Emerald Rapids SP: Chinesische Server-CPU auf Xeon-Basis
In Kooperation mit Intel werden Xeon-Prozessoren unter eigenem Namen entwickelt. Neu sind dabei China-spezifische Sicherheitsfunktionen.
Die chinesische Chipentwicklungsfirma Montage Technologies hat die fünfte Generation der Jintide-Prozessoren vorgestellt. Die CPUs basieren auf Emerald-Rapids-Intel-Xeon-Scalable-CPUs. Die Kooperation zwischen Intel, der Tsinghua University und Montage Technologies besteht bereits seit 2016.
Insgesamt bringt der Hersteller fünf Modelle mit 16 bis 48 Kernen auf den Markt. Das bedeutet, dass der Hersteller alle drei physischen Chips modifizieren konnte. Bei dem Jintide C4514Y mit 16 Kernen dürfte es sich um eine CPU mit EE-LCC-Die (Low Core Count) handeln, während die CPUs ab 24 Kernen den MCC-Die (Medium Core Count) nutzen. Das Topmodell mit 48 Kernen muss auf dem XCC-Die (Extreme Core Count) mit zwei Tiles basieren, da ein MCC-Die nur aus 34 Kernen besteht, von denen maximal 32 aktiv sind.
Die Prozessoren behalten alle Funktionen, die auch Intel-Xeon-Prozessoren haben. Montage Technologies verbaut zusätzliche Chips, um Sicherheitsfunktionen auf Hardware-Ebene gewährleisten zu können. Die dazugehörigen Funktionen nennt der Hersteller PRC (Pre-Check) und DSC (Dynamic Security Check).
KI-Hintergrund offenbar kein Problem
Die Produktbezeichnungen hat Montage Technologies kaum verändert. Die Prozessoren haben lediglich ein C vor der regulären Bezeichnung. Aus einem Xeon Platinum 8558P wird somit ein Jintide C8558P. Arbeitsspeicher wird über ein 8-Kanal-Interface mit bis zu DDR5-5600 und einer Größe von 4 TByte unterstützt.
| Prozessor | Kerne / Threads | Taktrate in GHz (Basis/Boost) | L3 Cache (MByte) | TDP |
|---|---|---|---|---|
| C8558P | 48 / 96 | 2.7 / 4.0 | 260 | 350W |
| C6548Y+ | 32 / 64 | 2.5 / 4.1 | 60 | 250W |
| C5520+ | 28 / 56 | 2.2 / 4.1 | 52.5 | 205W |
| C6542Y | 24 / 48 | 2.9 / 4.1 | 60 | 250W |
| C4514Y | 16 / 32 | 2.6 / 3.4 | 30 | 150W |
Auf der Website des Herstellers finden sich keine Angaben zu Änderungen an den KI-Funktionen der Xeon-Prozessoren. Offenbar gibt es keine Einschränkungen durch das US-Handelsministerium bezüglich der Beschleuniger, die Intel in den Prozessoren verbaut. Vermutlich reicht die Rechenleistung gegenüber vollwertigen KI-Chips wie AMD Instinct MI300X, Nvidia H100 oder Gaudi-3 nicht aus. Xeon-CPUs bilden aber häufig die Basis für Cloudsysteme zur KI-Entwicklung.