Energieversorgung im All: USA planen für 2028 den Start eines Atomreaktors
Das Start-up Antares(öffnet im neuen Fenster) aus Kalifornien, USA, ist ausgewählt worden, einen Atomreaktor für den Erdorbit zu bauen. Zuletzt erreichte der Prototyp Mark-0 von Antares in der geschützten Umgebung des Idaho National Laboratory, einer Testanlage für Atomreaktoren, Kritikalität.
Die Aussagekraft des Versuchs ist allerdings gering. Es bedeutet lediglich, dass die Kettenreaktor des spaltbaren Urans kontrolliert werden kann.
Allerdings soll bereits 2027 der weiterentwickelte Reaktor Mark-1 Strom erzeugen können. Mit zusätzlichen 160 Millionen US-Dollar aus dem Budget U.S. Air Force soll auf Grundlage dessen ein Atomreaktor entstehen, der für militärische Zwecke im All eingesetzt werden soll.
Erfolg ist mindestens unwahrscheinlich
Zurecht nennt Antares selbst hohe technische Hürden, die zu überwinden sind. Nicht nur müsste der Kernreaktor bei Mikrogravitation weiterhin zuverlässig funktionieren. Er müsste zudem die Extrembedingungen beim Raketenstart schadlos überstehen.
Hinzu kommt ein mehr als ambitionierter Zeitplan. Nach drei Jahren Entwicklungszeit konnte zunächst nur die Aufrechterhaltung und Stabilisierung der Kettenreaktion gezeigt werden. 2027 soll Strom erzeugt werden.
Ein Jahr später soll ein Reaktor in den Orbit gelangen, bis 2030 sogar auf den Mond gebracht werden. Ein Gelingen erscheint äußerst unwahrscheinlich, wobei der Zeitplan für die Nutzung im Weltall nicht von Antares, sondern aus einer präsidialen Anweisung der US-Regierung stammt.
Der Golem-Blick
Schließlich hat es Gründe, weshalb die USA seit mehr als 60 Jahren(öffnet im neuen Fenster) keine Kernspaltungsreaktoren mehr in den Orbit befördert haben. Das Risiko für einen Fehlstart oder für das Nichterreichen des Orbits inklusive unkontrolliertem Absturz ist schlicht zu hoch.
Gleichzeitig wird die Verbesserung von Solarzellen für die orbitale Nutzung auch in den USA vorangetrieben, weil die technische Umsetzung deutlich realistischer erscheint.