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Energiekrise: Laut Katastrophenschutz kann es im Winter Blackouts geben

In Teilen Deutschlands kann es zu Stromausfällen kommen. Der BKK-Chef kritisiert teilweise schlecht vorbereitete Behörden.
/ Oliver Nickel
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Es kann in Deutschland zu Blackouts kommen. (Bild: Pixabay.com)
Es kann in Deutschland zu Blackouts kommen. Bild: Pixabay.com / Pixabay License

Die Gasspeicher für den Winter sind praktisch zu 100 Prozent gefüllt. Und trotzdem könnte es laut dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zu regionalen Stromausfällen kommen. "Wir müssen davon ausgehen, dass es im Winter Blackouts geben wird" , sagt BBK-Vorsitzender Ralph Tiesler der Zeitung Welt am Sonntag(öffnet im neuen Fenster) (via FAZ(öffnet im neuen Fenster) ). Es soll sich dabei um regional und zeitlich begrenzte Unterbrechungen handeln. Vor allem die Monate Januar und Februar haben wohl ein erhöhtes Risiko.

Das BKK selbst hat Tiesler bereits für die Aussagen kritisiert. Das Blackout-Risiko sei nicht so hoch, wie es durch seine Aussage wahrgenommen wird. Vor allem sei es unwahrscheinlich, dass es zu einem großflächigen Ausfall kommt.

Die Ursache für eventuelle Blackouts soll dabei nicht nur an einer generellen Energieknappheit liegen: Möglicherweise kann es auch zu geplanten und temporären Abschaltungen des Energienetzes kommen, sollte die Stromproduktion nicht ausreichen. Die Warnung geht mit Tieslers Kritik einher: Viele staatliche Stellen im Land seien nicht ausreichend redundant für Fluktuationen im Netz ausgestattet und könnten entsprechend nur langsam auf Ernstfälle reagieren.

Keine Knappheit bei Gas erwartet

Durch das bisher relativ milde Wetter soll es aber sehr wahrscheinlich nicht zu einer Knappheit bei den Gasvorräten kommen. Die Speicher seien so gut wie voll und Deutschland könne auch ohne Importe aus Russland, das noch immer Krieg gegen die Ukraine führt, auskommen. In den kommenden Tagen werden allerdings im Norden Deutschland kältere Temperaturen - teilweise unter 0 Grad Celsius - erwartet. Es wird sich zeigen, ob sich die positive Prognose ändert.

Um künftige Abhängigkeiten zu vermeiden, werden weitere Alternativen diskutiert. Derzeit gibt es eine Debatte um die Verwendung von Wasserstoff als Energieträger . Der könnte durch erneuerbare Energien erzeugt und anstelle von Erdgas in den Gasspeichern eingelagert werden. Auch über andere Energiespeicherarten wie Eisen-Luft-Akkus wird nachgedacht. Letztlich ist dies alles eine Frage des Preises, resümiert Golem.de .

Nachtrag vom 21. November 2022, 9:02 Uhr

Das BKK hat sich auf Twitter gemeldet und ein großflächiges Blackout-Szenario für unwahrscheinlich eingeschätzt. Wir haben den Text entsprechend ergänzt.


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