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Energielabel: Samsung traut seinen Akkus zweimal so viel zu wie Apple

Samsung hat viel Vertrauen in die Langlebigkeit seiner Akkus. Das ergibt sich aus den Daten für das EU-Energielabel bei Smartphones.
/ David Wagner
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Seit Ende Juni 2025 gibt es das Energielabel der EU auch für Smartphones. (Bild: Apple/Screenshot und Montage: Golem.de)
Seit Ende Juni 2025 gibt es das Energielabel der EU auch für Smartphones. Bild: Apple/Screenshot und Montage: Golem.de

Die Akkus in aktuellen Smartphones und Tablets von Samsung, wie etwa die Galaxy-S25-Serie oder die Galaxy-TabS10-Modelle, sollen 2.000 Ladezyklen überstehen. Das gibt Samsung in der europäischen Produktdatenbank für die Energieverbrauchskennzeichnung(öffnet im neuen Fenster) (Eprel) an.

Damit ist Samsung deutlich optimistischer als die Konkurrenz. Google und Apple etwa geben für ihre aktuellen Prestigegeräte 1.000 Ladezyklen an. Auch bei Motorola und Oneplus liegt dieser Wert höchstens bei 1.200 Zyklen.

Auf der Website der EU ist die volle Liste einsehbar, allerdings sind die Geräte dort mit ihren Modellnummern und nicht immer unter bekannten Namen vertreten. Beispielsweise das iPhone 16e ist unter A3409 gelistet.

Testmethoden sind noch umstritten

Bei allen Zahlen für das Energielabel handelt es sich um Herstellerangaben. Ob Samsungs Akkus in der Realität tatsächlich doppelt so oft auf- und entladen werden können, wird hiermit also nicht unabhängig bestätigt.

Allerdings gibt die EU eine standardisierte Testsequenz(öffnet im neuen Fenster) für alle Hersteller vor. Smartphones durchlaufen dabei Zyklen aus Anrufen, Webbrowsing, Videostreaming, Gaming und Datenübertragung. Diese wird so lange wiederholt, bis die Restkapazität unter 80 Prozent der Nennkapazität des Akkus fällt.

Nutzer auf Reddit spekulieren darüber, ob Samsung hier die Ergebnisse absichtlich beschönigt. Apple geht dabei den gegenteiligen Weg, denn nach eigener Aussage sollen die Geräte der Firma ein schlechteres Label bekommen haben, als sie eigentlich verdienen. Grund seien unklare Formulierungen bei den Testmethoden.

Fraglich ist also, ob Samsung diese Unklarheit der Testvorgaben nutzt, um optimistischere Ergebnisse als die Konkurrenz zu erhalten. Die EU-Richtlinien geben dabei an, dass der tatsächliche Wert für Ladezyklen den angegebenen nicht um mehr als 20 Zyklen unterschreiten darf.


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