in allen Proben Vertreter der Darwinibacteriales entdecken. Mittels DNA-Sequenzierung haben die Forscher ihre mikrobielle Zusammensetzung untersucht. Jetzt sind sie dazu in der Lage, maßgeschneiderte und hocheffiziente Populationen von Biogas produzierenden Mikroben zu schaffen.

Durch diese Fähigkeit könnten Biogasanlagen robuster und weniger abhängig von Subventionen gemacht werden. Das könnte zum kommerziellen Betrieb der Anlagen führen und entsprechend einen Aufschwung für die weltweiten erneuerbaren Energien bedeuten. "Eine Steigerung der Biogaserzeugung würde einen entscheidenden Wandel in der Energiewirtschaft bedeuten und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und Energieimporten verringern" , heißt es in einer Pressemitteilung der Technischen Universität Dresden(öffnet im neuen Fenster) .

Zu den Studien

Die erste Studie wurde am 8. September 2023 auf dem Pre-Print-Server für Biowissenschaften bioRxiv unter dem Titel Unveiling the ecology, taxonomy and metabolic capabilities of MBA03, a potential key player in anaerobic digestion(öffnet im neuen Fenster) (engl. Entschlüsselung der Ökologie, Taxonomie und Stoffwechselfähigkeiten von MBA03, einem potenziellen Hauptakteur bei der anaeroben Vergärung) veröffentlicht.

Die zweite Studie wurde ebenfalls am 8. September 2023 auf demselben Server unter dem Namen Multivariate comparison of taxonomic, chemical and technical data from 80 full-scale an-aerobic digester-related systems(öffnet im neuen Fenster) (engl. Multivariater Vergleich der taxonomischen, chemischen und technischen Daten von 80 Fermentersystemen im Vollmaßstab mit anaerobem Charakter) publiziert.


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