Ender-5 Pro: Zwischen Lust und Frust mit meinem ersten 3D-Drucker

Einfach auspacken und los: Das ist beim Hobby 3D-Druck anfangs nicht drin. Der Weg bis zum ersten Druck ist nämlich ein Abenteuer.

Ein Erfahrungsbericht von veröffentlicht am
Zusammengebaut ist ein Ender-5 Pro recht schnell.
Zusammengebaut ist ein Ender-5 Pro recht schnell. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)

Ob Deko-Elemente für ein neues Case-Modding-Projekt, Bäume und Türen für noch spaßigere Gloomhaven-Partien, Gehäuse für den Raspberry Pi oder selbstentwickelte Zahnräder für skurrile Apparate: 3D-Drucker machen solche Vorhaben wesentlich einfacher, dachte ich mir. Daher hatte ich schon lange mit mir über den Kauf eines Druckers gerungen und Argumente abgewogen: Brauche ich das wirklich? Ist das nicht viel Arbeit? Kann ich das Geld nicht in eine neue Gitarre stecken?

Inhalt:
  1. Ender-5 Pro: Zwischen Lust und Frust mit meinem ersten 3D-Drucker
  2. Verstopfte Düsen und Kalibrierungsfrust
  3. Ultimaker Cura schafft Abhilfe

Am Ende bin ich einmal mehr schwach geworden, nachdem der chinesische Hersteller Creality3D den Ender-5 Pro für 350 Euro anbot. Einen Klick auf den Bestellen-Knopf und etwa zwei Wochen später kam das Paket bei mir zu Hause an. Dabei wurde eine Hürde in meinem Kopf bereits überwunden, denn den Selbstaufbau hätte ich mir komplizierter vorgestellt.

Erste Erfolgserlebnisse beim Aufbau

Der 3D-Drucker wird bereits in einigen vormontierten Teilen geliefert. Es ist etwa nicht notwendig, das Druckbett, den Extruder oder den Microcontroller samt Display zusammenzubauen. Eine relativ gut verständliche Bauanleitung und das passende Werkzeug für die Schraubarbeiten sind ebenfalls inbegriffen - alles verpackt zwischen weichen Schaumstoffpolstern.

Dann gilt es, die diversen Aluminiumstangen zusammenzustecken und die bereits vormarkierten Steckverbinder für die Achsmotoren, die Abstandstaster, das Mainboard und andere Teile zusammenzufügen. Falsch machen konnte ich hier eigentlich nichts. Allerdings sieht der finale Bau noch etwas improvisiert aus, da ich mir zunächst keine Gedanken über die Kabelführung gemacht habe. So hängt etwa das zur Düse führende Flachbandkabel lose in der Luft. Zumindest funktioniert nach einem ersten kurzen Test alles.

  • Octoprint führt durch einen leicht verständlichen Installationsprozess.  (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Octoprint führt durch einen leicht verständlichen Installationsprozess.  (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Im Webinterface werden Daten des Druckers angezeigt, etwa die Temperatur. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Auch sind die einzelnen Schichten in Gcode sichtbar. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Die Eigenschaften unseres Druckers sollten wir zuvor einstellen. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Das Interface lässt sich auch online einbinden. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Der integrierte Slicer wird nicht mehr unterstützt.
  • Stattdessen nutze ich dafür Ultimaker Cura, das auch übersichtlicher ist. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Die Software kann auch diverse Schichten anzeigen. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Cura kann per Plugin mit Octoprint kommunizieren. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Zusammengebaut ist ein 3D-Drucker relativ schnell. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Durch das eingerichtete Webinterface nutze ich den Kontrollbildschirm kaum noch. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Die Kalibrierung des Bettes ist mühselig. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Derzeit hängen die Kabel noch lose herum. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Auf meinem alten Raspberry Pi 3 läuft der Octoprint-Server. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Die Taster begrenzen die Bewegung des Druckkopfes. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Der Druckkopf war zunächst verstopft. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Durch den Stepper-Motor des Extruders wird das Filament eingezogen. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Das Filament hängt an der Seite in der Spule. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Der Ender-5 Pro steht zunächst in der Ecke eines Raumes. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
Der Ender-5 Pro steht zunächst in der Ecke eines Raumes. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
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Doch nach dem Aufbauen einfach loszulegen, klappt nicht. Viel Vorbereitung ist nötig, damit ich überhaupt gute Druckergebnisse erziele. Daher gilt es zunächst, das Druckbett zu kalibrieren. Der Ender-5 Pro hat keine automatisierte Funktion, die das erledigt. Stattdessen schiebe ich den Druckkopf vorsichtig per Hand in die vier Ecken des Bettes. Mit den vier großen Einstellschrauben darunter kann ich die Neigung und Höhe einstellen. Die Kalibrierung ist fertig, wenn in allen vier Ecken ein Blatt Papier gerade so zwischen das Druckbett und die Druckdüse passt.

Creality3D Ender-5 Pro 3D-Drucker mit geräuscharmem Mainboard vorinstalliert, Steinbock, Metall-Exruder, 220 x 220 x 300 mm Bauvolumen, abnehmbare Plattform, Dual-Y-Achse, modulares Design

Beim Kalibrieren am Rad drehen

Der Ender-5 hat auch in der Pro-Version keine automatische Kalibrierungsfunktion, was diesen Prozess für mich etwas frustrierend gestaltet. Zunächst muss ich allerdings ein anderes Problem lösen, das weniger offensichtlich erschien: Aus der Düse kam nicht einmal Filament heraus und der Stepper-Motor, der das PLA durch eine Röhre in den Extruder schieben soll, blockierte.

Zuerst denke ich, dass die Verkabelung des Motors falsch sei und sich dieser daher in die falsche Richtung drehte. Ich drehe die Kabel am Anschluss daher um, was auch die Rotationsrichtung des Motors umkehrt. Übrigens scheint dies tatsächlich ein nicht seltenes Problem bei 3D-Druckern zu sein.

Beim Ender-5 Pro kann die Rotationsrichtung auch per Firmware-Update und Ändern eines Wertes in der Konfigurationsdatei durchgeführt werden. Das erfordert allerdings einen Arduino Uno, der den Bootloader für das Flashen der auf Marlin basierenden Software per USB-Verbindung bereitstellt. Diesen habe ich zum Zeitpunkt der Installation nicht dabei.

Das ist im Nachhinein auch gut so, denn ein falsch eingestellter Motor war hier nicht das Problem.

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Verstopfte Düsen und Kalibrierungsfrust 
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wwbusch 25. Aug 2020

Ich weiss ja nicht, aber hab letzte Woche meinen ersten 3d Drucker gekauft (Flashforge...

wo.ist.der... 19. Aug 2020

Bei einem lohnt sich die Investition erst Recht, weil man dadurch erst Recht Zeit und...

Veychta 17. Aug 2020

Nach 6 Jahren in einem akkreditierten Kal-Labor und den entsprechenden Kundenfragen dazu...

Vainsniper 17. Aug 2020

Öhm, ist das so? Wenn ich mir amfg*ai/2020/01/14/40-3d-printing-industry-stats-you-should...

derKlaus 16. Aug 2020

Das kann ich so unterschreiben. Ich hab keinen Ender (Prusa MK3S), was mir das Teil...



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