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Energiewende abschließen: Dorf bei Magdeburg testet Energiesystem der Zukunft

Ausschließlich aus Wind und Sonne sollen neben Strom auch Wärme und Gas produziert werden. Es entsteht ein Reallabor der Energiewende .
/ Mario Petzold
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Projektverantwortlicher Martin Wolter steht vor der Netzleitwarte, die an der Universität Magdeburg entwickelt wurde. (Bild: Universität Magdeburg/Jana Dünnhaupt)
Projektverantwortlicher Martin Wolter steht vor der Netzleitwarte, die an der Universität Magdeburg entwickelt wurde. Bild: Universität Magdeburg/Jana Dünnhaupt

Ein Projekt der Universität Magdeburg(öffnet im neuen Fenster) will bis Ende des Jahres unter realen Bedingungen zeigen, wie die erheblichen Schwankungen der Stromproduktion durch Photovoltaik und Windkraftanlagen dank der Kombination mit dem Wärmenetz ausgeglichen werden. Dafür werden die Energienetze von Ebendorf(öffnet im neuen Fenster) , einem Ort mit 2.000 Einwohnern nahe Magdeburg, gekoppelt, um die Praxistauglichkeit der bisherigen Simulationen zu überprüfen.

Dafür erhält die Ortschaft nicht nur eine Wärmeplanung. Der gesamte Strom- und Wärmebedarf wird erfasst, die vorhandene Infrastruktur daraufhin analysiert und, wenn notwendig, ausgebaut. Ziel ist es, den aus erneuerbaren Quellen erzeugten Strom zusätzlich in Wärme und Gas zur Einspeicherung umzuwandeln und dabei vollständig zu nutzen.

Wirtschaftliche Vorteile

Neben der Vermeidung von CO 2 -Emissionen stehen vor allem wirtschaftliche Aspekte im Mittelpunkt. So wird betont, dass Probleme mit Überproduktion aus erneuerbaren Energiequellen im Jahr 2024 Kosten von knapp 3 Milliarden Euro verursacht haben.

Hinzu kommt, dass dabei mehrere Terawattstunden Strom abgeregelt werden mussten. Diese hätte ansonsten zwischengespeichert und gelagert werden können, wenn es die entsprechende Technik und Vernetzung bereits in großem Umfang gäbe. Simulationen für den weiteren Ausbau von Windkraft- und Solaranlagen zeigen außerdem, dass die ungenutzte Strommenge bis 2050 um ein Vielfaches wächst, sofern keine adäquate Lösung gefunden wird.

Energiekopplung senkt Kosten

Gleichzeitig wird erhofft, dass die Kopplung der Energiesysteme und die flexible Nutzung des Stroms die Betriebskosten insgesamt senkt, ein Punkt, der laut des Forschungsteams noch zu wenig berücksichtigt wird, aber entscheidend für die Energiewende ist.

Parallel dazu werden Wirtschaftswissenschaftler untersuchen, was für die Umsetzung der in Ebendorf untersuchten Kopplung in ganz Europa notwendig ist. Bis 2027 soll das Projekt abgeschlossen sein, an dessen theoretischen Grundlagen seit 2017 unter dem Titel Multi-Energie-Systeme der Energiewende(öffnet im neuen Fenster) geforscht wird.


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