EnBW-Manager Sillober: "Wir halten Plug & Charge für over-engineered"

Im Ruhrgebiet hat EnBW gerade seinen größten Schnellladepark eröffnet. Doch zwei Dinge gefährden den weiteren Netzausausbau, warnt Manager Sillober.

Ein Interview von Franz W. Rother/Edison veröffentlicht am
EnBW betreibt bereits ein dichtes Schnellladenetz in Deutschland.
EnBW betreibt bereits ein dichtes Schnellladenetz in Deutschland. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Mitte Dezember hat der Energieversorger und E-Mobility-Provider EnBW in der Nähe des Kamener Autobahnkreuzes einen der größten Schnellladeparks für Elektroautos in Deutschland eröffnet. Timo Sillober leitet bei der EnBW den Geschäftsbereich E-Mobility. Dieser ist heute schon Betreiber des größten Ladenetzes für Elektroautos in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit aktuell über 600 Standorten. Bis 2025 soll das EnBW HyperNetz auf 2.500 Standorte anwachsen. Der Hyper-Hub in Kamen ist da ein wichtiger Meilenstein - und dessen Inbetriebnahme für Sillober ein Anlass für eine Positionsbestimmung.

Edison: Herr Sillober, Sie haben dieser Tage in Kamen einen Hyper-Hub eröffnet. Wo fängt eigentlich ein Hyper-Hub an, wo hört ein Ladepark auf?

Timo Sillober: Ein Schnellladepark hat für uns mindestens acht Ladepunkte mit bis zu 300 Kilowatt Ladeleistung. Von diesen Parks betreibt die EnBW derzeit 50 in Deutschland, oder hat sie kurz vor der Fertigstellung. Bei den HyperHubs ganz unterschiedlicher Größe sind das inzwischen 15 bis 20, ein Teil davon mit, ein Teil ohne Solardach. Denn die Dächer werden uns aus städtebaulichen und anderen Gründen nicht überall genehmigt.

Edison: Aber solche HyperHubs zeigen schon die generelle Richtung auf - nicht nur einfach Strom zu liefern, sondern auch mehr Ladekomfort und regelrechte Ladeerlebnisse zu offerieren?

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Sillober: Absolut. Das zeigen die Nutzungszahlen und das hören wir von unseren Kunden: Sie schätzen die Ladeparks mehr als einzelne Schnellladesäulen. Weil sie einerseits raus wollen aus den dunklen Ecken einer Autobahnraststätte. Und weil sie sich bei einem Ladepark sicherer sind, einen freien Ladeplatz für das Elektroauto zu finden. Wir bieten in Kamen eine automatisch selbstreinigende Toilette, ein kostenloses WLAN-Netz - das geht natürlich nur bei einer gewissen Mindestgröße der Anlage. In Kamen haben wir auch schon Vorkehrungen getroffen, um einen Foodtruck oder einen Kiosk aufstellen zu können, sobald sich das aufgrund hoher Nutzerzahlen rechnet.

Edison: Die Investitionen in solche Anlagen werden also immer größer?

Sillober: Ja, aber die Investitionen rechnen sich wiederum ab einer gewissen Zahl von Ladeplätzen. Die Grenzkosten sind in einem Ladepark deutlich niedriger als bei einem einzelnen Ladeplatz.

Edison: Was kostet der HyperHub in Kamen in etwa?

Sillober: Wir haben da einen mittleren einstelligen Millionenbetrag investiert. Die Kosten hängen immer auch von der vorhandenen Netz-Infrastruktur und den Anschlusskosten ab. Da gibt es große Unterschiede, abhängig davon, wie viel der Netzbetreiber selbst in den Ausbau seines Mittelspannungs-Rings investieren muss.

Edison: Und Sie gehen davon aus, dass sich der HyperHub schon bald rechnen wird - mit der rasant wachsenden Zahl von Elektroautos und Lade-Sessions?

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Investitionen könnten sich schon ab 2025 rechnen 
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Lehmmanbnhb 30. Dez 2021

Gar nicht so einfach, die Preisstrukturen für Rauchwaren der Qualität "Schwarzer...

sixteen 27. Dez 2021

Also wenn sich die Vertragsgestaltung und vielleicht auch der dazugehörige Service in...

AllDayPiano 26. Dez 2021

Letztere Aussage bezweifle ich. Abgesehen davon: wenn ein Konkurrent es billiger kann...

bifi 26. Dez 2021

Vermutlich weil es sicher ist? PnC läuft über kryptographische Zertifikate...



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