• IT-Karriere:
  • Services:

Wissen woher der Wind weht

Gefahr geht auch von Schnee und Eis an den Rotorblättern aus. So gibt es Berichte über kiloschwere Eisklötze, die Hunderte Meter durch die Luft geschleudert werden. Ferner verschlechtern Schnee und Eis die Aerodynamik und vermiesen die Energieausbeute. Bei bestimmten Wetterbedingungen müssen Anlagen gar prophylaktisch stillgelegt werden. Sensoren messen dazu die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur. Zwischen etwa plus sechs und minus zehn Grad besteht akute Vereisungsgefahr. Erst wenn sich das Wetter bessert, dürfen die Anlagen wieder den Betrieb aufnehmen. Oftmals messen die Sensoren aber falsche Werte - die Windturbinen stehen grundlos still. Damit das nicht passiert, sorgen moderne Messsysteme für akkurate Messergebnisse und minimale Stillstandzeiten.

Stellenmarkt
  1. Schoeller Technocell GmbH & Co. KG, Osnabrück
  2. sepp.med gmbh, Röttenbach

Korrekt messen hilft allerdings nicht immer. An klimatischen Extremstandorten, etwa im hohen Norden oder im Gebirge, herrschen über weite Teile des Jahres Vereisungsbedingungen. Damit sich die Rotoren dennoch drehen und die Anlagen Strom erzeugen können, gibt es spezielle Heizsysteme für die Rotorblätter. Sie lassen den frostigen Belag direkt abschmelzen und zu Boden tröpfeln. Zum Einsatz kommen gigantische Heißluftgebläse im Innern der Rotorblätter oder spezielle Heizmatten, die direkt in die Flügel eingearbeitet sind. Doch solche Heizungen brauchen Unmengen an Strom. Geschickter sind da Oberflächen mit Lotuseffekt, die das Anhaften von Schnee und Eis verhindern. Die stecken allerdings noch im Forschungsstadium.

Den Wind richtig messen

Präzises Messen der aktuellen Wetterdaten ist auch an anderer Stelle von Bedeutung. Windenergieanlagen müssen stets analysieren, woher und wie stark der Wind bläst. Entsprechend werden die Gondel und die Rotorblätter ausgerichtet. In der Regel erhält die Anlagensteuerung Daten zum aktuellen Wind von einem sogenannten Anemometer, das auf der Gondel installiert ist. Da sich dieses Messinstrument jedoch hinter den Rotorblättern befindet, sind die Ergebnisse ungenau, schließlich nehmen die Blätter bereits Energie aus dem Wind.

Präziser sind Messinstrumente, die vor dem Rotor messen. Infrage kommen Ultraschall-Messgeräte, die direkt auf der Rotornabe installiert sind oder Lidar-Systeme, die sogar das auf die Anlage zuströmende Windfeld mit Laserstrahlen analysieren. Es gab sogar bereits Versuche, das Lidar-Signal zur Steuerung der Windkraftanlagen einzusetzen. Stürmt etwa eine starke Böe auf die Turbine zu, so drehen sich die Blätter aus dem Wind. Das minimiert potenzielle Schäden. Theoretisch können die Anlagen dann sogar mit weniger Sicherheitszuschlag gebaut werden. Im Klartext bedeutet das: Weniger Material gleich geringere Kosten.

Um geringeren Verschleiß geht es auch bei der strömungstechnischen Optimierung ganzer Windkraftparks. Turbinen in der ersten Reihe bekommen mehr Wind ab als Anlagen in den hinteren Reihen. Gleichzeitig erzeugen die vorderen Anlagen Turbulenzen, mit denen dann die weiter hinten stehenden Maschinen zu kämpfen haben. In der Luftfahrt verursachten Turbulenzen von vorausfliegenden Maschinen schon tödliche Unfälle. Ganz so schlimm ist es in der Windkraft zum Glück nicht, dennoch leiden die Maschinen unter den aggressiven Luftwirbeln. Inzwischen weiß man: Drosselt man die vorderen Turbinen, so kann der Gesamt-Output des Windparks gesteigert werden, weil die hinteren mehr guten Wind abbekommen. Das reduziert auch Schäden in den hinteren Reihen.

