Ammoniak als Schiffstreibstoff der Zukunft

Als besonders vielversprechend gilt der Einsatz von Ammoniak in Schiffen. Bislang fahren diese meist mit Schweröl und lange Zeit setzte man als mögliche Alternative auf Flüssiggas, um zumindest die Ruß- und Schwefelemissionen zu reduzierten. Doch klimafreundlich ist das Flüssiggas nicht, bei der Nutzung werden die Treibhausgase Kohlendioxid und Methan freigesetzt.

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Für eine klimaneutrale Schifffahrt braucht es daher andere Optionen. Wenn Ammoniak mithilfe erneuerbarer Energien hergestellt wird, kommt es als klimafreundlicher Schiffstreibstoff in Frage. Im Vergleich zu Alternativen aus synthetisch hergestellten Kohlenwasserstoffen wie beispielsweise Methanol hat es den Vorteil, dass für die Produktion kein Kohlendioxid benötigt wird.

Ammoniak wird mithilfe der Haber-Bosch-Synthese aus Stickstoff und Wasserstoff hergestellt, Letzterer stammt bisher meist aus fossilem Erdgas. Doch an verschiedenen Orten werden gerade Fabriken geplant, in denen in großem Maßstab Ammoniak aus grünem Wasserstoff produziert werden soll. Damit die Herstellung grün wird, müssen zwei Dinge im Vergleich zur bisherigen Produktion verändert werden: Die fossile Wasserstoffproduktion muss durch Elektrolyseanlagen ersetzt werden und die Energie für den gesamten Prozess muss aus sauberen Quellen stammen.

Grüne Ammoniakfabriken in Saudi-Arabien und Australien

Ausgerechnet im Ölstaat Saudi-Arabien könnte ein wichtiger Baustein der künftigen klimaneutralen Wirtschaft bald Realität werden. In der geplanten Öko-Vorbildstadt Neom soll ab 2025 eine Fabrik in Betrieb gehen, in der mithilfe von Solar- und Windenergie grüner Wasserstoff und grünes Ammoniak produziert werden. 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr sollen laut der Ankündigung des US-Industriegasproduzenten Air Products, der an den Planungen beteiligt ist, dort bald produziert werden. Das ist immerhin etwa ein halbes Prozent der heutigen weltweiten Produktion.

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In noch viel größeren Dimensionen plant ein Konsortium von Firmen die Ammoniakproduktion im Nordwesten von Australien. Dort soll auf einer Fläche von 6.500 Quadratkilometern ein riesiges Areal von Solar- und Windkraftanlagen entstehen - der Asian Renewable Energy Hub. In einem ersten Schritt sollen dort 15 Gigawatt, langfristig sogar 25 Gigawatt an Solar- und Windenergiekapazitäten installiert werden. Neben einer Versorgung der lokalen Industrie mit Strom ist dort auch die Produktion von Ammoniak vorgesehen - 10 Millionen Tonnen pro Jahr.

Wasserstoff in der Fahrzeugtechnik: Erzeugung, Speicherung, Anwendung (ATZ/MTZ-Fachbuch)

Ursprünglich war geplant, direkt Strom zu exportieren und dafür Unterwasser-Stromleitungen in andere Länder zu bauen. Doch das hielt man für technisch zu aufwendig und auch politisch riskant - und entschied sich, stattdessen auf grünen Ammoniak zu setzen. Bis das Projekt in Australien realisiert wird, dürfte es jedoch noch eine Weile dauern. Erst 2025 soll eine Investitionsentscheidung gefällt werden.

Woher kommt der Wasserstoff? In einer Artikelserie gehen wir der Frage nach, wie Wasserstoff heute und in Zukunft produziert wird. Gerne versuchen wir auch, Fragen unserer Leser zu beantworten, bitte stellt diese im Forum oder wendet euch per E-Mail an den Autor.

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 Energiewende: Ammoniak aus der Wüste
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GangnamStyle 18. Feb 2021

Richtig. Ammoniak ist nicht nur stark reizend, sondern ein giftiges Gas. Bei der...

GangnamStyle 18. Feb 2021

Bei der Verbrennung entsteht hauptsächlich Wasser und Stickstoff. Stickoxide können...

Dwalinn 16. Feb 2021

Weil ich ein 400m Frachter nicht unter mein Carport zum laden bekomme Edit: auch kein80...

Dwalinn 16. Feb 2021

Warum? Gerade die müssen doch nach neue Wirtschaftszweige suchen



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