Energiewende aus der Erde: Weißer Wasserstoff für 1 Dollar je Kilogramm

Das Energieunternehmen Vema Hydrogen(öffnet im neuen Fenster) aus Texas, USA, hat mitgeteilt, dass die ersten Bohrungen an einer natürlichen Wasserstoffquelle in der kanadischen Provinz Quebec gesetzt sind. Im Anschluss soll H 2 direkt aus der Erde gefördert werden.
Sollten sich die Annahmen über die Größe des Vorkommens bestätigen, würde die förderbare Energie in der gleichen Dimension liegen wie bei einem konventionellen Kraftwerk im Gigawattbereich, somit einem großen Kohle- oder Atomkraftwerk. Noch gibt es aber keine genauen Angaben zu den möglichen Fördermengen.
Weißer Wasserstoff würde alles verändern
Anders als bei den anderen Farben des Wasserstoffs muss in die Erzeugung keinerlei Energie gesteckt werden. Es gibt weder CO 2 -Ausstoß noch Energieverluste durch den Umwandlungsprozess.
Stattdessen entsteht weißer Wasserstoff(öffnet im neuen Fenster) durch die Oxidation von Mineralien, in der Regel von Eisen. Gelangt Wasser in eine eisenhaltige Erdschicht, entstehen Eisenoxid, also Rost, und Wasserstoff. Befindet sich darüber wiederum eine auch für Wasserstoff nicht zu durchdringende Schicht, sammelt sich natürlicher oder weißer Wasserstoff.
Bisher sind nur wenige Vorkommen etwa in Ostafrika oder in Südosteuropa bekannt, aber es gibt Studien, wonach die Reserven an H 2 für wenige Jahre oder durch einen fortlaufenden Entstehungsprozess im Grunde unendlich lange ausreichen könnten.
Preis hängt von der Fördertechnik ab
Noch handelt es sich nur um optimistische Prognosen, aber Vema Hydrogen geht davon aus, dass der Wasserstoff für einen Preis von 1 Dollar je Kilogramm verkauft werden kann. Sollte das Vorkommen größer sein als angenommen, wäre sogar ein noch niedrigerer Preis möglich.
Für 1 Dollar oder 0,85 Euro bekäme man umgerechnet 33 Kilowattstunden (kWh) Energie, die sich mittels Turbine oder in einer Brennstoffzelle umwandeln lassen. Rechnet man die Verluste bei der Umwandlung hinzu, liegt der Preis bei knapp 4 Cent je kWh.
Aktuell soll schon ein auf zehn Jahre ausgelegter Liefervertrag geschlossen worden sein, um den Wasserstoff zur Versorgung von Rechenzentren in Kalifornien zu verwenden. Zunächst aber muss das Vorkommen ausreichend groß sein und die Förderung so einfach wie erhofft verlaufen.



