Energiekrise: Großer Anbieter will Temperatur in Rechenzentren anheben

Der Rechenzentrumsanbieter Equinix muss wie viele andere IT-Unternehmen mit höheren Energiepreisen kalkulieren. Deshalb will das Unternehmen seine Anlagen künftig mit einer höheren Betriebstemperatur laufen lassen. Das Klima in Rechenzentren wird auf 27 Grad Celsius festgelegt.
Equinix ist ein großer Anbieter für RZ-Anlagen und betreibt auch Standorte in Deutschland, unter anderem in Frankfurt und München. Zu den Kunden zählen die großen Cloudanbieter Microsoft, Google und AWS.
Viele Unternehmen raten zu einer optimalen Temperatur von 18 bis 22 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von maximal 50 Prozent, größtenteils um den Verschleiß der Server möglichst gering und die Hardware langlebig zu halten. Vor allem ältere Systeme könnten mit der Erhöhung Probleme bekommen.
Die höhere Temperatur entspricht aber zumindest der Vorgabe der American Society of Heat, Refrigerating, and Air Conditioning Engineers (ASHRAE). Die gibt eine Temperatur von maximal 32 Grad Celsius vor. Zudem ist der Umstieg auf 27 Grad Celsius Teil eines längeren Plans und wird nicht kurzfristig umgesetzt.
10 Prozent Energie sparen
"Nach der Einführung in unserem aktuellen globalen Rechenzentrums-Portfolio erwarten wir Verbesserungen der Energieeffizienz von bis zu 10 Prozent an verschiedenen Standorten" , sagte Equinix-Global-Operations-Chef Raouf Abdel in einer Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster) . Dabei sollen nicht nur Klimaanlagen entlastet und Strom gespart, sondern auch neue Methoden zur Kühlung eingeführt werden. Das Unternehmen will etwa mehr Luft von draußen dafür verwenden. Das ist eher in kälteren Regionen sinnvoll und wird etwa vom deutschen Unternehmen Hetzner aktiv genutz t.

Equinix will zudem mehr in wassergekühlte Rechenzentren investieren(öffnet im neuen Fenster) , die auch leistungsintensive CPUs besser kühlen können. Gerade bei solchen Systemen sind die Luftkühler so stark ausgelastet, dass sie allein 60 Prozent des Gesamtenergiebedarfs des Servers ausmachen. Der Power-Usage-Effectiveness-Wert kann deshalb auch bei 1,5 oder höher liegen. Das heißt, dass 50 Prozent der Leistung für Kühlung und andere nicht rechnende Verbraucher genutzt wird.