En-Vision: Die Esa will zur Venus fliegen
Die europäische Raumfahrtbehörde Esa hat am 25. Januar 2024(öffnet im neuen Fenster) die Genehmigung ihrer Venus-Mission En-Vision bekannt gegeben. "Seit der Auswahl der Mission im Jahr 2021 sind wir von allgemeinen wissenschaftlichen Zielen zu einem konkreten Missionsplan übergegangen" , teilte der Leiter der Studie, Thomas Voirin, mit.
Die Venus gehöre zu den "wohl am wenigsten verstandenen terrestrischen Planeten des Sonnensystems" . In Masse und Größe sind Erde und Venus fast identisch. Letztere hat von allen Gesteinsplaneten in unserem Sonnensystem jedoch die dichteste Atmosphäre.
Die Venus wird wieder untersucht
Zudem ist der Planet komplett von einer dicken Wolkendecke bedeckt. Diese besteht hauptsächlich aus Schwefelsäure. Diverse Forschungsteams analysierten in den vergangenen Jahren die Bedingungen in den Venuswolken. Eine Forschungsgruppe des MIT untersuchte, ob Aminosäuren in den Schwefelwolken bestehen könnten. Ein deutsches Team wies jüngst Sauerstoff auf der Tagesseite des Planeten nach .
Vor mehr als 51 Jahren landete zuletzt die sowjetische Venera-8-Mission erfolgreich auf der Venusoberfläche. Nach 50 Minuten und elf Sekunden zerstörte die extreme Umgebung die Messgeräte der Landefähre. Die Oberfläche der Venus ist im Durchschnitt 464 Grad Celsius heiß. Der Luftdruck ist 92-mal höher als auf der Erdoberfläche. Die Erforschung der Venus ist damit kompliziert.
En-Vision und die Ziele
Mit der En-Vision-Mission will die Esa neue Erkenntnisse über die Geschichte, die geologische Aktivität und das Klima der Venus gewinnen. Dafür untersucht die Sonde den Planeten von seinem inneren Kern bis zur äußeren Atmosphäre – und das mit einer "noch nie dagewesenen Genauigkeit" , erklärte Projektwissenschaftlerin Anne Grete Straume-Lindner.
Mit dem Weltraumprojekt soll herausgefunden werden, wie Plattentektonik, Asteroideneinschläge und Vulkanaktivitäten die Planetenoberfläche geformt haben. Dabei geht es auch um die Dicke des Venuskerns, des Venusmantels und der Kruste. Der gesamte Planet soll als System betrachtet werden.
Außerdem will die Esa-Forschungsgruppe wissen, wie geologisch aktiv der Planet heute noch ist. Es würden mehrere Messverfahren eingesetzt, "um nach Signaturen von aktivem Vulkanismus an der Oberfläche und in der Atmosphäre zu suchen" , sagte Straume-Lindner.
Drei verschiedene Spektrometer werden die Beschaffenheit der Oberfläche und der Atmosphäre untersuchen. Die innere Struktur des Planeten und die Eigenschaften der Atmosphäre werden mit Radiowellen analysiert. Mit dem Vensar-Radarinstrument wird die Oberfläche mit einer Auflösung von bis zu zehn Metern kartiert. So kann etwa die Oberflächentextur bestimmt werden. Mit einem weiteren Radargerät wird direkt unter die Oberfläche geschaut.
Weitere Missionen sollen zur Venus aufbrechen
Dabei ist En-Vision nicht die einzige Venus-Mission in den kommenden Jahren. Auch die indische Raumfahrtagentur Isro plant, zur Venus zu fliegen . Die US-Raumfahrtbehörde Nasa arbeitet an einer Flotte von Ballonen mit Seismometern . Das private Raumfahrtunternehmen Rocket Lab will die erste kommerzielle Venus-Mission(öffnet im neuen Fenster) entsenden.
En-Vision soll im Jahr 2031 mit einer Ariane-6-Rakete starten. Es wird die zweite europäische Mission zur Venus sein. Die Venus-Express-Mission der Esa fand zwischen 2005 und 2014 statt. Dabei konzentrierte man sich auf die Atmosphäre des Planeten. Es wurde aber auch ein möglicher vulkanischer Hotspot auf der Oberfläche entdeckt. Die anstehenden Missionen werden somit das Wissen um den Morgen- und Abendstern der Erde erweitern.
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