Abo
  • Services:
Anzeige
Die vielen verschiedenen Bedürfnisse der Hersteller bereiten der Kernel-Community Probleme.
Die vielen verschiedenen Bedürfnisse der Hersteller bereiten der Kernel-Community Probleme. (Bild: Eli Duke, Flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Embedded-Markt: Langzeit-Kernel verfehlen Ziele der Community

Die vielen verschiedenen Bedürfnisse der Hersteller bereiten der Kernel-Community Probleme.
Die vielen verschiedenen Bedürfnisse der Hersteller bereiten der Kernel-Community Probleme. (Bild: Eli Duke, Flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Hersteller nehmen die Linux-Kernel mit Langzeitpflege nicht so an, wie sich das deren Entwickler wünschen, was zu massiven Sicherheitslücken führt, auch in vielen Android-Smartphones. Die Community erwägt deshalb teils radikale Lösungen.

Eigentlich wollte der bei Linaro für die Pflege des Linux-Kernel zuständige Alex Shi in einer E-Mail nur anregen, die Anstrengungen für Backports von neuen Funktionen auf alte Versionen mit Langzeitpflege (LTS) zu vereinheitlichen. Doch die Kernel-Community hat dies zum Anlass genommen, den Zweck derartiger Backports sowie der LTS-Kernel grundsätzlich zu diskutieren, wie das Magazin LWN.net in seiner aktuellen Ausgabe zusammenfasst.

Anzeige

Denn offenbar ist ein großer Teil der Kernel-Community, die an den Hauptentwicklungszweigen von Kernel.org arbeitet, sehr unzufrieden damit, wie die langfristig gepflegten Kernel von einzelnen Herstellern vor allem im Embedded-Segment tatsächlich verwendet werden. Schließlich folgen die meisten Hersteller nicht den über einen Zeitraum von zwei Jahren bereitgestellten Updates, da sie dies oft technisch nicht einfach umsetzen könnten.

Backports über Backports auf einheitlicher Basis

Ein Grund hierfür sind wiederum die vielen selbstständig im sogenannten Downstream eingepflegten Patches, die meist Backports sind und zudem außerhalb eines offiziellen Entwicklungszweigs von Kernel.org entstanden sind. Der Code auf den Geräten weist dabei häufig einen Unterschied von mehreren Millionen Zeilen auf, was allein das Integrieren von Sicherheitspatches teils extrem schwierig macht.

Der Sony-Angestellte Tim Bird erläutert dazu, dass die Backports sowohl von Herstellern der SoCs selbst hinzugefügt werden, ebenso wie von sogenannten Integrators, also letztlich dem Hersteller des Endgerätes. Die LTS-Kernel helfen demnach, den Aufwand an Backports wegen der gemeinsamen Grundlage möglichst gering zu halten. Ebenso könnten die Unterschiede der Hersteller-Kernel für ihre verschiedenen eigenen Geräte so möglichst klein gehalten werden. Allein diesen Punkt der gemeinsamen Basis zu erreichen, habe Jahre gedauert, so Bird.

Was bringt die Langzeitpflege?

Bei dieser Vorgehensweise werden allerdings Patches für Sicherheitslücken teilweise sogar völlig ignoriert, weshalb einige Kernel-Hacker den derzeitigen Aufwand für die Langzeitpflege vollständig infrage stellen. Demzufolge sei es für die Hersteller schlicht besser und einfacher, direkt einen Kernel der Hauptentwicklungszweige von Linux zu verwenden und diesen dann dauerhaft zu aktualisieren.

Der Maintainer für einige der LTS-Kernel, Greg Kroah-Hartman, bezweifelt allerdings, dass dies geschehen würde, selbst wenn die Langzeitpflege durch die Community komplett eingestellt werden würde. Immerhin stehe das klar im Widerspruch zu der Handlungsweise der Verantwortlichen in den vergangenen Jahren, obwohl es wohl das Beste sei, was diese machen könnten.