Durch verstärkte Medienberichterstattung das Bewusstsein für die Klimakrise schärfen: Das ist das Ziel einer Medieninitiative, die von der US-amerikanischen Columbia Journalism Review und The Nation gestartet und von vielen Medien aufgegriffen wurde, etwa dem britischen Guardian. Golem.de beteiligt sich und folgt dem Aufruf, eine Woche im September verstärkt über Klimathemen zu berichten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Dem Windrad auf den Zahn fühlen
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


Anzeige
Top-Angebote
  1. 34,99€/49,99€ (mit/ohne Spezialangebote)
  2. (u. a. Acer KG241P 144-Hz-Monitor für 159€)
  3. (aktuell u. a. Mushkin Pilot-E 2 TB für 219,90€ + Versand)
  4. (u. a. GTA 5 - Premium Online Edition für 12,99€ und Devil May Cry 5 für 20,99€)

Cavaron 28. Sep 2019 / Themenstart

Dann wäre die Aussage: Ok, Atomkraft wie wir sie bisher gemacht haben ist ein großes...

bombinho 24. Sep 2019 / Themenstart

Bisher war doch das Argument, dass der fruehere flaechige Baumbewuchs sehr viel mehr...

bombinho 24. Sep 2019 / Themenstart

Und dann sind die Dinger bei bewoelktem Himmel nicht einmal strahlend weiss sondern...

fabiausdemsüden 23. Sep 2019 / Themenstart

Ich hätte nicht vermutet, dass es da so viele Möglichkeiten gibt:)

schnedan 23. Sep 2019 / Themenstart

war mal im TV, da haben die einen Prototyp gebaut mit Strom zu Wasserstoff und...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Microsoft Surface Pro X - Hands on

Schon beim ersten Ausprobieren wird klar: Das Surface Pro X ist ein sehr gutes Beispiel für ARM-Geräte mit Windows 10. Viele Funktionen wirken durchdacht - die Preisvorstellung gehört nicht dazu.

Microsoft Surface Pro X - Hands on Video aufrufen
DSGVO: Kommunen verschlüsseln fast nur mit De-Mail
DSGVO
Kommunen verschlüsseln fast nur mit De-Mail

Die Kommunen tun sich weiter schwer mit der Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung. Manche verstehen unter Daten-Verschlüsselung einen abschließbaren Raum für Datenträger.
Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti

  1. Datenschmuggel US-Gericht schränkt Durchsuchungen elektronischer Geräte ein
  2. Digitale Versorgung Viel Kritik an zentraler Sammlung von Patientendaten
  3. Datenschutz Zahl der Behördenzugriffe auf Konten steigt

Amazon Echo Studio im Test: Homepod-Bezwinger begeistert auch als Fire-TV-Lautsprecher
Amazon Echo Studio im Test
Homepod-Bezwinger begeistert auch als Fire-TV-Lautsprecher

Mit dem Echo Studio bringt Amazon seinen teuersten Alexa-Lautsprecher auf den Markt. Dennoch ist er deutlich günstiger als Apples Homepod, liefert aber einen besseren Klang. Und das ist längst nicht alles.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Amazons Heimkino-Funktion Echo-Lautsprecher drahtlos mit Fire-TV-Geräten verbinden
  2. Echo Flex Amazons preiswertester Alexa-Lautsprecher
  3. Amazons Alexa-Lautsprecher Echo Dot hat ein LED-Display - Echo soll besser klingen

Social Engineering: Die Mitarbeiter sind unsere Verteidigung
Social Engineering
"Die Mitarbeiter sind unsere Verteidigung"

Prävention reicht nicht gegen Social Engineering und die derzeitigen Trainings sind nutzlos, sagt der Sophos-Sicherheitsexperte Chester Wisniewski. Seine Lösung: Mitarbeiter je nach Bedrohungslevel schulen - und so schneller sein als die Kriminellen.
Ein Interview von Moritz Tremmel

  1. Social Engineering Mit künstlicher Intelligenz 220.000 Euro erbeutet
  2. Social Engineering Die unterschätzte Gefahr

    •  /