Encrypted Media Extensions: DRM im Firefox kommt von Adobe

Um die Encrypted Media Extensions (EME) und damit DRM in HTML5 umzusetzen, will Mozilla künftig ein Plugin von Adobe verwenden. Das soll in einer Sandbox mit eingeschränkten Rechten laufen.

Artikel veröffentlicht am ,
Das DRM im Firefox wird auf ein Adobe-Plugin ausgelagert.
Das DRM im Firefox wird auf ein Adobe-Plugin ausgelagert. (Bild: Mozilla - CC-BY-SA 3.0)

Auf Bestreben diverser Medienkonzerne hat das W3C die Encrypted Media Extensions (EME) ersonnen. Diese spezifizieren eine Javascript-API, mit der sich Content Decryption Modules (CDM), also die eigentliche DRM-Technik, umsetzen lassen. Für Firefox arbeitet Mozilla mit Adobe zusammen, das das CDM-Plugin bereitstellen wird, wie Mozilla-Technik-Chef Andreas Gal bekannt gab.

  • Schema des geplanten CDM-Plugins im Firefox (Bild:Mozilla - CC-BY-SA 3.0)
Schema des geplanten CDM-Plugins im Firefox (Bild:Mozilla - CC-BY-SA 3.0)
Stellenmarkt
  1. Manager Testautomation (m/w/d)
    Techniker Krankenkasse, Hamburg
  2. Specialist Network Deployment (m/w/d)
    Vodafone GmbH, Nürnberg, Unterföhring
Detailsuche

Die DRM-Technik in HTML5 ist von vielen kritisiert worden, allen voran Mozilla selbst. Doch die Firefox-Macher sehen letztlich keine andere Möglichkeit, als dem Druck der Industrie nachzugeben, um so nicht Marktanteile an andere Browser-Hersteller zu verlieren. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) sieht das, wie zu erwarten, deutlich anders.

Adobe-Plugin in Sandbox

Mit der Umsetzung der EME, die zuerst in der Desktop-Version erscheinen soll, verfolgt Firefox das Ziel, seinen Nutzern möglichst viel Kontrolle und Transparenz zu erhalten. Soweit das mit dem proprietären CDM-Modul möglich sei. Das von Adobe bereitgestellte Plugin wird nicht direkt im Firefox ausgeführt. Vielmehr soll es in einer Sandbox laufen, wodurch das Modul weder auf die Festplatte noch auf das Netzwerk zugreifen kann. Diese Sandbox soll die einzige Möglichkeit werden, über die das Plugin mit dem Browser kommuniziert.

Die Anbindung eines Inhalts an ein einzelnes Gerät wird das Plugin auch nicht selbst übernehmen. Stattdessen soll die Sandbox dem CDM eine eindeutige Gerätekennung zur Verfügung stellen. Darüber hinaus möchte Mozilla diese Kennung für jede Webseite neu erstellen, was es erschweren soll, Nutzer Dienste-übergreifend zu tracken.

Golem Akademie
  1. Kotlin für Java-Entwickler: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    14.–15. Oktober 2021, Virtuell
  2. Azure und AWS Cloudnutzung absichern: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    17.–18. März 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Sandbox wird als Open Source verfügbar sein und Mozilla lädt die Medienindustrie dazu ein, den Code zu auditieren. Das Entwicklerteam arbeitet darüber hinaus an deterministischen Builds, so soll es Nutzern möglich werden, die Sandbox selbst zu kompilieren.

Wie bei allen Plugins bisher auch, soll das CDM nicht direkt mit dem Firefox ausgeliefert, sondern von Adobe zum Download angeboten werden. Erst wenn Nutzer das Plugin benötigten, wird dies auch installiert. Damit unterscheidet sich das Verhalten zumindest theoretisch nicht vom derzeitigen Umgang etwa mit dem Flash Player oder Silverlight.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


robinx999 16. Mai 2014

Das das eigentlich DRM Modul nicht Opensource ist das ist ja klar, das Problem wäre...

chrulri 15. Mai 2014

Dann wirds Youtube immer noch geben, keine Sorge.

robinx999 15. Mai 2014

Was ich zumindest hoffe, denn man denke nur daran das Netflix mitlerweile auch über das...

Anonymer Nutzer 15. Mai 2014

"Mozilla's DRM code, imported from Adobe as a closed-source binary, will sit in a...

MarioWario 15. Mai 2014

wenn es so weiter geht mit den Browsern, dann wird bei mir nur noch auf Firefox gesetzt...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Bitcoin und Co.
Kryptowährungen stürzen ab

Bitcoin, Ether und andere Kryptowährungen haben ein schlechtes Wochenende hinter sich. Bitcoin liegt fast 20 Prozent unter dem Wert der Vorwoche.

Bitcoin und Co.: Kryptowährungen stürzen ab
Artikel
  1. Virtueller Netzbetreiber: Lycamobile ist in Deutschland insolvent
    Virtueller Netzbetreiber
    Lycamobile ist in Deutschland insolvent

    Lycamobile im Netz von Vodafone ist pleite. Der Versuch, über eine Tochter in Irland keine Umsatzsteuer in Deutschland zu zahlen, ist gescheitert.

  2. Arbeiten bei SAP: Nur die Gassi-App geht grad nicht
    Arbeiten bei SAP
    Nur die Gassi-App geht grad nicht

    SAP bietet seinen Mitarbeitern einiges. Manchen mag das zu viel sein, aber die geringe Fluktuation spricht für das Softwareunternehmen.
    Von Elke Wittich

  3. VATM: Telekommunikationsverband will Bundesnetzagentur aufspalten
    VATM
    Telekommunikationsverband will Bundesnetzagentur aufspalten

    Die beiden großen Telekommunikationsverbände VATM und Breko sind hinsichtlich einer Spaltung der Bundesnetzagentur gespalten.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Bosch Professional Werkzeug und Zubehör • Corsair Virtuoso RGB Wireless Gaming-Headset 187,03€ • Noiseblocker NB-e-Loop X B14-P ARGB 24,90€ • ViewSonic VX2718-2KPC-MHD (WQHD, 165 Hz) 229€ • Alternate (u. a. Patriot Viper VPN100 2 TB SSD 191,90€) [Werbung]
    •  /