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Ende der Nexperia-Chipkrise: Deutsche Automobilindustrie wird wieder mit Chips beliefert

Die Nexperia-Chipkrise in der Automobilindustrie neigt sich dem Ende. Die Politik arbeitet weiter an langfristigen Lösungen.
/ Ingo Pakalski
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Deutsche Automobilindustrie wird wieder mit Nexperia-Chips beliefert (Bild: Nicolas Economou via Reuters Connect)
Deutsche Automobilindustrie wird wieder mit Nexperia-Chips beliefert Bild: Nicolas Economou via Reuters Connect

Die Europäische Kommission hat in der Nexperia-Chipkrise nach eigenen Angaben eine Einigung mit dem chinesischen Handelsministerium erzielt. Ab sofort werde die deutsche Automobilindustrie wieder mit Nexperia-Bauteilen beliefert, heißt es in einer Mitteilung(öffnet im neuen Fenster) von EU-Handelskommissar Maros Sefcovic.

Das wurde möglich, weil die Ausfuhr von Chips des Unternehmens mit sofortiger Wirkung nicht mehr den chinesischen Genehmigungsvorschriften unterliegt, sofern die Bauteile für nichtmilitärische Zwecke in der EU verwendet werden. Dadurch soll die Unterbrechung von Halbleitern vorbei sein, die vor allem in der Automobilindustrie zu Produktionsausfällen führte.

China hatte zuvor Exportkontrollen eingeführt; Ende Oktober 2025 stoppte der niederländische Chiphersteller Nexperia daher die Belieferung von Wafern an seine chinesischen Niederlassungen . Damit wurde die Krise in der Lieferkette weiter verschärft.

Unternehmen müssen Einsatz für zivile Zwecke bestätigen

"Mein Team und ich standen in ständigem Kontakt mit den chinesischen Behörden und begrüßen die heutige Bestätigung des Mofcom (chinesisches Handelsministerium) gegenüber der Europäischen Kommission hinsichtlich der weiteren Vereinfachung der Ausfuhrverfahren für Chips der nächsten Generation, die für Kunden in der EU und weltweit bestimmt sind" , so Sefcovic.

"Das Mofcom wird jedem Exporteur Ausnahmen von den Lizenzanforderungen gewähren, sofern erklärt wird, dass die Waren für zivile Zwecke bestimmt sind" , erläutert der EU-Handelskommissar die Einigung. Die EU-Kommission wolle die enge Zusammenarbeit mit den chinesischen und niederländischen Behörden weiter fortsetzen.

EU-Kommission will eine andauernde Stabilisierung erreichen

Ziel sei es, auf einen "dauerhaften, stabilen und vorhersehbaren Rahmen" hinzuarbeiten, um "die vollständige Wiederherstellung der Halbleiterströme" zu erreichen.

Hintergrund der Lieferprobleme ist die Entscheidung der niederländischen Regierung vom 30. September 2025, Nexperia wegen Bedenken gegenüber der chinesischen Muttergesellschaft Wingtech unter staatliche Kontrolle zu stellen . Als Reaktion hatte Peking Exportbeschränkungen für bestimmte Nexperia-Chips verhängt. Etwa 70 Prozent der Chips des Unternehmens werden in China verarbeitet und getestet, die für die Automobilherstellung von entscheidender Bedeutung sind.


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