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Energie aus Erdwärme zu gewinnen, ist meistens eine Art Bergbau

Die isländischen Energiebehörden warnen selbst davor, die Begriffe "nachhaltige Energie" und "erneuerbare Energie" als gleichwertig zu betrachten - und die Sorge um die Nachhaltigkeit ist keineswegs unberechtigt, wie die Geschichte der kalifornischen Geothermieanlage The Geysers zeigt.

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The Geysers ist eines der größten Geothermiefelder der Welt. Der Boden ist so heiß, dass Wasser direkt als Dampf gefördert werden kann. Bis 1987 wurden dort immer mehr Bohrlöcher angelegt, mit Kraftwerken, die zusammen 1,8 GW Strom erzeugten. Der Boom hatte jedoch schwere Konsequenzen: Innerhalb von zehn Jahren brach die Produktion um etwa 40 Prozent ein.

Hauptgrund für diesen starken Einbruch war, dass mehr Dampf aus dem Feld entnommen wurde, als Wasser wieder in den Untergrund gelangte. Das stabilisierte sich erst am Ende der 1990er Jahre etwas. Damals sorgten eine Phase hoher Niederschläge und niedrige Preise für Strom aus Wasserkraft für weniger Nachfrage nach Geothermie.

Die verringerte Nutzung, zusammen mit dem zusätzlichen Wasser, konnte die Abnahme der Produktivität des Feldes aber nur verzögern, nicht verhindern. Sie sinkt seitdem immer noch um ein bis zwei Prozent pro Jahr, was ungefähr einer Halbierung alle 50 Jahre entspricht. Nachhaltig ist das nicht. Das Geothermiefeld soll mit neuen Kraftwerken an den Rändern weiter ausgebaut werden, um die Produktionskapazität zu halten.

Anders als etwa im Großteil von Deutschland ist die Nutzung der Geothermie in vulkanisch aktiven Gebieten einfach. Die heißen Gesteinsschichten liegen dort oft in vergleichsweise geringer Tiefe, wo sich wasserdurchlässiges Gestein findet, das sich leicht anbohren lässt. Trotz aller Schwierigkeiten durch im Wasser gelöste Minerale sind die Produktionskosten relativ gering, die Emissionen von Treibhausgasen vernachlässigbar und die Umweltschäden oft überschaubar - auch wenn zum Beispiel die namensgebenden Geysire in Kalifornien durch die Geothermie längst versiegt sind. Die Erhaltung der Geysire ist einer der Hauptgründe, weshalb keine Geothermiekraftwerke im Yellowstone National Park gebaut werden.

Geothermie kann kurzfristig viel oder langfristig nachhaltig Energie liefern

Die Versuchung ist groß, den heißen Steinen im Boden einfach mehr Energie zu entziehen, als aus der Tiefe nachkommt. Dieser Versuchung könnte auch nachgegeben werden, schließlich werden besonders in den nächsten Jahrzehnten neue, saubere Energiequellen benötigt. Deshalb plädieren einige Wissenschaftler dafür, den Maßstab etwas von der Nachhaltigkeit weg und mehr hin zur Wirtschaftlichkeit des Betriebs zu verschieben, um kurzfristig mehr Energie aus Geothermie zu gewinnen und so fossile Brennstoffe zu ersetzen.

Es muss aber allen Beteiligten klar sein, dass es dann nicht um nachhaltige Energiegewinnung geht. Es ist eine Art von Bergbau, bei dem fossile Wärmereserven aus der Erde gefördert werden, ohne dass sie in absehbaren Zeiträumen wieder aufgefüllt werden. Es stünde dann die Frage im Vordergrund, ob ein bestimmtes Reservoir für die geplante Betriebszeit eines Kraftwerks wirtschaftlich genutzt werden kann, auch wenn es nach 30 oder 40 Jahren Betrieb erschöpft ist und danach erst nach Jahrhunderten ohne weitere Nutzung wieder die gleiche Produktivität erreichen würde.

Im Vergleich zum Modell der streng nachhaltigen Nutzung könnte so etwa die zehnfache Menge Energie aus Geothermie gewonnen werden, zumindest für einige Jahrzehnte. Danach müssten sich die Felder für einige Jahrhunderte regenerieren. Die Hoffnung dahinter ist, dass deren Energiekapazität in der Zwischenzeit anderweitig durch neue Technologien ersetzt werden kann.

In Gebieten wie dem der kalifornischen Geothermiekraftwerke ist die Frage der Nachhaltigkeit ohnehin relativ. Die Wärme dort stammt nicht aus einer besonders dünnen Kruste mit hoher Wärmeleitung aus dem heißen Erdinnern, sondern von Magma aus vulkanischer Aktivität vor etwa 240.000 Jahren, also ungefähr zur Zeit der vorvorletzten Eiszeit. Anders als die Isländer werden die Kalifornier auf neuen Magma-Nachschub für die Geothermiekraftwerke also wahrscheinlich sehr lange warten.

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 Energiegewinnung: Zu wenig Magma-Nachschub für die Geothermie
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Jossele 14. Feb 2020

Weil ja auch die Angst vor einem Polsprung umgeht, hat Da möchte ich nachfragen: Damit...

Zobian 10. Feb 2020

Vermutlich müsste man etliche Tausend Kubikkilometer um ein paar hundert grad abkühlen...

smonkey 08. Feb 2020

Als Energiequelle mag das sogar bereits heute stimmen. Norwegen ist der zweitgrößte...

Eheran 07. Feb 2020

Das habe ich jetzt zwar nicht verstanden, aber ist auch nicht schlimm. Ich danke...

davidcl0nel 07. Feb 2020

Also mehr als sich selbst versorgen machen sie ja jetzt schon. Nicht durch Stromexport...


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