Energiewende: Australien wird zur Wasserstoff-Nabelschnur der Welt

In gigantischen Solar- und Windparks wird Australien bald den Energieträger der Zukunft, Wasserstoff, herstellen. Deutschland will sich einen Teil sichern - weil es muss.

Artikel von Wolfgang Kempkens veröffentlicht am
Die Sapphire Wind Farm im Osten Australiens: Auf dem fünften Kontinent sollen sehr bald noch viel mehr Wind- und Solaranlagen entstehen.
Die Sapphire Wind Farm im Osten Australiens: Auf dem fünften Kontinent sollen sehr bald noch viel mehr Wind- und Solaranlagen entstehen. (Bild: CWP Global)

Die Welt giert nach grünem Wasserstoff, der ohne Emissionen hergestellt wird. Gigantische Mengen werden benötigt. Allein Deutschland braucht laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) viele Millionen Tonnen pro Jahr. Nur einen relativ kleinen Teil kann Deutschland selbst produzieren, weil das Wind- und Sonnenangebot hierzulande bei weitem nicht ausreicht.

Inhalt:
  1. Energiewende: Australien wird zur Wasserstoff-Nabelschnur der Welt
  2. Wie Wasserstoff am besten transportiert wird

Der Rest muss dem BMBF zufolge importiert werden. Hier bietet sich als Hersteller Australien an, das sich anschickt, weltweites Produktions- und Verteilzentrum für grünen Wasserstoff zu werden.

Großes Angebot an Solar- und Windenergie

Weite Teile des Landes gehören zu den Weltregionen mit der höchsten und zuverlässigsten Sonneneinstrahlung, in anderen Gebieten ist das Windangebot sehr hoch. Zwei Investoren wollen diese klimatischen Besonderheiten nutzen, um zur Rettung der Welt beizutragen und - natürlich - gute Geschäfte zu machen.

Einer davon ist Andrew Forrest. Der Unternehmer ist mit Fortescue Future Industries, einem australischen Unternehmen, das vor allem Eisenerz abbaut, zum Multimilliardär geworden. Er besitzt in sonnenreichen Gebieten einige 10.000 Quadratkilometer Land, die komplett ausgebeutet sind.

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Das will er nutzen, um Wind- und Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 150 Gigawatt (GW) aufbauen. Zum Vergleich: In ganz Deutschland sind etwa 110 GW in Betrieb. Der erzeugte Strom soll in zahlreichen Elektrolyseuren Wasser spalten.

Der entstehende grüne Wasserstoff soll großenteils exportiert werden. Schon 2023 will Forrest grünen Wasserstoff in großindustriellen Mengen liefern. 2030 soll die Jahreskapazität bei 15 Millionen Tonnen liegen.

Wasserstoff für alle: Wie wir der Öl-, Klima- und Kostenfalle entkommen

Es gibt schon einen Draht nach Deutschland

Einer der Abnehmer könnte Deutschland sein. Forrest arbeitet bereits im Projekt Hysupply mit, in dem der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) in München die Potenziale für eine deutsch-australische Wasserstoff-Partnerschaft ausloten.

Deutschland könnte Elektrolyseure beisteuern, die für das gigantische Projekt in Serie produziert werden müssten. Sunfire in Dresden, Siemens Energy in München, H-Tec Systems in Augsburg, das zu MAN Energy Solutions gehört, und Thyssenkrupp Industrial Solutions haben das nötige Know-how.

Der Wasserstoff könnte verflüssigt, gasförmig in Drucktanks oder in Form von Ammoniak transportiert werden. Letzteres könnte entweder am Ziel wieder in Wasserstoff zurückverwandelt oder direkt genutzt werden, beispielsweise in der Düngemittelindustrie.

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Wie Wasserstoff am besten transportiert wird 
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lestard 12. Nov 2021 / Themenstart

Ja. Zumindest neben jedes Dorf, dass Strom haben will. Das ist klar. Davon sind wir ja...

Trollversteher 12. Nov 2021 / Themenstart

Das gilt allerdings so nur in der Kombination: Wir sind nur dann zuviele Menschen, wenn...

Renricom 11. Nov 2021 / Themenstart

Der ist wirklich gut xD

JE 11. Nov 2021 / Themenstart

Wichtig zu wissen ist noch, daß in die Wüste natürlich kein Photovoltaik gebaut würde...

fanreisender 10. Nov 2021 / Themenstart

Du hast mehrere Effekte. Zum einen änderst Du das Reflexionsverhalten, zum anderen...

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