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Energiespeicher und Sektorkopplung: Speicher für die Energiewende

In Norddeutschland testen Wissenschaftler, Unternehmer und Energieversorger gemeinsam, wie sich technische Innovationen in die Netze von Strom und Gas integrieren lassen. Doch steuerliche Regelungen bremsen manche Projekte.

Ein Bericht von Monika Rößiger veröffentlicht am
Akkus in einem Rechenzentrum
Akkus in einem Rechenzentrum (Bild: Pixabay)

Superlative können erstaunlich unspektakulär aussehen. Was vor gut einem Jahr als "größter Batteriespeicher Europas" in Betrieb genommen wurde, verbirgt sich in einer garagenartigen grauen Halle auf dem platten Land. Umgeben von grünen Wiesen und Windrädern verrichtet die 48-Megawatt-Anlage Enspire Me geräuschlos ihren Dienst. Unter dem Hallendach in Jardelund, nahe der deutsch-dänischen Grenze, befinden sich über 10.000 Lithium-Ionen-Akkumulatoren.

Inhalt:
  1. Energiespeicher und Sektorkopplung: Speicher für die Energiewende
  2. Ein zweiter Einsatz für ausrangierte E-Auto-Akkus
  3. Neue Modelle der Systemintegration
  4. Neue Regelungen sind nötig

Mit einer Kapazität von mehr als 50 Megawattstunden könnten sie rund 5.300 Haushalte 24 Stunden lang mit Strom versorgen. Aber die Funktion so eines Speicherkraftwerks besteht vor allem in Systemdienstleistungen. Außerdem soll es die Abregelung von Windrädern in Schleswig-Holstein mindern.

Speicher für Regelenergie

"Da Batterien sehr schnell reagieren, kann der Speicher sehr gut als Primärreserve dienen", erläutert Elektroingenieurin Nadina Baghina vom niederländischen Energieversorger Eneco. "So eine Anlage fährt im Millisekundenbereich hoch." Für eine kontinuierliche Netzfrequenz von 50 Hertz muss die Energie aus einem Speicher binnen 30 Sekunden zur Verfügung stehen. Das ist die sogenannte Primärreserve, die auch als Primärregelleistung bezeichnet wird.

Mit dem Ausbau von Wind- und Sonnenenergie steigt der Bedarf an Speichern und Flexibilität im Netz, um die natürlichen Schwankungen der Stromerzeugung auszugleichen. Damit die Betreiber sowohl die Versorgungssicherheit als auch die Stabilität der Netze gewährleisten können, benötigen sie verschiedene Formen der Regelleistung, die je nach Bedarf innerhalb von Sekunden, Minuten oder Stunden verfügbar sind.

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Regelleistungen werden am Markt gehandelt. Dort kaufen die europäischen Übertragungsnetzbetreiber, die für den Ausgleich von Stromerzeugung und -entnahme verantwortlich sind, die jeweils benötigten Reserven ein. Auch Enspire Me aus Jardelund nimmt an den Online-Auktionen für die Primärreserve teil. Seit Juli finden die täglich statt; früher war es nur wöchentlich.

Preise für Primärregelleistungen könnten besser sein

Der nach einer Bauzeit von acht Monaten im Mai 2018 in Betrieb genommene Jardelund-Speicher "läuft technisch einwandfrei", berichtet Martin Heins von Mitsubishi International, während er die Tür zur Halle öffnet. Der japanische Mischkonzern betreibt die Anlage gemeinsam mit Eneco. Einziger Wermutstropfen seien die Preise am Primärregelmarkt - "die sind zurzeit nicht sehr attraktiv."

Wir treten ein. Auf den ersten Blick sieht man einfach nur Reihen von schwarzen Spinden, welche die Batteriebänke bergen. An den Wänden jeweils die Kontrolleinheiten. Klimaanlagen an der Decke sorgen dafür, dass sich die Batterien ständig im Wohlfühlmodus befinden, also etwa im Temperaturbereich eines nordischen Herbsttages. Auch nach fast eineinhalb Jahren Betrieb riecht es in der Halle noch ziemlich neu, was wohl an den Ausdünstungen diverser Kunststoffe liegt.

Auf den zweiten Blick - und vor allem durch die Erläuterungen der beiden Ingenieure - wird klar, dass das Ganze eine komplexe Angelegenheit ist. Dank der Informationstechnik ist es möglich, solche Anlagen aus der Ferne zu überwachen. In diesem Fall von der Eneco-Zentrale in Holland aus.

Wie schnell der Fortschritt in Sachen Speichertechnologie voranschreitet, zeigt sich daran, dass Enspire Me jetzt nur noch der größte Batteriespeicher Kontinental-Europas ist, nachdem in Großbritannien eine 50-MW-Anlage den Betrieb aufgenommen hat.

Doch Größe ist bekanntlich nicht alles. Auch kleine Speicher sind für die Energiewende notwendig, und die können sogar aus gebrauchten Batterien von Elektroautos bestehen, deren Ladeleistung für den Einsatz im Fahrzeug bereits zu schwach ist. Aber 2.600 solcher Batteriemodule zu einem Stromspeicher zusammengeschaltet leisten ganze Arbeit. Das hat ein mehrjähriges Entwicklungsprojekt von Vattenfall, BMW und Bosch gezeigt.

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Ein zweiter Einsatz für ausrangierte E-Auto-Akkus 
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Kleba 24. Sep 2019

Wie gesagt, genau weiß ich es nicht. Habe nur mal bei diversen Seiten zu Pro/Contra...

Copper 24. Sep 2019

Peak oil ist nicht vom Tisch, neue Fördertechnologien machen neue Ölquellen zugänglich...

John2k 24. Sep 2019

Immer wieder die selbe Leier seit Jahren. Wie das immer so ist, mit einfachen Stoffen...

Kleba 23. Sep 2019

Richtig. Und mit einer Umwandlung in Methan oder Wasserstoff könnte auch das vorhandene...


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