Abo
  • Services:
Anzeige
Künstlerische Darstellung von Stornetic
Künstlerische Darstellung von Stornetic (Bild: Stornetic)

Energiespeicherung: Stabileres Stromnetz mit Schwung

Künstlerische Darstellung von Stornetic
Künstlerische Darstellung von Stornetic (Bild: Stornetic)

Ein Hersteller von Uran-Zentrifugen hat angefangen, Schwungradspeicher zur Energiespeicherung anzubieten und in Containern auszuliefern. Die Technik nähert sich immer mehr der Praxistauglichkeit.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

Es gibt viele Wege, Energie zu speichern, und der Bedarf dafür wächst. Je variabler die Energiequellen und der Verbrauch sind, desto wichtiger ist die Speicherung. Einen universellen Speicher gibt es aber nicht, je nach Zweck werden unterschiedliche Eigenschaften benötigt. Eine hohe Kapazität ist dabei nicht das einzig Wichtige, denn bei kurzfristigen Schwankungen in der Stromerzeugung und im Verbrauch sind vor allem hohe Leistungen und schnelle Reaktionszeiten gefragt.

Anzeige

Schwungradspeicher können genau das. Auf der Hannover-Messe hat die Firma Stornetic solche Speicher vorgestellt. Sie können bis zu 92 Prozent von der gespeicherten Energie wieder abrufen. Allerdings gilt das nur für den Idealfall, nämlich dann, wenn die Energie sofort wieder abgerufen wird.

Ein altes Prinzip

Das Prinzip ist einfach: Eine Masse wird über einen Elektromotor mit möglichst wenig Reibung in Rotation versetzt. Derselbe Motor dient später als Generator, um die Rotationsenergie wieder in Strom umzuwandeln. Schwungräder haben als Energiespeicher bei der Stabilisierung der Leistung von Maschinen eine lange Geschichte.

Vor allem in der Anfangszeit der Dampfmaschinen wurden sie genutzt, um in den Totzeiten zwischen den langsamen Arbeitszyklen der Maschinen eine konstante Kraftabgabe zu gewährleisten.

In den 1950er Jahren dienten Schwungräder auch schon zum Antrieb von Bussen in der Schweiz. Im Motorsport hat Audi seinen Le-Mans-Protoyp R18 mit einem Schwungradspeicher ausgestattet. Entwickelt wurde das System von Williams für das KERS in der Formel 1. Wegen technischer Schwierigkeiten kam es dort jedoch nie zum Einsatz.

In Schwungrädern Energie über längere Zeit zu speichern und so Schwankungen in der Energieversorgung des Stromnetzes auszugleichen, ist aber wesentlich aufwendiger. Mit moderner Technik gehen weniger als drei Prozent der Energie pro Stunde verloren. Das ist nur noch ein Viertel vom Stand der Technik im Jahr 2006. Es gibt inzwischen Firmen, die komplette Speicheranlagen in Schiffscontainern ausliefern. Bei den Speichern von Stornetic drehen sich die Rotoren berührungslos auf Magnetlagern in einem Vakuum, dennoch verlieren sie etwa die Hälfte der Energie pro Tag.

Von der Uranzentrifuge zum Schwungrad

Einen Teil des Know-hows zum Bau der Schwungräder hat Stornetic von seiner Mutterfirma ETC (Enrichment Technology Company), einem Unternehmen für Uran-Anreicherungsanlagen, das aus einer Kooperation der französischen Areva mit der britischen Urenco entstanden ist. Die Zentrifugentechnik ist der ideale Ausgangspunkt für die Entwicklung solcher Speicher. Umgekehrt gilt das aber auch.

Die Rotoren der Schwungradspeicher bestehen fast vollständig aus leichten Kohlefaserverbundwerkstoffen. Das mag überraschen, aber die gespeicherte Energie ist nicht nur abhängig von der Masse des Rotors, sondern auch von der Umlaufgeschwindigkeit. Je größer die Umlaufgeschwindigkeit ist, desto größer wird aber auch die nach außen wirkende Fliehkraft. Sie darf nicht zu groß für das Material werden, sonst wird der Rotor zerstört.

