Emissionshandel: Tesla verliert Pooling-Partner Toyota und Stellantis
Der US-Autohersteller Tesla muss in diesem Jahr mit deutlich weniger Ausgleichszahlen von Autoherstellern rechnen, die die zulässigen Flottengrenzwerte in der EU nicht einhalten. Das geht aus entsprechenden Absichtserklärungen zur Bildung sogenannter offener Pools hervor. Einem Dokument vom 27. Februar 2026(öffnet im neuen Fenster) zufolge wollen die Autokonzerne Toyota und Stellantis im Jahr 2026 nicht mehr mit Tesla poolen.
Im vergangenen Jahr(öffnet im neuen Fenster) hatten Toyota und die Stellantis-Marken wie Opel, Peugeot, Citroën und Fiat noch Ausgleichszahlungen an Tesla vereinbart. Weiterhin im Tesla-Pool befinden sich Ford, Honda, Mazda und Suzuki.
Einhaltung der Werte aus eigener Kraft
Nach Einschätzung von Branchenbeobachtern gehen Toyota und Stellantis offenbar davon aus, ihre Flottengrenzwerte in diesem Jahr selbst zu erreichen. Das könnte durch einen höheren Anteil an verkauften Elektroautos und Plug-in-Hybriden erzielt werden. Im vergangenen Jahr lagen die japanischen Hersteller mit Ausnahme von Toyota noch deutlich über den Grenzwerten, wie aus einer vorläufigen Übersicht(öffnet im neuen Fenster) (PDF) der Organisation ICCT hervorgeht.
Demnach lag Toyota nur ein Gramm über dem markenspezifischen Flottengrenzwert von 91 Gramm CO 2 -Ausstoß pro km, während Mazda den Wert um 20 Gramm überschritt. Da Ford um 13 Gramm über dem zulässigen Wert lag, dürfte der US-Hersteller weiterhin auf das Pooling angewiesen sein.
Dem Branchendienst Schmidt Automotive Research zufolge(öffnet im neuen Fenster) dürfte Stellantis 2026 stärker von der Kooperation mit dem chinesischen Elektroautohersteller Leapmotor profitieren. Dazu soll auch die Produktion von Leapmotor-Modellen in einem spanischen Stellantis-Werk beitragen. Im vergangenen Jahr überschritt der Konzern laut Zahlen von ICCT den zulässigen Grenzwert noch um 10 Gramm CO 2 pro km. Sowohl Toyota als auch Stellantis können bis Dezember entscheiden, ob sie in diesem Jahr doch noch mit Tesla poolen wollen.
Tesla nahm fast 3 Milliarden US-Dollar ein
Für Tesla stellten die Ausgleichszahlungen in den USA und Europa jahrelang eine wichtige Einnahmequelle dar. Einem Bericht von Electrek.co zufolge(öffnet im neuen Fenster) nahm Tesla im Jahr 2024 weltweit einen Rekordbetrag von 2,76 Milliarden US-Dollar damit ein. Dieser Wert sei im Jahr 2025 auf etwa 2 Milliarden US-Dollar gesunken. Das liegt auch am Wegfall des Emissionshandels in den USA unter der Regierung Donald Trumps.
Der starke Rückgang der Tesla-Verkaufszahlen in Europa führt ebenfalls dazu, dass weniger Geld aus dem Pooling eingenommen werden kann. "Wenn die Absätze von Tesla weiter derart stark zurückgehen, wird der Tesla-Pool womöglich nicht mehr für alle derzeitigen Mitglieder des Pools reichen" , sagte Dataforce-Analyst Benjamin Kibies der Automobilwoche(öffnet im neuen Fenster) (Paywall). Im Jahr 2025 habe der Tesla-Pool mit 95,7 Gramm CO 2 pro km nur minimal über dem Ziel von 95,3 Gramm gelegen.
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