Energie: US-Militär lässt mobiles Atomkraftwerk entwickeln

Die USA wollen die Technologieführerschaft im Bereich der Atomkraft nicht Russland und China überlassen.

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Atomkraftwerk Grafenrheinfeld (Symbolbild): tranportabel auf der Straße, der Schiene, der See oder in der Luft
Atomkraftwerk Grafenrheinfeld (Symbolbild): tranportabel auf der Straße, der Schiene, der See oder in der Luft (Bild: Avda/Wikipedia/CC-BY-SA 3.0)

Atomkraft für unterwegs: Das US-Verteidigungsministerium hat den Bau von drei kleinen Atomreaktoren in Auftrag gegeben. Sie sollen transportabel sein, so dass US-Truppen sie zu Einsätzen im In- und Ausland mitnehmen können.

"Das Einzigartige am Pele-Programm ist die Mobilität und die Sicherheit des Reaktors", sagte Jeff Waksman, Leiter des Project Pele. Der Reaktor soll auf der Straße, der Schiene, der See oder in der Luft transportiert werden können. Auf- und Abbau sollen schnell vonstatten gehen.

Die erste Phase des Projekts ist ein zweijähriger Designwettbewerb, in dem BWX Technologies, Westinghouse Government Services und X-Energy Konzepte für einen solchen Reaktor erarbeiten sollen. Für diese Phase stellt das Ministerium knapp 40 Millionen US-Dollar bereit. Danach wird eines der drei Unternehmen den Auftrag erhalten, einen Prototyp zu bauen. Der soll eine Leistung zwischen 1 und 5 Megawatt haben.

Ziel sei die Entwicklung eines sicheren, mobilen und fortschrittlichen Mikroatomreaktors, zitiert die US-Wochenzeitung Defense News einen Sprecher des Verteidigungsministeriums. Ein solcher Reaktor soll bei den unterschiedlichsten Missionen zum Einsatz kommen. Dazu zähle beispielsweise die Stromversorgung eines abgelegenen Stützpunkts.

Der Energiebedarf des US-Militärs beläuft sich nach eigenen Angaben auf etwa 30 Terawattstunden Strom pro Jahr und über 37 Millionen Liter Treibstoff pro Tag, Tendenz steigend. Ein sicherer, kleiner, mobiler Kernreaktor würde es laut Ministerium Einheiten ermöglichen, eine nahezu unbegrenzte, saubere Stromversorgung mitzuführen. Neben Pele läuft noch ein zweites Projekt zur Entwicklung eines weiteren solchen Reaktors im Bereich zwischen 2 und 10 Megawatt. Ein Prototyp soll 2023 einsatzbereit sein.

Allerdings geht es dem US-Verteidigungsministerium nicht nur um die Stromversorgung seiner Truppen. "Die Vereinigten Staaten riskieren, die Technologieführerschaft im Bereich der Atomenergie Russland und China zu überlassen", sagte Jay Dryer, Leiter der Strategic Capabilities Office, einer Agentur des Ministeriums. Russland hatte zuletzt mit dem schwimmenden Atomkraftwerk Akademik Lomonossow Aufsehen erregt. Es versorgt seit Ende vergangenen Jahres Pewek, eine Stadt im äußersten Nordosten Russland, mit Strom.

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jimbokork 11. Mär 2020

Demnächst ist diese das übrige Leben ausfüllende Beschäftigung auch beim Arbeitsamt unter...

Auric 11. Mär 2020

Jawoll die Leckage das Horrorszenario aller Nachtröpfler. Stell dir vor da ist im...

Dieter Grosch 11. Mär 2020

Und wer hat es nun mal getestet, denn es sollte bei der Kollision im Treffpunkt eine...

M.P. 11. Mär 2020

Die Männer im Hintergrund hinter Trump werden aber auch immer ausgetauscht, wenn sie es...



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