Energiewende: Ammoniak aus der Wüste

Mit grünem Wasserstoff hergestelltes Ammoniak hat viel Potenzial, die Produktion wird aber möglicherweise nicht in Mitteleuropa stattfinden.

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Die Produktion von Ammoniak ist bisher eine schmutzige und klimaschädliche Angelegenheit - doch das könnte sich bald ändern.
Die Produktion von Ammoniak ist bisher eine schmutzige und klimaschädliche Angelegenheit - doch das könnte sich bald ändern. (Bild: Aarcheris, Wikimedia Commons/CC-BY-SA 4.0)

Grüner Wasserstoff, der mithilfe erneuerbarer Energien hergestellt wird, soll künftig eine zentrale Rolle in einer klimaneutralen Wirtschaft spielen. Die Bundesregierung hat in ihrer Wasserstoffstrategie das Ziel ausgegeben, bis zum Jahr 2030 fünf Gigawatt an grünen Wasserstoff-Produktionskapazitäten zu schaffen.

Inhalt:
  1. Energiewende: Ammoniak aus der Wüste
  2. Ammoniak als Schiffstreibstoff der Zukunft

Doch klar ist: Wenn Wasserstoff künftig nicht nur als chemischer Grundstoff, sondern beispielsweise auch in Stahlwerken und anderen Industrien zum Einsatz kommen soll, wird das nicht ausreichen. Importe werden daher wohl eine wichtige Rolle spielen. Wasserstoff könnte dort produziert werden, wo erneuerbare Energien günstig in großem Umfang genutzt werden können, etwa in sonnenreichen Gebieten.

Der Transport von Wasserstoff über größere Strecken ist eine Herausforderung. Das Gas ist sehr flüchtig, dazu kommt, dass es eine sehr geringe Dichte hat. Wasserstoff-Pipelinenetze existieren bislang nicht; will man Wasserstoff mit Schiffen oder Lkw transportieren, muss er zunächst komprimiert werden, was die Energiebilanz verschlechtert.

Produktion dort, wo erneuerbarer Strom günstig ist

Eine Möglichkeit, die industriepolitischen Sprengstoff birgt, wäre es, nicht den Wasserstoff selbst zu importieren, sondern die damit erzeugten Produkte. Eine Schlüsselrolle könnte dabei Ammoniak spielen. Das Gas wird vor allem in der Düngemittelproduktion genutzt und ist heute eines der wichtigsten Produkte, die aus Wasserstoff hergestellt werden.

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Ammoniak hat gegenüber reinem Wasserstoff den Vorteil, dass es weniger flüchtig ist und eine viel höhere Dichte hat. Es lässt sich daher einfacher transportieren und man kann auf die energieintensive Kompression verzichten. Der Transport, beispielsweise in Frachtschiffen, ist zudem bereits eine etablierte Technologie, da es schon heute eine große Ammoniakindustrie gibt.

Neben dem Einsatz als Düngemittel könnte Ammoniak künftig auch eine Rolle als Energieträger und Treibstoff bekommen. Es ist prinzipiell möglich, Wasserstoff wieder aus Ammoniak zurückzugewinnen. Es würde damit praktisch als Transportmedium für Wasserstoff dienen, allerdings mit entsprechenden Umwandlungsverlusten.

Wasserstoff für alle: Wie wir der Öl-, Klima- und Kostenfalle entkommen

Effizienter ist es daher in vielen Fällen, Ammoniak direkt zu nutzen. Zum einen könnte es das bisher aus fossilen Rohstoffen hergestellte Ammoniak in der Düngemittelproduktion ersetzen. Perspektivisch könnte Ammoniak aber auch direkt als Treibstoff eingesetzt werden.

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Ammoniak als Schiffstreibstoff der Zukunft 
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GangnamStyle 18. Feb 2021

Richtig. Ammoniak ist nicht nur stark reizend, sondern ein giftiges Gas. Bei der...

GangnamStyle 18. Feb 2021

Bei der Verbrennung entsteht hauptsächlich Wasser und Stickstoff. Stickoxide können...

Dwalinn 16. Feb 2021

Weil ich ein 400m Frachter nicht unter mein Carport zum laden bekomme Edit: auch kein80...

Dwalinn 16. Feb 2021

Warum? Gerade die müssen doch nach neue Wirtschaftszweige suchen

M.P. 15. Feb 2021

Stickstoff ist in der Atmosphäre mit ca 70% vertreten, CO2 liegt bei ca 0,06 % . Das sind...



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