Emotet: Die Schadsoftware Trickbot warnt vor sich selbst

Mit einer kryptischen Warnmeldung im Browser weist die Schadsoftware auf die soeben gestohlenen Passwörter hin.

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Trickbot: erst Passwörter stehlen, dann warnen.
Trickbot: erst Passwörter stehlen, dann warnen. (Bild: Markus Spiske/Unsplash)

Eine Warnmeldung poppt im Browser auf: Es sei an der Zeit, sich Sorgen zu machen und den Systemadministrator zu kontaktieren, heißt es dort. Die Warnmeldung wird von der Schadsoftware Trickbot angezeigt, die damit ironischerweise vor sich selbst warnt, wie die Sicherheitsfirma Advanced Intelligence bei einer Analyse der Schadsoftware in einer Sandbox herausgefunden hat. Auch auf Reddit wird von der Fehlermeldung berichtet.

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Trickbot hat es auf Zugangs- und Bankdaten auf den befallenen Systemen abgesehen und liest beispielsweise die im Browser gespeicherten Passwörter aus oder versucht, den Betroffenen aktiv Banking-Zugangsdaten zu entlocken. Auch auf OpenSSH-Schlüssel und Active-Directory-Zugänge hat es die Schadsoftware abgesehen, um sich mit ihnen weiterzuverbreiten.

Für die verschiedenen Aufgaben verwendet die Schadsoftware verschiedene Module wie Grabber.dll, das für das Auslesen der Passwörter und Cookies aus Chrome, Firefox oder Edge zuständig ist. In der von Advanced Intelligence analysierten Trickbot-Version zeigt das Modul die entsprechende Warnung im Standardbrowser an. Die Sicherheitsfirma vermutet, dass die Gruppe hinter Trickbot versehentlich eine Testversion des Moduls veröffentlicht hat, die die entsprechende Warnung ausspielt:

"Warnung: Sie sehen diese Meldung, weil ein Programm namens Grabber einige Informationen von Ihrem Computer gesammelt hat. Wenn Sie nicht wissen, was passiert, ist es an der Zeit, sich Sorgen zu machen. Bitte fragen Sie Ihren Systemadministrator nach Einzelheiten."

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Betroffene, bei denen die Warnmeldung im Browser erscheint, sollten ihren Rechner sofort vom Netz trennen, nach der Schadsoftware suchen und alle ihre im Browser hinterlegten oder verwendeten Passwörter ändern - letzteres auf einem anderen Rechner oder Smartphone. Anschließend sollten sie versuchen, die Schadsoftware von ihrem Rechner zu entfernen oder den Rechner neu aufzusetzen, auch andere Geräte im lokalen Netzwerk könnten bereits betroffen sein.

Trickbot verbreitet sich häufig über Anhänge und Links in E-Mails oder kommt im Huckepack der Schadsoftware Emotet, die erst einen Passwortstehler wie Trickbot und später eine Ransomware wie Ryuk auf den befallenen Systemen installiert. Forensiker entdeckten die Schadsoftware beispielsweise auf den Rechnern des Berliner Kammergerichtes, das nach einem Emotet-Befall für Monate komplett arbeitsunfähig war und bis heute mit den Folgen des Angriffs zu kämpfen hat. Laut den Forensikern waren dort mehrere Module der Schadsoftware aktiv, die es vornehmlich auf die im Browser gespeicherten Passwörter abgesehen hatten - damals jedoch ganz ohne Warnung.

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