Emulator als PNaCl: Der Amiga im Browser

Das Unternehmen Cloanto(öffnet im neuen Fenster) hat sein Emulatorpaket Amiga Forever für Googles Portable Native Client ( PNaCl(öffnet im neuen Fenster) ) bereitgestellt. Im Browser Chrome 31 kann somit ein virtueller Amiga durch den Aufruf der Projektseite(öffnet im neuen Fenster) gestartet werden. Dabei ist jedoch etwas Geduld gefragt, weil PNaCl von den Google-Servern die entsprechenden C-Programme abruft und in den nativen Code für die Plattform übersetzt , auf welcher der Browser läuft.
Nach dem Start zeigt der Emulator die Benutzeroberfläche Workbench des Amiga an, über die sich die ersten, vom Amiga-Hersteller Commodore selbst erstellten Demos starten lassen. Sie waren in den ersten Jahren nach der Vorstellung des Homecomputers 1985(öffnet im neuen Fenster) beeindruckend. Vor allem Hobbyprogrammierer und Spieleentwickler kitzelten später aber noch viel spektakulärere Grafik- und Soundeffekte aus den 68000-CPUs und den Coprozessoren des Amiga.
Solche Produktionen, die meist als direkt bootfähige Disketten in Umlauf kamen - die Workbench spielte dabei keine Rolle -, sind inzwischen in großer Zahl als ADF-Dateien im Web zu finden. Dabei handelt es sich um Image-Dateien der nur 880 KByte großen Amiga-Disketten, die in einem proprietären Format beschrieben werden mussten. Daher ist es nicht ohne weiteres möglich, die echten Disketten mit PC-Laufwerken zu nutzen.
Die ADFs kann der Chrome-Emulator in der freien Version aber nicht verwenden; dazu muss für 74 Cent im Chrome-Store das Plugin Amiga Forever Essentials erworben werden. Darin sind die Basis-Betriebssysteme namens Kickstart (grob vergleichbar mit einem Bios) in den Versionen 1.2, 1.3 und 2.04 enthalten. Die beiden ersteren Versionen sind für die meisten Spiele und Demos ausreichend, Kickstart 2.04 ist für die neueren Workbench-Versionen ab 2.0 erforderlich, die viele spätere Anwendungsprogramme voraussetzten.