Energie: Wind wird zum Energieträger Nummer 1 in Deutschland

Mehr als die Hälfte des 2023 eingespeisten Stroms stammte aus erneuerbaren Quellen. Insgesamt ist die Stromproduktion zurückgegangen und die Importe sind gestiegen.

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Windräder (Symbolbild): Erstmals seit 2002 wurde mehr Strom importiert als exportiert.
Windräder (Symbolbild): Erstmals seit 2002 wurde mehr Strom importiert als exportiert. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Die Energiewende schreitet voran: Mehr als die Hälfte des Stroms stammte im vergangenen Jahr aus erneuerbaren Quellen. Der wichtigste Energieträger ist nicht mehr fossil. Insgesamt ist die produzierte Strommenge jedoch gesunken.

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland 449,8 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und in das Netz eingespeist worden, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. Davon stammten 251,8 Milliarden Kilowattstunden von erneuerbaren Energieträgern. Das entspricht einem Anteil von 56 Prozent. 2022 hatte deren Anteil noch bei 46,3 Prozent gelegen. 2023 war das erste Jahr, in dem in fast allen Monaten mehr Strom aus erneuerbaren Energien als aus konventionellen Energieträgern eingespeist wurde.

Die produzierte Strommenge war jedoch geringer als im Vorjahr: 2022 wurden 510,2 Milliarden Kilowattstunden produziert und eingespeist. Der Rückgang gegenüber 2022 betrug laut Destatis 11,8 Prozent. Gründe für den Rückgang seien vor allem ein geringerer Strombedarf durch die schwache Konjunktur. Zudem sei der Stromimport gestiegen, heißt es.

Wind löst Kohle ab

Der wichtigste Energieträger war erstmals nicht fossil: 139,3 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Windkraft wurden eingespeist. Das entspricht einem Anteil von 31 Prozent. Bisher war Kohle der wichtigste Energieträger. Der Anteil von Kohle sank auf 26,1 Prozent. 2022 war Kohle mit 33,2 Prozent noch der wichtigste Energieträger. 2023 wurden 117,4 Milliarden Kilowattstunden Kohlestrom eingespeist, im Vorjahr waren es noch 169,5 Milliarden Kilowattstunden.

Der Anteil der Photovoltaik stieg leicht, von 10,6 Prozent im Jahr 2022 auf 11,9 Prozent. Die Menge des eingespeisten Solarstroms war jedoch trotz des Zubaus an Photovoltaikleistung rückläufig. Das lag laut Destatis an der geringeren Gesamtstromerzeugung. Zudem war 2022 ein ungewöhnlich sonnenreiches Jahr, das eine hohe Ausbeute von bei 54,3 Milliarden Kilowattstunden ermöglichte. 2023 waren es 53,6 Milliarden Kilowattstunden.

Auch bei Biogas war der Anteil höher (2023: 6,2 Prozent, 2022: 5,8 Prozent), obwohl die Gesamtmenge geringer war (2023: 28 Milliarden Kilowattstunden, 2022: 29,6 Milliarden Kilowattstunden). Mehr Strom gab es aus Wasserkraft: 18,5 Milliarden Kilowattstunden (4,1 Prozent) wurden eingespeist, im Vorjahr waren es 16,2 Milliarden Kilowattstunden (3,2 Prozent).

Erdgas wurde wieder wichtiger

Zugenommen hat 2023 der Anteil des Stroms aus Erdgas: Er machte 13,6 Prozent aus (61 Milliarden Kilowattstunden). 2022 fiel der Anteil nach der russischen Invasion in die Ukraine auf 11,5 Prozent (58,7 Milliarden Kilowattstunden). Wegen der Abschaltung der letzten Atomkraftwerke im April 2023 machte Atomstrom nur noch 1,5 Prozent der eingespeisten Strommenge aus (2022: 6,4 Prozent).

2023 wurden 69,3 Milliarden Kilowattstunden aus dem Ausland bezogen. 2022 waren es 49,3 Milliarden Kilowattstunden. Gleichzeitig sank die Menge der Stromexporte: 2022 gingen 76,6 Milliarden Kilowattstunden ins Ausland, 2023 waren es 60,1 Milliarden Kilowattstunden. 2023 importierte Deutschland erstmals seit 2002 wieder mehr Strom, als exportiert wurde.

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