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Energiewende: 1,2 Billionen Euro für das Energienetz

Um mehr Unabhängigkeit zu erreichen, Strom besser zu verteilen und Strompreise zu senken, sind bis 2040 große Investitionen nötig.
/ Mario Petzold
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Investitionen in neue Leitungen und weitere Übertragungstechnik übersteigen die Billionenmarke. (Bild: Getty Images/Justin Sullivan)
Investitionen in neue Leitungen und weitere Übertragungstechnik übersteigen die Billionenmarke. Bild: Getty Images/Justin Sullivan

Die EU-Kommission(öffnet im neuen Fenster) startet eine Initiative, um die Verbindung der innereuropäischen Stromnetze zu verbessern sowie die bestehende Infrastruktur zu erweitern. Dafür werden laut der detaillierten Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) Investitionen in Höhe von 1.200 Milliarden Euro nötig sein.

Mehr als die Hälfte der Summe soll allein für Stromleitungen verwendet werden. 240 Milliarden Euro werden für Ausbau eines Wasserstoffnetzwerkes benötigt. Weiteres Geld soll in die Sicherheit der Infrastruktur fließen.

Auf diese Weise sollen die Stromnetze besser miteinander verbunden werden, um Schwankungen bei Produktion und Bedarf effizienter auszugleichen. Kabel für einen Leistungsausgleich von über 80 Gigawatt sollen allein bis 2030 entstehen.

Geld aus Steuern und Gebühren

Finanziert werden soll der Ausbau, wie auch jetzt schon, durch Netzentgelte und Steuern. Auch Einkünfte, die aus Engpasserlösen erzielt werden, sollen in Zukunft für den Ausbau der Stromnetze investiert werden.

Dabei handelt es sich um Zahlungen an Übertragungsnetzbetreiber, die Stromnetze in Nachbarländern stützen. Allein die deutschen Übertragungsnetzbetreiber haben daraus laut 2023 über 1,5 Milliarden Euro erhalten.

Gleichzeitig wird vorgerechnet, dass eine bessere Vernetzung und Verteilung des Stroms pro Jahr etwa 40 Milliarden Euro an Einsparungen mit sich bringen könnte. Geld, das ansonsten durch Abschaltungen oder Netzüberlastungen verloren ginge.

Stimmt die Rechnung, könnte im besten Fall knapp die Hälfte der Investitionen in Form niedrigerer Strompreis zurückfließen.

Große Verbindungsstrecken nötig

Um die Energie besser zu verteilen und insbesondere die Abhängigkeit vom Import fossiler Brennstoffe zu verringern, sind acht große Strecken geplant. Die Iberische Halbinsel soll mit zwei zusätzlichen Trassen angebunden werden.

Südosteuropa soll stärker an das mitteleuropäische Gas- und Stromnetz angeschlossen werden. Zudem sind zwei Wasserstoffpipelines geplant, einmal von Tunesien nach Deutschland und einmal von Portugal nach Deutschland. Auf der Insel Bornholm in der Ostsee entsteht zudem ein Knotenpunkt, um die baltischen Staaten besser miteinander zu verbinden.

Gelänge tatsächlich eine deutliche Reduzierung der Energieimporte, würden sich die Investitionen vermutlich schnell amortisieren. Noch wird jedes Jahr Öl und Gas im Wert von 400 Milliarden Euro(öffnet im neuen Fenster) in die EU geliefert.


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