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Energiegewinnung: Motor nutzt Kälte des Weltalls zur Stromerzeugung

Dabei handelt es sich um einen Stirlingmotor, der Energie durch kleine Temperaturunterschiede erzeugen kann – und dafür nicht einmal im Weltall sein muss.
/ Patrick Klapetz
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Jeremy Munday mit dem Stirlingmotor, der Energie aus der Kälte des Alls generieren kann (Bild: Mario Rodriguez, UC Davis)
Jeremy Munday mit dem Stirlingmotor, der Energie aus der Kälte des Alls generieren kann Bild: Mario Rodriguez, UC Davis

Ingenieure von der University of California in Davis haben ein Gerät erfunden, das seine Antriebsenergie allein aus dem Temperaturunterschied zwischen Erde und Weltall bezieht(öffnet im neuen Fenster) . Anders als bei Verbrennungsmotoren kommt hier ein Stirlingmotor zum Einsatz.

Diese können bereits mit einem geringen Temperaturunterschied arbeiten, der etwa zwischen einer heißen Tasse Kaffee und ihrer Umgebung entsteht. Laut Jeremy Munday, Professor für Elektrotechnik und Informationstechnik an der UC Davis, sind diese Motoren sehr effizient, wenn nur geringe Temperaturunterschiede bestehen. Andere Motortypen funktionieren bei größeren Temperaturunterschieden besser und erzeugen dadurch mehr Leistung.

Typischerweise ist ein Stirlingmotor einerseits direkt mit einer Wärmequelle und andererseits mit einer kühleren Umgebung verbunden. "Wenn man ihn einfach auf den Tisch stellt, erzeugt er von selbst keinen Strom, da alle Seiten die gleiche Temperatur haben" , teilt Munday in einer Pressemitteilung der UC Davis mit(öffnet im neuen Fenster) .

Funktioniert ein Stirlingmotor auch mit der Kälte des Weltraums?

Die Forscher wollten wissen, ob diese Art von Motoren auch funktioniert, wenn die Kältequelle sehr weit entfernt ist – wie der Weltraum. Dafür setzte das Team eine einfache Variante des Stirlingmotors auf eine Platte, die als Wärme-abstrahlende Antenne fungiert, und stellte das System, das im Prinzip aus einem Kolben besteht, der ein Schwungrad antreibt, nachts im Freien auf den Boden.

Der Boden fungiert dabei als die warme Seite des Motors, während die Antenne die Kälte des Weltraums kanalisiert. Ein Jahr lang durchgeführte Nachtexperimente zeigen, dass das kleine Gerät tatsächlich mindestens 400 Milliwatt mechanische Leistung pro Quadratmeter erzeugen kann.

Das Team koppelte das Gerät an einen kleinen Elektromotor, um Strom zu erzeugen. Außerdem trieben die Forscher damit einen Ventilator direkt an. Die Experimente zeigten, dass es möglich sei, aus dem Nachthimmel nutzbare Energiemengen zu gewinnen, erklärt die Forschungsgruppe.

Besonders in Gebieten mit geringer Luftfeuchtigkeit und überwiegend klarem Nachthimmel sei das Potenzial ihres Stirlingmotors am größten. Die Erfindung könnte beispielsweise zur Belüftung von Gewächshäusern oder anderen Gebäuden eingesetzt werden, teilen die Entwickler mit.

Zur Studie

Die Studie wurde am 12. November 2025 in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht: Mechanical power generation using Earth's ambient radiation(öffnet im neuen Fenster) (Mechanische Stromerzeugung unter Nutzung der Umgebungsstrahlung der Erde).


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