Energieversorgung der Zukunft: Der Donauraum wird zum Wasserstoffparadies

An den Ufern der Donau soll bald viel Wasserstoff gewonnen werden. Dabei wird auch eine neue Technik zum Transport des hochexplosiven Gases eingesetzt.

Artikel von Wolfgang Kempkens veröffentlicht am
Wasserstofftransport ist eine Herausforderung.
Wasserstofftransport ist eine Herausforderung. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)

Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft. Bei seiner Nutzung wird lediglich Wasserdampf frei - und wird das Gas selbst mit Ökostrom gewonnen, gibt es keinerlei Emissionen. Im Donauraum sollen künftig große Mengen des energiereichen Gases elektrolysiert werden. Wenn Verbund, der größte Produzent von Ökostrom in Österreich, seine Vision umsetzen kann, entsteht an den Ufern eines der größten Flüsse Europas ein Wasserstoffparadies.

Inhalt:
  1. Energieversorgung der Zukunft: Der Donauraum wird zum Wasserstoffparadies
  2. Für den Transport wird der Wasserstoff mit Benzyltoluol vermischt

Dafür werden in Rumänien, Deutschland und Österreich flussnah riesige Elektrolysestationen errichtet, in denen Wasser in Wasser- und Sauerstoff aufgespalten wird. Den dazu nötigen Strom sollen neu zu errichtende Solar- und Windkraftwerke sowie vorhandene Wasserkraftwerke liefern. Zum Transport wird der Wasserstoff an eine organische Flüssigkeit gebunden, die wie Wasser oder Benzin in drucklosen Tanks transportiert werden kann, vorzugsweise mit Schiffen. Green Hydrogen@Blue Danube heißt das ehrgeizige Projekt.

Kunden sollen die Chemieindustrie, Gaskraftwerke und Tankstellen für Lkw und Schiffe sein. Die chemische Industrie benötigt Wasserstoff in gigantischen Mengen, auch die Elektromobilität ist darauf angewiesen. Lkw und Schiffe könnten ihren Strom aus Brennstoffzellen an Bord beziehen, die Wasserstoff "verbrennen". Er lässt sich auch als Puffer nutzen, um Strom in Zeiten zu produzieren, zu denen Flaute herrscht und/oder kein Solarstrom zur Verfügung steht.

In Phase eins werden Elektrolyseure in Österreich und Deutschland pro Jahr 27.000 Tonnen Wasserstoff produzieren. Später kommen in Südosteuropa weitere Elektrolyseure hinzu, die die Jahresproduktion auf 80.000 Tonnen steigen lassen. Das entspricht gut 100 Millionen Litern Benzin.

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Im Endausbau soll die Gesamtleistung der Elektrolyseure bei zwei Gigawatt liegen. Im Vorlaufprojekt H2Future, das von der Europäischen Union gefördert wird und in diesem Jahr ausläuft, ist ein Sechs-Megawatt-Elektrolyseur auf dem Gelände des Stahlherstellers Voestalpine bereits in Betrieb. Er ist gewissermaßen die Blaupause für das gigantische Vorhaben im Donautal, für das es noch keinen Zeitplan gibt.

Wasserstoff ist normalerweise schwer zu transportieren

Um den Transport des Wasserstoffs drastisch zu vereinfachen, hat Verbund das Unternehmen Hydrogenious mit an Bord geholt. Normalerweise muss Wasserstoff auf eine Temperatur von minus 253 Grad Celsius gebracht werden, um in extrem gut isolierten Tanks drucklos transportiert werden zu können. Oder er muss extrem verdichtet werden, auf bis zu 800 bar. Das erfordert dickwandige und damit schwere und sperrige Tanks.

  • So soll die Wasserstoff-Wertschöpfungskette am Ende aussehen. (Grafik: Verbund)
So soll die Wasserstoff-Wertschöpfungskette am Ende aussehen. (Grafik: Verbund)
Wasserstoff für alle: Wie wir der Öl-, Klima- und Kostenfalle entkommen

Das Erlanger Unternehmen hat LOHC (Liquid Organic Hydrogen Carrier/flüssiger organischer Wasserstoffspeicher) entwickelt. Das ist eine Technik, die den Transport von Wasserstoff fast so einfach macht wie den von Wasser.

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Für den Transport wird der Wasserstoff mit Benzyltoluol vermischt 
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Benutztername12345 25. Apr 2021

Dass das im Vergleich zum Kraftstoffverbrauch nicht viel ist stimmt leider. Aber es ist...

jke61 25. Apr 2021

Mein Güte seid ihr Korinthenka*...

hjp 24. Apr 2021

Danke. Im Vergleich dazu bedeutet die Benzyltoluol-Methode eine Gewichtsersparnis, aber...

Benutztername12345 24. Apr 2021

Bitte bitte mach dir die Dimensionen klar. Selbst bei 100 dieser Werke müsste man der...

WauWielein 24. Apr 2021

Exakt, in einem anderem Thread kam schon raus ca. 1.900kWh/t Speichermedium, im...



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