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Energie: Warum Japan auf Wasserstoff setzt

Saubere Luft und Unabhängigkeit von Ölimporten: Mit der Umstellung der Wirtschaft auf den Energieträger Wasserstoff will die japanische Regierung gleich zwei große politische Probleme lösen. Das Konzept erscheint attraktiv, hat aber auch entscheidende Nachteile.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Wasserstofftankstelle in Tokio (Symbolbild): 2020 ist eine wichtige Etappe.
Wasserstofftankstelle in Tokio (Symbolbild): 2020 ist eine wichtige Etappe. (Bild: Yoshikazu Tsuno/AFP/Getty Images)

Im Sommer 2020 werden die Olympischen und Paralympischen Spiele in Japans Hauptstadt Tokio ausgetragen. Die Regierung will die Ereignisse nutzen, um der Welt den technischen Fortschritt im Land zu demonstrieren. Ein wichtiger Punkt ist saubere Energie: So soll etwa die gesamte Fahrzeugflotte für die Spiele mit Wasserstoff betrieben werden.

Inhalt:
  1. Energie: Warum Japan auf Wasserstoff setzt
  2. Wasserstoff für Brennstoffzellen
  3. Die Wasserstoffgewinnung ist energieaufwendig

Das Gas soll in Japan der Energieträger der Zukunft werden. Das ist das Ziel der Basic Hydrogen Strategy, die die Regierung unter Premierminister Shinzo Abe ausgerufen hat. Umgesetzt werden soll sie in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Beteiligt sind beispielsweise einige der großen Konzerne wie JX Nippon Oil & Energy, Kawasaki Heavy Industries (KHI), Panasonic und Toyota.

In drei Phasen soll das Land in den kommenden zwei Jahrzehnten umgestellt werden. Das Jahr 2020 gilt der Regierung als erste wichtige Etappe auf dem Weg zur Umsetzung. Bis dahin sollen 40.000 Brennstoffzellenautos wie der Honda Clarity oder der Toyota Mirai auf der Straße sein, bis 2030 gar 800.000.

Japan baut Wasserstofftankstellen

Um die Autos mit Treibstoff zu versorgen, bedarf es der entsprechenden Infrastruktur: Bis zu den Olympischen Spielen sollen 160 Wasserstofftankstellen zur Verfügung stehen. Ende 2018 waren es laut TÜV Süd noch 96. Auf dem zweiten Platz liegt übrigens Deutschland mit 60 Wasserstofftankstellen.

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Um das alles zu schaffen, gibt die Regierung viel Geld aus. Subventionen in Höhe von umgerechnet über 300 Millionen Euro stellt sie jedes Jahr zur Verfügung. Dazu gehören auch Kaufprämien. Wer sich etwa einen Toyota Mirai anschafft, erhält einen staatlichen Zuschuss von umgerechnet über 20.000 Euro.

Die japanische Regierung nennt zwei Gründe für die Umstellung: Auf diese Art und Weise will sie es schaffen, die Ziele des Pariser Abkommens umzusetzen. Bis 2040 soll die Wirtschaft komplett auf Wasserstoff umgestellt sein. Bis 2050 will das Land seine Treibhausgas-Emissionen um 80 Prozent reduzieren.

Der zweite Grund ist ein politischer: Nach Angaben des japanischen Wirtschaftsministeriums Meti ist Japan zu etwa 94 Prozent von Importen fossiler Energieträger abhängig, weil die Atomkraftwerke nach der Katastrophe von Fukushima abgeschaltet wurden.

Die Idee scheint naheliegend.

Wasserstoff für Brennstoffzellen 
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Muaddib 20. Mai 2019

Genau, das wollte ich eben auch schreiben. Es ist bei der Wasserstoffproduktion per...

Jesper 14. Apr 2019

Liegt das nicht eher an der geringen Produktion? Ich denke Wasserstoff wird viel weniger...

Vanellus 03. Apr 2019

Wasserstoff für die Brennstoffzelle wird CO2-frei in einem Elektrolyseur aus Wasser...

teenriot* 02. Apr 2019

Man macht Schulden dann wenn es nicht anders geht. Jetzt Schulden zu machen für 2050 ist...

quasides 02. Apr 2019

nix umweltfreundlicher wenns ineffizienter ist. dann verlagert sich das...


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