Abo
  • IT-Karriere:

Energieversorgung: Forscher übertragen Strom drahtlos über 5 Meter

Südkoreanische Wissenschaftler haben einen Fernseher aus 5 Metern Entfernung ohne Kabel mit Strom versorgt. Sie träumen von öffentlichen Bereichen, in denen Nutzer ihre Geräte drahtlos laden können - vergleichbar mit heutigen öffentlichen WLANs.

Artikel veröffentlicht am ,
DCRS-Versuchsaufbau: keine Kabel, kein Laden des Akkus
DCRS-Versuchsaufbau: keine Kabel, kein Laden des Akkus (Bild: KAIST)

Wissenschaftler des Korea Advanced Institute of Science and Technology (Kaist) haben einen wichtigen Fortschritt in der drahtlosen Stromübertragung erzielt: Sie transferierten genug Strom durch die Luft, um einen Fernseher und mehrere Ventilatoren laufen zu lassen.

Stellenmarkt
  1. DEKRA SE, Stuttgart
  2. VascoMed GmbH, Binzen

Dipole Coil Resonant System (DCRS) nennen die Forscher um Chun T. Rim ihre Technik. Das System besteht aus magnetischen Dipolspulen, die mit der gleichen Frequenz schwingen. Hochfrequenter Wechselstrom an der Primärspule erzeugt ein Magnetfeld, das eine Spannung an der zweiten Spule induziert. Objekte mit einer anderen Resonanzfrequenz werden von dem Magnetfeld nicht beeinflusst.

Übertragung über 7 Meter

Die Südkoreaner demonstrierten DCRS am 16. April 2014. Dabei konnten sie nach eigenen Angaben bei einer Frequenz von 20 kHz 1.403 Watt über eine Entfernung von 3 Metern übertragen. Bei 4 Metern waren es noch 471 Watt, über 5 Meter 209 Watt. Bei einer Übertragung von 100 Watt lag die Effizienz 3 Meter bei 36,9 Prozent. Über 4 Meter sank sie auf 18,7 Prozent und über 5 Meter auf 9,2 Prozent. Im März war es den Forschern gelungen, ein Steuerungs- und Kontrollsystem, wie es in Atomkraftwerken zum Einsatz kommt, aus der Ferne zu versorgen. Sie konnten 10 Watt über eine Entfernung von 7 Metern übertragen.

  • Der Aufbau von DCRS (Bild: Kaist)
  • So funktioniert das System. (Bild: Kaist)
  • Das Testsystem, mit dem die Forscher einen Fernseher und drei Ventilatoren aus 5 Metern Entfernung drahtlos mit Strom versorgten. (Bild: Kaist)
Der Aufbau von DCRS (Bild: Kaist)

Das DCRS ist eine Weiterentwicklung des Coupled Magnetic Resonance Systems (CMRS), das Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) 2007 vorstellten. Die MIT-Forscher um Marin Soljacic übertrugen seinerzeit über eine Distanz von 2,1 Metern genug Strom, um eine 60-Watt-Lampe leuchten zu lassen.

Öffentlicher, drahtloser Strom

"Mit DCRS können ein großer LED-Fernseher oder drei 40-Watt-Ventilatoren aus 5 Meter Entfernung betrieben werden", erklärt Rim. Sie hätten Strom drahtlos über eine deutlich weitere Strecke als bisher übertragen.

"Auch wenn die drahtlose Energieübertragung über große Entfernungen noch im Frühstadium der Vermarktung steckt und recht teuer ist, glauben wir, dass das der richtige Weg ist, um elektrischen Strom in Zukunft bereitzustellen", sagt Rim. So wie es heute viele Bereiche mit öffentlichem WLAN gebe, werde es in Zukunft auch viele Bereiche mit drahtlosem Strom geben, ist der Forscher überzeugt. "Wir werden unsere elektronischen Geräte überall und jederzeit nutzen, ohne verhedderte Kabel und ohne daran zu denken, ihre Akkus zu laden"

Die Kaist-Forscher stellen ihre Entwicklung in der Fachzeitschrift IEEE Transactions on Power Electronics vor.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,99€
  2. 3,99€
  3. 4,60€
  4. 4,99€

RioDerReiser 26. Apr 2014

Das gilt nur für den normalen Gebraucvh von Handys. Die Strahlung an sich ist schon...

erzich 25. Apr 2014

Die Technik scheint interessant aber sowas sollte man sich vielleicht besser nicht ins...

Technikfreak 24. Apr 2014

??? gleich und doch verschieden? Was willst du damit sagen? Skalierung? Ist das nun ein...

Technikfreak 24. Apr 2014

Nein, auch das nicht... Tesla hat nicht den Wechselstrom erfunden, der war schon 50...

Mopsmelder500 24. Apr 2014

wenn ich eine Batterie werfe :-)


Folgen Sie uns
       


ANC-Kopfhörer im Lautstärkevergleich

Wir haben Microsofts Surface Headphones und die Jabra Elite 85h bei der ANC-Leistung verglichen. Für einen besseren Vergleich zeigen wir auch die besonders leistungsfähigen ANC-Kopfhörer von Sony und Bose, die WH-1000XM3 und die Quiet Comfort 35 II.

ANC-Kopfhörer im Lautstärkevergleich Video aufrufen
Black Mirror Staffel 5: Der Gesellschaft den Spiegel vorhalten
Black Mirror Staffel 5
Der Gesellschaft den Spiegel vorhalten

Black Mirror zeigt in der neuen Staffel noch alltagsnäher als bisher, wie heutige Technologien das Leben in der Zukunft katastrophal auf den Kopf stellen könnten. Dabei greift die Serie auch aktuelle Diskussionen auf und zeigt mitunter, was bereits im heutigen Alltag schiefläuft - ein Meisterwerk! Achtung, Spoiler!
Eine Rezension von Tobias Költzsch

  1. Streaming Netflix testet an Instagram erinnernden News-Feed
  2. Start von Disney+ Netflix wird nicht dauerhaft alle Disney-Inhalte verlieren
  3. Videostreaming Netflix will Zuschauerzahlen nicht länger geheim halten

Digitaler Knoten 4.0: Auto und Ampel im Austausch
Digitaler Knoten 4.0
Auto und Ampel im Austausch

Auf der Autobahn klappt das autonome Fahren schon recht gut. In der Stadt brauchen die Autos jedoch Unterstützung. In Braunschweig testet das DLR die Vernetzung von Autos und Infrastruktur, damit die autonom fahrenden Autos im fließenden Verkehr links abbiegen können.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. LTE-V2X vs. WLAN 802.11p Wer hat Recht im Streit ums Auto-WLAN?
  2. Vernetztes Fahren Lobbyschlacht um WLAN und 5G in Europa
  3. Gefahrenwarnungen EU setzt bei vernetztem Fahren weiter auf WLAN

Doom Eternal angespielt: Die nächste Ballerorgie von id macht uns fix und fertig
Doom Eternal angespielt
Die nächste Ballerorgie von id macht uns fix und fertig

E3 2019 Extrem schnelle Action plus taktische Entscheidungen, dazu geniale Grafik und eine düstere Atmosphäre: Doom Eternal hat gegenüber dem erstklassigen Vorgänger zumindest beim Anspielen noch deutlich zugelegt.

  1. Sigil John Romero setzt Doom fort

    •  /