Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Energiekosten: SPD drängt auf Strompreisbremse für kriselnde Autoindustrie

Die SPD-Bundestagsfraktion fordert eine Strompreisbremse für die Industrie, um Unternehmen wie Volkswagen zu unterstützen.
/ Andreas Donath
75 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Braucht Volkswagen staatliche Unterstützung? (Bild: Andreas Donath)
Braucht Volkswagen staatliche Unterstützung? Bild: Andreas Donath

Die deutsche Automobilindustrie ist mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert – was die SPD-Bundestagsfraktion auf den Plan gerufen hat, neue Subventionen vorzuschlagen. Damit sollen Unternehmen wie Volkswagen finanziell unterstützt werden, berichtet der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) .

Die Sozialdemokraten fordern die Einführung einer Strompreisbremse für die Industrie, um die steigenden Energiekosten abzufedern und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

Bernd Westphal, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, betonte gegenüber dem Spiegel die Notwendigkeit wettbewerbsfähiger Strompreise. Er schlug einen sogenannten Transformationsstrompreis vor, bei dem der Staat einen Teil der Stromkosten übernehmen würde, bis günstigere Preise durch den Ausbau erneuerbarer Energien erreicht würden, so die Argumentation des Politikers.

Die geplante Wachstumsinitiative der Bundesregierung enthält bereits Maßnahmen zur Stärkung der Automobilbranche, wie verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten und eine ausgeweitete Forschungszulage. Westphal geht jedoch noch einen Schritt weiter und schlägt vor, dass der Bund bei Bedarf auch Transformations- und Investitionsprämien zahlen könnte.

Technologieoffenheit statt einseitiger Fokus

Interessanterweise warnt Westphal davor, sich ausschließlich auf Elektromobilität als Zukunftstechnologie zu konzentrieren. Stattdessen plädiert er für einen "technologieoffenen Pragmatismus" , der neben der Förderung der Elektromobilität auch den Einsatz klimaneutraler synthetischer Kraftstoffe nicht ausschließt, berichtet der Spiegel.

Westphal äußerte sich auch kritisch zu möglichen Sparkursen mit Stellenabbau und Standortschließungen bei Volkswagen . Er betonte, dass solche Maßnahmen "nicht akzeptabel" seien und keine überzeugende Strategie darstellten. Stattdessen forderte er die Automobilhersteller auf, durch Technologieführerschaft, Qualität und bezahlbare Produkte wieder wettbewerbsfähig zu werden.

Die Diskussion um staatliche Unterstützung für die Automobilindustrie gewinnt zunehmend an Fahrt. Neben der SPD-Bundestagsfraktion äußerte sich auch SPD-Chef Lars Klingbeil positiv zu einem möglichen Industriestrompreis und weiteren Förderungen für E-Auto-Kaufanreize.

Selbst aus den Reihen der CDU kommen Stimmen, die staatliche Hilfen für Volkswagen in Betracht ziehen. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein bezeichnete die wirtschaftliche Lage als "wund" und sprach sich dafür aus, über mögliche Unterstützungsmaßnahmen nachzudenken, berichtet der Spiegel.


Relevante Themen