Für den Transport wird der Wasserstoff mit Benzyltoluol vermischt

Das funktioniert so: In einer Anreicherungsanlage nimmt Benzyltoluol, eine schwer entflammbare Flüssigkeit, den Wasserstoff auf. Dabei wird Wärme auf einem Niveau von 250 Grad Celsius frei, die beispielsweise in Fernwärmenetze eingespeist oder industriell genutzt werden kann. Pro Kubikmeter nimmt Benzyltoluol 57 Kilogramm Wasserstoff auf. Damit wird das explosive Gas nebenbei auch gezähmt. Die Eigenschaft "schwer entzündlich und nicht explosiv" behält das angereicherte Benzyltoluol.

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In dieser Form wird der Wasserstoff per Binnenschiff, Tankwagen oder Eisenbahn-Kesselwagen zu den Abnehmern vor allem in Österreich und Deutschland gebracht und wieder von der Trägerflüssigkeit getrennt. Diese kann immer wieder verwendet werden.

Um den Wasserstoff wieder freizusetzen, ist lediglich Wärme auf einem ähnlich hohen Niveau nötig wie beim Beladen. Diese Wärme soll wiederum mit Ökostrom erzeugt oder aus industrieller Abfallwärme abgezweigt werden.

Bisher hat Hydrogenious nur kleinere Anlagen gebaut. Bevor das Donauprojekt in Angriff genommen wird, muss sich die Erlanger Technik am Rhein und in Rotterdam bewähren.

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In Dormagen produziert Covestro, hervorgegangen aus der Bayer AG, Kunststoffe. Dazu braucht es unter anderem Chlor, bei dessen Recycling aus Salzsäure nebenbei Wasserstoff entsteht, der derzeit zur Dampferzeugung verbrannt wird. Künftig soll er an Benzyltoluol gebunden und in einem mächtigen Tank zwischengelagert werden. Pro Jahr summiert sich die Wasserstoffmenge auf 1.800 Tonnen.

Die beim Beladen der organischen Flüssigkeit freiwerdende Wärme nutzt Covestro zur Dampferzeugung. 2023 soll die Anlage den Betrieb aufnehmen. Spätestens dann will Covestro seine Chloranlage mit zertifiziertem Ökostrom betreiben. Dann ist der entstehende Wasserstoff wirklich grün.

Wasserstoff für alle: Wie wir der Öl-, Klima- und Kostenfalle entkommen

Hydrogenious baut Regasifizierungsanlage in Rotterdam

Regelmäßig wird LOHC dann in Tankschiffe gepumpt, die die energiereiche Flüssigkeit nach Rotterdam bringen. Hier baut Hydrogenious eine Regasifizierungsanlage zur Rückgewinnung des Wasserstoffs für Royal Vopak, eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich der Rohstoffversorgung für die Chemie- und Energiewirtschaft und ebenso wie Covestro Investor bei Hydrogenious.

Woher die Wärme für die Freisetzung des Wasserstoffs kommt, ist noch offen. Das vom Wasserstoff befreite Benzyltoluol wird dann per Schiff wieder nach Dormagen gebracht.

Das Projekt wird vom Land Nordrhein-Westfalen mit neun Millionen Euro unterstützt. Die Begleitforschung liegt in den Händen von Peter Wasserscheid, Direktor am Institut für Energie und Klimaforschung des Forschungszentrums Jülich und Direktor des Helmholtz-Instituts Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien. Er war maßgeblich an der Entwicklung der LOHC-Technik beteiligt.

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 Energieversorgung der Zukunft: Der Donauraum wird zum Wasserstoffparadies
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Benutztername12345 25. Apr 2021

Dass das im Vergleich zum Kraftstoffverbrauch nicht viel ist stimmt leider. Aber es ist...

jke61 25. Apr 2021

Mein Güte seid ihr Korinthenka*...

hjp 24. Apr 2021

Danke. Im Vergleich dazu bedeutet die Benzyltoluol-Methode eine Gewichtsersparnis, aber...

Benutztername12345 24. Apr 2021

Bitte bitte mach dir die Dimensionen klar. Selbst bei 100 dieser Werke müsste man der...

WauWielein 24. Apr 2021

Exakt, in einem anderem Thread kam schon raus ca. 1.900kWh/t Speichermedium, im...



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