Emmanuel Macron: Hackerangriff auf französischen Präsidentschaftskandidaten

Vor dem Finale der Präsidentschaftswahl in Frankreich sorgt ein Datenleck für Aufregung: Dokumente aus dem Wahlkampfteam des Favoriten Macron gelangten an die Öffentlichkeit. Der Fall dürfte bei einigen Erinnerungen an den US-Wahlkampf 2016 wecken.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Der französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron
Der französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron (Bild: Aurelien Meunier/Getty Images)

Der Favorit im Wahlduell um die französische Präsidentschaft, Emmanuel Macron, ist zum Ziel eines Hackerangriffs geworden. Unmittelbar vor der finalen Abstimmung am 7. Mai 2017 gelangten Tausende Dokumente seiner Mitarbeiter ins Internet. Macrons Bewegung "En Marche!" spricht von einer "massiven und koordinierten" Attacke.

E-Mails, Verträge und interne Dokumente geleakt

Stellenmarkt
  1. Mathematiker in der iGaming Branche (w/m/d)
    Gamomat Development GmbH, Berlin
  2. IT-Administrator (m/w/d)
    BSS IT GmbH, Nürnberg
Detailsuche

Es seien schon vor Wochen erbeutete E-Mails, Verträge sowie andere interne Dokumente eingestellt worden. Nach Angaben der Enthüllungsplattform Wikileaks, die das Material verlinkte, beträgt der Umfang rund neun Gigabyte. Es handelt sich um Zehntausende Dokumente. Wer hinter dem Cyberangriff steckt, ist bisher unklar.

Die Umgebung Macrons schaltete die Nationale Kommission zur Kontrolle des Wahlkampfs (CNCCEP) ein, die in der Nacht zum 6. Mai 2017 ebenfalls von einem Computerangriff sprach. Sie warnte Medien davor, über Inhalte aus den Unterlagen zu berichten. Ein Teil sei wahrscheinlich gefälscht, und die Verbreitung unwahrer Informationen könne strafrechtlich verfolgt werden.

Der 39-jährige frühere Wirtschaftsminister und Investmentbanker geht laut Umfragen als Favorit in die Stichwahl. Ihm werden bis zu 62 Prozent der Stimmen zugetraut, seine Konkurrentin Marine Le Pen von der Front National (FN) kommt auf rund 38 Prozent. Im Gegensatz zu Le Pen vertritt Macron eine EU-freundliche Linie.

"En Marche!" spricht von Destabilisierung der Wahl

Golem Akademie
  1. Microsoft 365 Security Workshop
    27.-29. Oktober 2021, Online
  2. IT-Sicherheit für Webentwickler
    2.-3. November 2021, online
  3. Linux-Systeme absichern und härten
    8.-10. November 2021, online
Weitere IT-Trainings

Aus Macrons Bewegung hieß es, es gehe darum, "En Marche!" zu schaden und die Wahl zu destabilisieren. Ziel sei eine "Destabilisierung der Demokratie, wie man es schon in den USA beim letzten Präsidentschaftswahlkampf gesehen hat". Dort hatten Wikileaks-Veröffentlichungen kurz vor der Wahl im November 2016 der bis dato favorisierten Demokratin Hillary Clinton schwer zugesetzt. Letztlich verlor Clinton gegen den Kandidaten der Republikanischen Partei, Donald Trump.

"En Marche!" hatte Ende April unter Berufung auf die IT-Sicherheitsfirma Trend Micro berichtet, Macrons Wahlkampagne sei Ziel der Hackergruppe "Pawn Storm" geworden. Westliche IT-Sicherheitsfirmen vermuten dahinter eine Gruppe mit mutmaßlicher Nähe zu russischen Geheimdiensten, die auch hinter Hackerangriffen auf den Parteivorstand der US-Demokraten und die CDU von Bundeskanzlerin Angela Merkel stecken soll.

Die Debatte um Angriffe auf "En Marche!" dauert schon seit Monaten und erreicht nun einen neuen Höhepunkt. "En Marche!" beschuldigte Moskau zuletzt, über Medien wie Russia Today (RT) in den französischen Wahlkampf einzugreifen. Unterstützt wird diese Sichtweise von Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault, demzufolge Macron Ziel von Cyberangriffen aus Russland sei.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


piratentölpel 09. Mai 2017

Das klingt doch schon super, unterstützte ich voll. Aber lasst euch auf eurem späteren...

Daem 08. Mai 2017

Das weißt du nicht. Das ist lediglich deine grundlose Annahme

chefin 08. Mai 2017

Gegenbeweise? Erinnerst dich noch an das Kind im Parkhaus, Tot nach sexuellen...

Salzbretzel 08. Mai 2017

Der größte Skandal in meinen Augen. Man verbreitet - wenn auch nur mit einem Link...

__destruct() 07. Mai 2017

Nachrichtenportale suchen sich aus, welches Konsumverhalten sie unterstützen. Was der von...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Amtlicher Energiekostenvergleich  
Benzinkosten mehr als doppelt so teuer wie Ladestrom

Vom 1. Oktober an müssen große Tankstellen einen Energiekostenvergleich aushängen. Dabei schneiden Elektroautos derzeit am besten ab.

Amtlicher Energiekostenvergleich: Benzinkosten mehr als doppelt so teuer wie Ladestrom
Artikel
  1. Bundestagswahl 2021: Laschet und Scholz wollen beide Kanzler werden
    Bundestagswahl 2021
    Laschet und Scholz wollen beide Kanzler werden

    Die Union erzielt bei der Bundestagswahl 2021 ihr bislang schlechtestes Ergebnis. Dennoch will Spitzenkandidat Laschet Kanzler einer "Zukunftskoalition" werden.

  2. Bundesregierung: Erst 11 Prozent der Glasfaserförderung wurden ausgezahlt
    Bundesregierung
    Erst 11 Prozent der Glasfaserförderung wurden ausgezahlt

    Städte- und Gemeindebund verlangt, den Förder-Dschungel für Glasfaser zu beseitigen. Versuche gab es viele.

  3. Diablo 2 Resurrected im Test: Der dunkle Fürst der Zeitfresser ist auferstanden
    Diablo 2 Resurrected im Test
    Der dunkle Fürst der Zeitfresser ist auferstanden

    Gelungene Umsetzung für Konsolen, überarbeitete Grafik und Detailverbesserungen: Bei Diablo 2 Resurrected herrscht Lange-Nacht-Gefahr.
    Von Peter Steinlechner

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Alternate (u. a. DeepCool Matrexx 55 V3 ADD-RGB WH 49,98€) • Thunder X3 TC5 145,89€ • Toshiba Canvio Desktop 6 TB ab 99€ • Samsung 970 EVO Plus 2 TB 208,48€ • Lenovo-Laptops zu Bestpreisen • 19% auf Sony-TVs bei MM • WISO Steuer-Start 2021 10,39€ • Samsung Odyssey G7 499€ [Werbung]
    •  /