Die Wasserstoffgewinnung ist energieaufwendig

Das Problem ist, dass sehr viel Energie aufgewendet werden muss für die Gewinnung und den Umgang mit Wasserstoff. So beträgt etwa der Wirkungsgrad bei der Gewinnung durch Elektrolyse von Wasser rund 70 Prozent. Weitere Verluste treten bei der Speicherung auf. Dafür muss das Gas entweder unter Druck gesetzt oder verflüssigt werden, also bis auf minus 253 Grad heruntergekühlt werden. Selbst beim Betanken eines Brennstoffzellenautos geht noch einmal Energie verloren. Insgesamt liegt Wirkungsgrad bei 30 bis 43 Prozent.

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Hinzu kommt, dass Wasserstoff sehr flüchtig ist, das kleinste Atom findet durch jedes Gitter einen Weg nach draußen. Tanks und Rohrleitungen müssen deshalb besonders beschaffen sein.

Der Wasserstoff kann anfangs nicht einmal im Land selbst gewonnen werden, weil dort nicht genug Kapazitäten für die Stromerzeugung zur Verfügung stehen. Japan will die Wasserstoffgewinnung deshalb nach Australien auslagern. Die Energie dafür soll - ausgerechnet - aus Braunkohle kommen. Im Bundesstaat Victoria lagere genug Braunkohle, um die japanische Stromerzeugung 240 Jahre lang zu sichern, erklärte KHI vor einiger Zeit.

Kawasaki entwickelt einen Wasserstofftanker

Der Plan ist allerdings nicht, den sauberen Energieträger mit massiven Emissionen von Kohlendioxid zu gewinnen - und das auch noch in einem anderen Land. Das frei werdende Kohlendioxid soll abgeschieden und gespeichert werden (Carbon Capture and Storage, CCS). Per Schiff soll der in Australien produzierte flüssige Wasserstoff dann nach Japan transportiert werden. KHI entwickelt bereits einen entsprechenden Tanker.

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Doch das ist nur als Übergangslösung gedacht. Langfristig soll der Wasserstoff grün sein, also mit Strom aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden.

Dazu sollen laut KHI "ungenutzte Kapazitäten" eingesetzt werden - etwa wenn Windräder sonst stillstehen würden, weil der Strom nicht ins Netz eingespeist werden kann. In Deutschland beispielsweise betrug laut dem Bundesverband Windenergie 2017 die abgeregelte Strommenge 5,5 Terawattstunden. Windkraftanlagen waren "überproportional von Abregelung betroffen". Statt die Windanlagen zu stoppen, könnten sie Strom für die Elektrolyse liefern.

Japan hat gute Voraussetzungen für Wind- und Solarenergie

Die Geografie Japans bietet zudem gute Möglichkeiten für die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen, der wiederum für die Wasserstoffgewinnung genutzt werden könnte. Der Inselstaat verfügt über viel Küste, wo der Wind stetig weht. Der Tidenhub könnte von Gezeitenkraftwerken genutzt werden - der Nachbarstaat Südkorea macht es vor. Außerdem scheint häufig die Sonne.

Die Japaner gehen davon aus, dass Anfang 2030 großtechnische Anlagen zur Wasserstoffgewinnung zur Verfügung stehen werden. Durch die steigende Produktion werde, so die Überlegung, der Preis fallen. 2017 wurden 200 Tonnen Wasserstoff im Jahr erzeugt, das Kilogramm kostete an der Tankstelle rund 10 US-Dollar. 2030 soll die Produktion laut Meti bei 300.000 Tonnen im Jahr liegen und das Kilogramm für 3 US-Dollar zu haben sein.

Skepsis gegenüber der Wasserstoffstrategie ist angesichts der doch erheblichen Nachteile nicht unberechtigt. Die Japaner aber sind von ihrem Konzept überzeugt - auch weil die Wasserstoffwirtschaft helfen wird, die Ziele des Pariser Abkommens einzuhalten. Die Regierung will zudem ihre Präsidentschaft bei der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in diesem Jahr dazu nutzen, die anderen Länder davon zu überzeugen.

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 Wasserstoff für Brennstoffzellen
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Nobunaga 02. Dez 2019

Weil die Japaner nach dem Erdbeben und Tsunami gelernt habe. Was uns hier mit der...

Muaddib 20. Mai 2019

Genau, das wollte ich eben auch schreiben. Es ist bei der Wasserstoffproduktion per...

Jesper 14. Apr 2019

Liegt das nicht eher an der geringen Produktion? Ich denke Wasserstoff wird viel weniger...

Vanellus 03. Apr 2019

Wasserstoff für die Brennstoffzelle wird CO2-frei in einem Elektrolyseur aus Wasser...

teenriot* 02. Apr 2019

Man macht Schulden dann wenn es nicht anders geht. Jetzt Schulden zu machen für 2050 ist...



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