Zusätzliche Gewichte bringen nichts 

eye home zur Startseite
FreiGeistler 20. Mai 2016

Ähm, doch!? E=mc2 und so... Nicht nur Strom ist Energie.

HMWLBkraut 20. Mai 2016

Ah okay, sehr einleuchtend danke :) Und ich hab mich schon immer leicht gefragt, wie...

johnsonmonsen 19. Mai 2016

Hallo zusammen! Könnte es vielleicht einfacher sein? Also, dass der Hauptgrund für den...

AllDayPiano 19. Mai 2016

Doch natürlich. Das Zauberwort heißt Induktion. Magnetische Levitation funktioniert nur...

Chrizzl 19. Mai 2016

Die Antwort liest sich, als sei hier jemand allwissend. Ich gehe mal davon aus, dass es...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. GOM GmbH, Braunschweig
  2. Mediaform Unternehmensgruppe über ACADEMIC WORK, Hamburg, Reinbek
  3. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden
  4. Siltronic AG, Burghausen


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 49,00€ (zzgl. 4,99€ Versand oder versandkostenfrei bei Abholung im Markt)
  2. 24,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  3. 16,99€ (ohne Prime bzw. unter 29€ Einkauf zzgl. 3€ Versand)

Folgen Sie uns
       


  1. Aspire-Serie

    Acer stellt Notebooks für jeden Geldbeutel vor

  2. Acer Predator Triton 700

    Das Fenster oberhalb der Tastatur ist ein Clickpad

  3. Kollaborationsserver

    Owncloud 10 verbessert Gruppen- und Gästenutzung

  4. Panoramafreiheit

    Aidas Kussmund darf im Internet veröffentlicht werden

  5. id Software

    Nächste id Tech setzt massiv auf FP16-Berechnungen

  6. Broadcom-Sicherheitslücken

    Samsung schützt Nutzer nicht vor WLAN-Angriffen

  7. Star Citizen

    Transparenz im All

  8. Hikey 960

    Huawei bringt Entwicklerboard mit Mate-9-Chip

  9. Samsung

    Chip-Sparte bringt Gewinnanstieg

  10. Mario Kart 8 Deluxe im Test

    Ehrenrunde mit Ballon-Knaller, HD Rumble und Super-Turbo



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Mobile-Games-Auslese: Untote Rundfahrt und mobiles Seemannsgarn
Mobile-Games-Auslese
Untote Rundfahrt und mobiles Seemannsgarn
  1. Spielebranche Beschäftigtenzahl in der deutschen Spielebranche sinkt
  2. Pay-by-Call Eltern haften nicht für unerlaubte Telefonkäufe der Kinder
  3. Spielebranche Deutscher Gamesmarkt war 2016 stabil

Elektromobilität: Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?
Elektromobilität
Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?
  1. Elektroauto VW testet E-Trucks
  2. Elektroauto Opel Ampera-E kostet inklusive Prämie ab 34.950 Euro
  3. Elektroauto Volkswagen I.D. Crozz soll als Crossover autonom fahren

Quantencomputer: Alleskönner mit Grenzen
Quantencomputer
Alleskönner mit Grenzen

  1. Re: Vulkan because "We can't forget our Linux gamers"

    gaciju | 18:55

  2. Re: Keine Monthly Security Updates für S7 Edge

    ibecf | 18:55

  3. Re: So langsam ists wie mit den Wunderakkus

    Onkel Ho | 18:54

  4. Re: "Einzig das Aspire 3 kann alternativ einen...

    leipsfur | 18:54

  5. Re: Wo soll

    Lagganmhouillin | 18:52


  1. 18:00

  2. 18:00

  3. 17:42

  4. 17:23

  5. 16:33

  6. 16:05

  7. 15:45

  8. 15:26


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel