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Emdash: Cloudflares Wordpress-Alternative mit Kostenfallen-Potenzial

Echte Wordpress-Alternative oder Lockangebot für Cloudflares Ökosystem? Nur dort funktioniert das zentrale Feature des CMS Emdash.
/ Johannes Hiltscher
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Das Logo des CMS Emdash (Bild: Cloudflare)
Das Logo des CMS Emdash Bild: Cloudflare
Inhalt
  1. Emdash: Cloudflares Wordpress-Alternative mit Kostenfallen-Potenzial
  2. Wordpress ist schwer zu ersetzen
  3. Es fehlt das komplette Ökosystem

Wordpress ist das beliebteste Content Management System (CMS) und die Grundlage für Millionen Webseiten, vom privaten Blog bis zum Unternehmensauftritt. Regelmäßig macht es allerdings Schlagzeilen durch Sicherheitslücken – nicht in Wordpress selbst, sondern in verwendeten Plug-ins.

Das geht besser, verspricht Cloudflare: Das von zwei Cloudflare-Entwicklern mit KI-Unterstützung programmierte Emdash(öffnet im neuen Fenster) soll das Einfallstor schließen. Es öffnet aber ein neues und ist der direkte Weg ins Cloudflare-Ökosystem.

Plug-ins sollen bei Emdash sicher sein, da sie in Sandboxes gekapselt werden, während sie bei Wordpress im PHP-Kontext des CMS laufen. Jedes Plug-in teilt in einer Manifest-Datei mit, welche Zugriffe es benötigt, und nur die erhält es auch. So kann eine Erweiterung, die etwa vorgibt, Benachrichtigungen über neue Beiträge zu versenden, nicht unbemerkt auf die Datenbank zugreifen.

Klingt hervorragend, nur leider funktioniert das zumindest aktuell nur, wenn Emdash bei Cloudflare gehostet wird. Dafür ist mindestens ein kostenpflichtiges Abo für Cloudflare Workers erforderlich. Denn implementiert ist das Sandboxing über Dynamic Workers(öffnet im neuen Fenster), die im kostenfreien Basisabo nicht nutzbar sind. Ohne dieses Feature laufen auch bei Emdash Plug-ins im Kontext des CMS. Da hilft auch der unter MIT-Lizenz veröffentlichte Quellcode wenig.

Kosten ab 5 US-Dollar, aber ohne Limit

Erst einmal sehen die Kosten dafür überschaubar aus: Für 5 US-Dollar im Monat(öffnet im neuen Fenster) gibt es 10 Millionen Worker-Requests und 30.000 CPU-Stunden. Ebenfalls inklusive sind 1 GByte Speicher für den Key-Value-Store sowie 10 Millionen Lese- und 1 Million Schreib-, Lösch- oder List-Operationen.

Zusätzlich werden noch der D1- und R2-Dienst für SQL-Datenbank und Objektspeicher benötigt. Die SQL-Datenbank ist Teil des Workers-Dienstes, hier sind 5 GByte Speicher sowie monatlich 25 Milliarden gelesene und 50 Millionen geschriebene Zeilen inklusive(öffnet im neuen Fenster). Beim R2-Dienst dürfte die kostenlose Variante mit 10 GByte Speicher und 10 Millionen Abrufen (Class B Operations) für viele Anwendungsfälle ausreichen.

Zum Vergleich: Bei Hetzner kostet die günstigste Cloudinstanz mit aktuell monatlich 5,34 Euro ähnlich viel. Dafür gibt es zwei virtuelle CPU-Kerne, also maximal 1.488 CPU-Stunden im Monat, und 40 GByte Festplattenspeicher.

Das Angebot von Cloudflare sieht also erst einmal sehr gut aus. Aber es hat einen Haken: Cloudflare bietet keine Möglichkeit, ein Kostenlimit zu setzen. Das ist nur logisch, da bei Erreichen des Limits die Webseite bis zum Beginn der nächsten Abrechnungsperiode tot wäre.

Wie lange reicht das Inklusivvolumen?

Emdash hat damit zumindest das Potenzial, zur Kostenfalle zu werden. Denn sobald das Inklusivvolumen aufgebraucht ist, wird nach Verbrauch abgerechnet. Jeder Abruf einer Seite kann dabei, je nach Anzahl genutzter Plug-ins, mehrere Worker-Aufrufe bedeuten. Die Inklusivvolumina reichen dabei aber eine ganze Weile – auch bei mehreren Hunderttausend monatlichen Seitenabrufen ist wohl nur mit geringen Mehrkosten zu rechnen.

Ein privates Blog dürfte in den wenigsten Fällen auch nur in die Nähe der Obergrenze für die Inklusivvolumina kommen. Selbstverständlich ist das im Detail vom konkreten Aufbau der Seite abhängig. Um auf beeindruckende Zahlen zu kommen, wäre aber etwa ein massiver DDoS-Angriff erforderlich.

Die Möglichkeit unerwartet höherer Kosten sollte aber zumindest bedacht werden. Während bei klassischen Hosting-Angeboten oder Nutzung virtueller Server die monatlichen Kosten fix sind, ist bei reinen Cloudlösungen eine böse Überraschung nie auszuschließen.

Aber ist Emdash denn abgesehen von der Kostenfrage eine echte Wordpress-Alternative?


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