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Embedded World 2023: Zwischen Mikrocontrollern, Bildschirmen und Popcornmaschinen

Auf der Embedded World zeigen Hunderte Hersteller alles, was für industrielle Computer interessant ist. Einiges hätten wir auch gern privat.

Ein Bericht von Johannes Hiltscher veröffentlicht am
Großer Andrang: Die Embedded World 2023 war gut besucht. (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de)

Die Embedded World ist eine der wichtigsten Messen für eingebettete Elektronik – also alles vom Mikrocontroller für die smarte Glühbirne bis zur Industriesteuereinheit. Wir haben uns in Nürnberg zwischen den Hunderten Ausstellern umgesehen. Die Messe ist in erster Linie eine Industriemesse, überraschende Produktvorstellungen gibt es hier nicht. Die Anbieter präsentieren ihre Produkte und knüpfen Kontakt zu potenziellen Kunden.

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Es ist aber keineswegs eine trockene Veranstaltung, die Aussteller geben sich viel Mühe, auf sich aufmerksam zu machen. Nur einige Stände chinesischer Anbieter wirken wie mit Word 97 entworfen. Das Spektrum der Produkte und Dienstleistungen ist extrem breit: Es reicht vom fertigen Computer bis zu den Einzelteilen, aus denen er zusammengebaut ist.

Aber auch Softwareanbieter und Dienstleister stellen aus – dieser Text entsteht während eines Vortrags von Cadence zu Entwurfssoftware für die Entwicklung sicherheitskritischer Hardware. Dabei zeigt sich, wie breit der Embedded-Markt mittlerweile ist: An der einen Ecke werden Mikrocontroller ausgestellt, die meisten mittlerweile mit 32-Bit-Architektur, an einer anderen finden sich große Stände von Microsoft und Amazon Web Services. An einigen Ständen geht es nur um Kabel, Antennen oder Steckverbinder.

Einige Trends lassen sich schnell erkennen: Kaum etwas kommt noch ohne drahtlose Verbindung aus, künstliche Intelligenz und Bildverarbeitung finden sich an allen Ecken. Ein weiteres großes Thema ist Sicherheit: Die hier gezeigte Technik wird oft in sensiblen Bereichen eingesetzt, abgesichert wird alles vom möglichen Ausfall über die Kommunikation bis hin zum Hypervisor, der die friedliche Koexistenz sicherheitskritischer Anwendungen mit einem normalen Betriebssystem garantieren soll.

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Schwerpunkte Industrie und Automobil

An den Ständen der Hersteller von Mikrocontrollern und Systems on Chip (SoC) dreht sich vieles um Anwendungen im Auto. Der erwähnte sichere Hypervisor stammt von STM, am Stand von Renesas steht neben einem 400V-Inverter für Elektroautos ein Aufbau, der Schallquellen ortet.

Noch nicht die einfachsten Bauteile auf der Embeded World: Kondensatoren und Induktivitäten. (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de) [1/20]

Für die robusten Tablets von Msi gibt es viel Zubehör. Mit Docking Station werden sie zum Bürorechner. (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de) [2/20]

Wer ein Display braucht wird definitiv fündig. (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de) [3/20]

Dank winziger LEDs ist dieses Display transparent. (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de) [4/20]

Lockt Messebesucher fast so gut wie eine Pocornmaschine: Ein Wafer am Stand von imec IC-link. (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de) [5/20]

Gekoppelt haben diese drei Pitayas sechs Kanäle. Die Abtastrate bleibt allerdings bei 125 MSamples. (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de) [6/20]

Auf diesem Tisch steht über eine viertel Million Euro. (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de) [7/20]

Wasser und Computer können auch Freunde sein. (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de) [8/20]

Dieser Laser fertigt Platinen so schnell, dass wir kaum ein gutes Foto davon machen konnten. (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de) [9/20]

Der Platinenlaser in Aktion: Hier wird gerade das nicht benötigte Kupfer abgelöst. (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de) [10/20]

Die bunteste Attraktion: Eine aufwändig dekorierte Carrerabahn. (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de) [11/20]

Ohne Platine geht nichts, auf der Embedded World sind mehrere Fertiger vertreten. (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de) [12/20]

Beliebt: Eine Popcornmaschinen, um Messegänger an den Stand zu locken. (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de) [13/20]

Netzteile in dutzenden Varianten. (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de) [14/20]

Canonical ist nur einer von vielen Linux-Anbietern auf der Messe. (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de) [15/20]

Die Anschlüsse verraten: In diesem Inverter fließen große Ströme. Er ist für 100 kW ausgelegt. (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de) [16/20]

Von klein bis groß gibt es Mainboards auch mit Chips von AMD. Oben in der Mitte ein SoM. (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de) [17/20]

Darfs noch ein LAN-Port mehr sein? Bei Msi gibt es bis zu vier. (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de) [18/20]

Das sind nur die Jetson-Boards eines Herstellers! (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de) [19/20]

Das Gehäuse sagt viel über die Persönlichkeit eines Produkts. (Bild: Johannes Hiltscher, Golem.de) [20/20]

Gedacht ist das als Totwinkelerkennung für autonome Fahrzeuge. Ein Mikrofonarray nimmt die Geräusche umgebender Fahrzeuge auf, ein Mikrocontroller entfernt mittels KI Hintergrundgeräusche und berechnet anhand der unterschiedlichen Lautstärken die Position der verbleibenden Schallquellen. KI findet sich auch an diversen anderen Stellen: An dem einen Stand verpasst sie den über eine Kamera gefilmten Schaulustigen ein digitales Skelett, an einem anderen prüft sie Kekse – die stellvertretend stehen für beliebige andere Produkte, die automatisch inspiziert werden.

Neben STM, Microchip, Infineon und Renesas stellt auch Raspberry Pi aus – hier versichert man uns nochmal, dass ab dem zweiten Halbjahr die beliebten Boards wieder verfügbar sein sollen. Die haben auch in der Industrie ihre Freunde gefunden, der guten Linux-Unterstützung sei Dank. Bei der Produktentwicklung ist die Raspberry Pi Foundation in den vergangenen Jahren zudem mehr auf die Industrie zugegangen. Ein natürlicher Schritt, sagt der Mitarbeiter, mit dem wir uns unterhalten. Beim Mikrocontroller RP2040 müsse sich die Konkurrenz allerdings noch nicht fürchten, hier gebe es noch wenige Industrieprojekte – zu neu.

Für den Einsatz in der Industrie werden reihenweise Mainboards, Speicher, SSDs und Gehäuse ausgestellt. Deren Hersteller bedienen oft auch den normalen Consumer-Markt.

  1. Viele Produkte wirken vertraut
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