Energica: Sprachsteuerung beim Motorrad darf kein Nervenkitzel sein

Motorräder sollen mit Sprachsteuerung hipper werden. Der E-Motorrad-Hersteller Energica will die Ablenkung reduzieren, erreicht wird das Gegenteil.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Energica plant Spracherkennung und -steuerung fürs Motorrad.
Energica plant Spracherkennung und -steuerung fürs Motorrad. (Bild: Energica)

Autos mit Sprachsteuerung gibt es schon einige - sie hören beispielsweise auf "hey Mercedes" und "hallo ID", um dann die Sitzheizung anzuschalten, die Lüftung oder die Navigation zu aktivieren oder gar die nächste Ladesäule zu suchen. Nun soll diese Funktion auch ins Motorrad eingebaut werden - E-Motorrad-Hersteller Energica hat sich dazu mit Zubehörhersteller Cellularline und Systemintegrator Alascom aus Italien verbündet.

Stellenmarkt
  1. Netzwerkadministrator (m/w/d)
    Mainova AG, Frankfurt am Main
  2. Softwareentwickler - DSP (m/w/d)
    KACO new energy GmbH, Neckarsulm
Detailsuche

Die Kooperation zielt darauf ab, mit Hilfe der Cellularline-Kommunikationssysteme für Motorräder und einer Alascom-App auf einem Smartphone Funktionen des Motorrads per Sprachbefehl zu steuern. Der Fahrer soll mit einem Signalwort die Anfrage starten - das Motorrad antwortet per Bluetooth-Audio im Helm.

"Dank dieses innovativen Kommunikationsprotokolls kann der Fahrer einfach und ohne Ablenkung Informationen über sein Fahrzeug abrufen. Bei der Entwicklung dieses Projekts haben wir uns auf Branchenführer wie Cellularline und Alascom verlassen", so Giampiero Testoni, Technikchef von Energica. Unabhängig davon, was am Kommunikationsprotokoll so innovativ sein soll, verfolgt das Unternehmen den falschen Kurs, wie sein Partner Alascom unfreiwillig aufzeigt: "Alascom nutzt künstliche Intelligenz, um einen Sprachassistenten für das Energica-Bike zu entwickeln, der den Nervenkitzel des Fahrers steigert, mit intuitiven Sprachbefehlen, um die wesentlichen Funktionen des Motorrads zu überprüfen und zu steuern".

Kein Motorradfahrer braucht den Nervenkitzel durch eine Sprachsteuerung seines Bikes. Es ist bekannt, wie schlecht Spracherkennung und Sprachsteuerung im Zweifelsfall funktionieren, selbst wenn sie von Firmen wie Apple oder Google jahrelang optimiert wurden. Sich darauf zu verlassen, dass auf Zuruf auch wirklich beispielsweise die Traktionskontrolle auf das gewünschte Level eingestellt wird, ist mutig.

"Motorrad, schalte das ABS ein"

Golem Karrierewelt
  1. CEH Certified Ethical Hacker v12: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    05.-09.12.2022, Virtuell
  2. Adobe Premiere Pro Grundkurs: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    19./20.01.2023, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Wichtige Informationen holt sich der Motorradfahrer mit einem kurzen Blick auf das passende Instrument viel schneller als mit einer sorgsam formulierten Sprachabfrage, bei der dann auch noch das Ergebnis vorgelesen und verstanden werden muss. Also genau das Gegenteil von dem, was Giampiero Testoni, Technikchef von Energica, mit den Worten "Der Fahrer kann ohne Ablenkung Informationen über sein Fahrzeug erhalten" verspricht.

Es handelt sich um ein Paradebeispiel, das zeigt, was passieren kann, wenn die Marketingabteilung die Produktentwicklung bestimmt, ohne dass die Interessen oder gar die Erfahrungen der Kunden mit einfließen.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Programmierung
Softwareentwicklung ist sehr subjektiv

Viele Programmierer haben ihre eigene Best Practice beim Entwickeln von Software und befolgen sie sehr strikt. Hier wäre mehr Offenheit angebracht.
Ein IMHO von Vadim Kravcenko

Programmierung: Softwareentwicklung ist sehr subjektiv
Artikel
  1. Urheberrechtsverletzung: US-Marine muss Strafe an deutsche Firma bezahlen
    Urheberrechtsverletzung
    US-Marine muss Strafe an deutsche Firma bezahlen

    Noch während der Lizenzverhandlungen installierte die US-Marine eine Software auf über 500.000 Rechnern. Sechs Jahre später muss sie dafür bezahlen.

  2. Telefónica-Chef: Zahl der DVB-T2-Nutzer sinkt jedes Jahr
    Telefónica-Chef
    Zahl der DVB-T2-Nutzer "sinkt jedes Jahr"

    Telefónica-Chef will weiter mehr Frequenzen für den Mobilfunk. Die Zahl der DVB-T2-Zuschauer sinke und liege nur noch im einstelligen Prozentbereich.

  3. Strom: Wie wahrscheinlich ist ein Blackout?
    Strom
    Wie wahrscheinlich ist ein Blackout?

    "Blackout" könnte das Wort des Jahres werden, so viel wird davon gesprochen. Wir klären, ob Deutschland in diesem Winter wirklich seinen ersten derart verheerenden Stromausfall erleben könnte.
    Eine Analyse von Gerd Mischler

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 jetzt bestellbar • LG OLED TV (2022) 55" 120Hz 949€ • Mindstar: Geforce RTX 4080 1.449€ • Tiefstpreise: G.Skill 32GB Kitt DDR5-7200 • 351,99€ Crucial SSD 4TB 319€, HTC Vive Pro 2 659€ • Samsung Cyber Week • Top-TVs (2022) LG & Samsung über 40% günstiger [Werbung]
    •  /