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Energie: Stromprojekt zwischen Deutschland, Lettland und Litauen

Deutschland, Lettland und Litauen planen eine neue Ostsee-Stromleitung, die Windkraft grenzüberschreitend nutzbar machen soll.
/ Przemyslaw Szymanski , dpa
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Windkraftanlagen im Ostseeraum vor Norddeutschland (Symbolbild) (Bild: TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images)
Windkraftanlagen im Ostseeraum vor Norddeutschland (Symbolbild) Bild: TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images

Deutschland, Lettland und Litauen planen eine neue Stromleitung, die ihre Netze mit Windparks vor der Küste des Baltikums verbinden soll. Wie der deutsche Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz mitteilt(öffnet im neuen Fenster) , trägt das Vorhaben den Namen Baltic-German Power Link und soll gemeinsam mit den Netzbetreibern AST aus Lettland und Litgrid aus Litauen vorbereitet werden. Ein Umsetzungskonzept soll bis zum Herbst vorliegen.

Eine entsprechende Absichtserklärung hätten Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und ihre beiden Amtskollegen aus Litauen und Lettland am Rande eines Ministertreffens der Internationalen Energieagentur in Paris unterzeichnet, heißt es.

"Die baltischen Länder haben ein großes Potenzial, mehr Strom aus Windenergie an Land und auf dem Meer zu erzeugen, als sie zur Deckung ihres eigenen Bedarfs benötigen" , sagte 50Hertz-Chef Stefan Kapferer. "Dieses Projekt kann dazu beitragen, dass Deutschland Zugang zu günstiger Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erhält und die Strommärkte des Baltikums näher an den kontinentaleuropäischen Strommarkt mit seiner großen Liquidität heranrücken können."

Zusammenarbeit bei Windkraft auf See soll verstärkt werden

Nach bisherigen Studien und Vorplanungen besteht der Baltic-German Power Link aus einer rund 600 Kilometer langen Seekabelverbindung zwischen Deutschland und einem Anlandungspunkt entweder im Südwesten von Lettland oder im Nordwesten von Litauen.

Dort soll an Land ein Stromdrehkreuz errichtet werden, über das rund 2 Gigawatt Offshore-Windenergieleistung sowohl Richtung Deutschland als auch in die Höchstspannungsnetze an Land in Lettland und Litauen eingespeist werden könnten.

Das Vorhaben fügt sich in eine Reihe weiterer Projekte ein, mit denen die Anrainerstaaten der Ostsee ihre Energieinfrastruktur enger verzahnen wollen. Ende Januar trafen Deutschland und Dänemark eine Vereinbarung zur Bornholm Energy Island(öffnet im neuen Fenster) : Auf der dänischen Insel Bornholm soll ein Stromdrehkreuz entstehen, das Offshore-Windstrom aus der Ostsee nach Deutschland und Dänemark weiterleitet.

Geplant ist laut dem Bundesministerium für Wirtschaft außerdem eine zusätzliche Offshore-Windkapazität von insgesamt 3 Gigawatt. Die soll an Dänemark und Deutschland angeschlossen sein und kann rechnerisch Strom für rund drei Millionen Haushalte liefern.


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