Energiespeicher: China baut Energiesystem pragmatisch um
Nach einem Bericht des China Global Television Network(öffnet im neuen Fenster) soll die Gesamtleistung der Stromspeicher im chinesischen Netz bis 2030 einen Wert von 370 Gigawatt (GW) erreicht haben. Schon 2025 sollen 136 GW erreicht worden sein, nachdem im Jahr 2020 gerade einmal 3 GW installiert gewesen sein sollen.
Gemeint sind damit explizit neue Arten von Energiespeicher, wobei nicht ganz klar ist, ob auch Druckluftspeicher darunter fallen. Insgesamt verfügt China laut Statistik über 210 GW Leistung aus Energiespeichern, was der Hälfte der global installierten Leistung entspricht.
Im Bericht betont der stellvertretende Direktor des chinesischen Energieministeriums, dass neue Energiequellen ohne Speichermöglichkeit nicht mehr am Strommarkt teilnehmen könnten. Auch das erklärt die hohen angestrebten Ausbauziele.
Ausbautempo steigt global
Wobei zumindest die Beschleunigung beim Ausbau von Stromspeichern in Form von Batterien, aber auch Pumpspeicherwerken weltweit ähnlich groß ist wie in China. 2025 sollen weltweit 124 GW zugebaut worden sein, 50 Prozent mehr als im Jahr davor. In China waren es 66 GW nach 43 GW im Jahr 2024.
Von derart hohen Zubauraten wird in den nächsten Jahren gar nicht ausgegangen. Durchschnittlich sollen etwa 50 GW pro Jahr hinzukommen, um das Ziel von 370 GW zu erreichen. Ausreichen würde diese Leistung, um ein Drittel der durchschnittlichen Stromproduktion in China durch Stromspeicher auszugleichen. Angestrebt wird eine Speicherlaufzeit von 3,5 Stunden. Da China seine Abhängigkeit von fossilen Energieträgern weiter verringern will, dürfte der Ausbau auch nach 2030 weitergehen.
Deutschland holt auf
Auch wenn bei offiziellen Zahlen in China durchaus Vorsicht angebracht ist, wirken die Werte stimmig. Würde das Ausbautempo in Deutschland, das zuletzt teils bei 60 Prozent pro Jahr lag, beibehalten, gäbe es bis 2030 mehr als 250 Gigawattstunden Speicherkapazität im Stromnetz, was einer Leistung von etwa 70 GW entspricht. Allerdings sieht es derzeit nicht danach aus.
Sollte es des Weiteren gelingen, in den nächsten Jahren auch Elektroautos sinnvoll im Stromnetz zu nutzen, käme ein beträchtlicher Strompuffer hinzu. Nach derzeitigen Prognosen sind 2030 etwa 15 Millionen Elektroautos in Deutschland angemeldet. Zusammen hätten sie eine Kapazität von geschätzten 750 Gigawattstunden.
Selbst ohne Pumpspeicherwerke, Druckluftspeicher und Biogasspeicher wäre die Kapazität dann identisch mit dem etwa 20-mal größeren chinesischen Stromnetz.
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