Letztlich ist diese Situation wohl nur dadurch zu lösen, dass die Hersteller und SoC-Anbieter ihre Treiber direkt in den Hauptentwicklungszweig von Linux einpflegen. Der Linaro-Angestellte Linus Walleij führt dazu allerdings aus, dass dies erst geschehen werde, wenn Google die Android-Lizenznehmer dazu zwingen würde. Bei Chrome OS habe das bereits funktioniert.


eye home zur Startseite
Moe479 15. Sep 2016

gegen die Hersteller ihre Komponenten und Systeme bauen dürfen?



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach
  2. MR Datentechnik Vertriebs- & Service GmbH, Nürnberg
  3. ORBIT Gesellschaft für Applikations- und Informationssysteme mbH, Bonn
  4. Ebner & Spiegel GmbH, Ulm, deutschlandweit


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 69,99€ (Release 31.03.)
  2. 4,99€
  3. 25,99€

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Globale SAP-Anwendungsunterstützung durch Outsourcing


  1. Große Pläne

    SpaceX soll 2018 zwei Weltraumtouristen um den Mond fliegen

  2. Festnetz

    O2 will in Deutschland letzte Meile per Funk überwinden

  3. Robocar

    Roborace präsentiert Roboterboliden

  4. Code.mil

    US-Militär sucht nach Lizenz für externe Code-Beiträge

  5. Project Zero

    Erneut ungepatchter Microsoft-Bug veröffentlicht

  6. Twitch

    Videostreamer verdienen am Spieleverkauf

  7. Neuer Mobilfunk

    Telekom-Chef nennt 5G-Ausbau "sehr teuer"

  8. Luftfahrt

    Nasa testet Überschallpassagierflugzeug im Windkanal

  9. Lenovo

    Moto Mod macht Moto Z zum Spiele-Handheld

  10. Alternatives Betriebssystem

    Jolla will Sailfish OS auf Sony-Smartphones bringen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Nintendo Switch eingeschaltet: Zerstückelte Konsole und gigantisches Handheld
Nintendo Switch eingeschaltet
Zerstückelte Konsole und gigantisches Handheld
  1. Nintendo Interner Speicher von Switch offenbar schon jetzt zu klein
  2. Hybridkonsole Leak zeigt Menüs der Nintendo Switch
  3. Hybridkonsole Hardware-Details von Nintendo Switch geleakt

Watch 2 im Hands on: Huaweis neue Smartwatch soll bis zu 21 Tage lang durchhalten
Watch 2 im Hands on
Huaweis neue Smartwatch soll bis zu 21 Tage lang durchhalten
  1. Lenovo-Tab-4-Serie Lenovos neue Android-Tablets kosten ab 180 Euro
  2. Yoga 520 und 720 USB-C und Kaby Lake für Lenovos Falt-Notebooks
  3. Alcatel A5 LED im Hands on Wenn die Smartphone-Rückseite wild blinkt

Asus Tinker Board im Test: Buntes Lotterielos rechnet schnell
Asus Tinker Board im Test
Buntes Lotterielos rechnet schnell
  1. Tinker-Board Asus bringt Raspberry-Pi-Klon
  2. Sopine A64 Weiterer Bastelrechner im Speicherriegel-Format erscheint

  1. Re: Blackberry gerne aber nicht mit Android

    B.I.G | 02:07

  2. Re: Warum nicht in einer VM?

    Ach | 02:06

  3. Re: Eigentlich ziemlich intelligent...

    David64Bit | 02:05

  4. Re: Also für den Kunden NICHT zu erkennen

    1ras | 01:54

  5. Re: Warum nicht extra Frequenzen zur Überbrückung?

    bombinho | 01:48


  1. 00:29

  2. 18:18

  3. 17:56

  4. 17:38

  5. 17:21

  6. 17:06

  7. 16:32

  8. 16:12


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel