Energie der Zukunft: Kernfusion auf gutem Weg zur praktischen Nutzung
Die Unternehmensberatung Arthur D. Little(öffnet im neuen Fenster) sieht die Kernfusion auf dem besten Weg zur Kommerzialisierung. Festgemacht wird dies an den immer weiter steigenden Investitionen von privater Seite, die im Jahr 2024 bei knapp 7 Milliarden Euro lagen.
Seit dem vorherigen Bericht der Beratungsagentur aus dem Jahr 2021 vervierfachte sich die Summe. Die Notwendigkeit dafür wird auf die Erkenntnis zurückgeführt, dass der Strombedarf weltweit erheblich steigen wird. Schließlich soll und muss die Energiegewinnung aus fossilen Quellen, insbesondere für Wärme und Mobilität, stark reduziert werden.
Vielversprechende Experimente
Außerdem fand 2022 an der National Ignition Facility(öffnet im neuen Fenster) in Livermore, Kalifornien, das erste Fusionsexperiment statt, bei dem ein Energieüberschuss erzielt werden konnte. Das galt zwar nicht über den gesamten Prozess hinweg, zeigt aber dennoch, dass die dort erforschte Trägheitsfusion vielversprechend ist.
Auch bei Reaktoren mit magnetischem Einschluss, realisiert in einem Tokamak oder Stellarator, sind Fortschritte bei der Plasmastabilität zu verzeichnen, die die Annahme einer baldigen Weiterentwicklung stärken.
Die ideale Energiequelle
Hinzu kommen Rahmenbedingungen, die die Investition in Kernfusion attraktiv und eine Kommerzialisierung trotz der technischen Hürden erstrebenswert machen. An erster Stelle ist die CO 2 -Neutralität zu nennen, die angesichts einer mittlerweile um 50 Prozent höheren Kohlenstoffdioxidkonzentration in der Atmosphäre seit Beginn der Industrialisierung in vielen Ländern angestrebt wird.
Dazu könnte ein solches Kraftwerk durchgehend Strom auf gleichbleibendem Niveau erzeugen. Auch wenn durch Neutronenbestrahlung radioaktive Abfallprodukte entstehen, fehlen langlebige Gammastrahler(öffnet im neuen Fenster) wie bei der Kernspaltung, die sich kaum einlagern oder gar beseitigen lassen. So gesehen vereint die Kernfusion alle Vorzüge in sich, die andere Energiequellen nur teilweise bieten können.
Investition in die Zukunft
Laut Arthur D. Little führt an der Kernfusion kein Weg vorbei. Um sie Realität werden zu lassen, seien aber noch einige Schritte umzusetzen.
Es bedürfte eines weltweiten Austauschs der einzelnen Forschungseinrichtungen, weiterer Investitionen in Forschung und Entwicklung, der Einbindung der Industrie, die später von günstigem Strom profitieren könnte, des Aufbaus von Infrastruktur für die Gewinnung von Deuterium und Tritium sowie einer besseren öffentlichen Kommunikation.
Dann sollte einem funktionierenden Kernfusionsreaktor, der tatsächlich Strom produziert, irgendwann nach 2040 nichts mehr im Weg stehen.
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