Russlands Weltmarktanteil

Um die weitere Preisentwicklung abschätzen zu können, werfen wir einen Blick auf diverse Statistiken. Eine Aufstellung der Exporte zeigt, dass Kupfer, Nickel und Zink größtenteils als Erz ausgeführt werden. Die Produktionsleistung von Minen dürfte leichter zu erhöhen sein als die Hütten- und Raffinerieleistung. Zumindest bei Aluminium waren 2019 die weltweit ungenutzten Kapazitäten (PDF) doppelt so groß wie Russlands Export. So könnten andere Länder den Ausfall kompensieren.

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Auch liegt der Anteil Russlands an der weltweiten Produktion der meisten Metalle bei unter zehn Prozent. Wir haben hier die Zahlen von 2019 herangezogen, welche vom British Geological Survey veröffentlicht wurden (PDF). Bei einigen dieser Metalle gingen Förderung und Produktion in Russland in den Jahren zuvor sogar zurück. Die Nickelförderung beispielsweise sank seit 2000, Indonesien und die Philippinen liefen dem ehemaligen Weltmarktführer seither den Rang ab.

Die Ausnahmen sind Platin (12 Prozent) und Palladium (41 Prozent). Diese fördert der Konzern Nornickel in Sibirien, für die Elektroindustrie scheinen sie jedoch eine geringe Rolle zu spielen. Palladium wird allerdings bei der Wasserstoffraffinierung genutzt.

Auch bei Nickel ist ein genauerer Blick nötig. Nornickel liefert nämlich etwa 14 Prozent der Weltproduktion an hochreinem Nickel, das in vielen Akkus Verwendung findet. Die Nickelraffinerie des Konzerns steht allerdings in Finnland.

Große Reserven in Sibirien

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Nornickel sitzt dabei auf einem riesigen Schatz. In Sibirien, genauer gesagt dem Sibirischen Trapp, befinden sich gigantische Reserven an Metallen und Mineralen. Auf sieben Millionen Quadratkilometern erstrecken sich Lavafelder. Die Lava transportierte vor 252 Millionen Jahren große Mengen an Metallen aus dem Erdkern an die Oberfläche.

So finden sich hier die größten weltweit bekannten Vorkommen an Nickel (35 Prozent) und Metallen der Platingruppe (40 Prozent). Mit 10 und 15 Prozent werden auch große Teile der bekannten Kupfer- und Kobaltvorkommen dort verortet. Langfristig wird also kein Weg an Russland vorbeiführen. Da die bekannten Vorkommen vieler der hier betrachteten Metalle nur noch wenige Jahrzehnte ausreichen, kann die aktuelle Situation allerdings auch ein Anlass sein, nach Alternativen zu suchen.

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Fazit

Für den Elektronikmarkt zeichnet sich, soweit wir dies beurteilen können, kein Preissprung ab. Die Rohstoffpreise steigen seit Jahren und dieser Trend wird sich fortsetzen, eine deutliche Verstärkung erscheint unwahrscheinlich. Im Vergleich zur Situation bei Öl und Gas sieht es bei Metallen recht unspektakulär aus. Auch der Economist erwähnt diese eher als Randnotiz. Allerdings wird wieder einmal deutlich: Globale Lieferketten sind von vielen zwielichtigen Gestalten abhängig. Eine davon tritt nur gerade besonders hervor.

Alle aktuellen Golem.de-Artikel und weitere News zum Ukraine-Krieg finden sich in unserem Liveblog.

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 Embargo gegen Russland: Wie abhängig ist die IT-Industrie von Russland?
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Opepe 18. Mär 2022 / Themenstart

Weil er die Ukraine nicht belagern möchte und das nur bedeutet: "Wenn ich mit der Ukraine...

Eheran 18. Mär 2022 / Themenstart

1. Dafür braucht man kein Neon. 2. Was man manchmal nimmt ist Helium, für besondere...

Sharra 18. Mär 2022 / Themenstart

Lass dir das von jemandem erklären, der es kapiert hat. Ich hab jetzt leider keine Zeit...

hansen 18. Mär 2022 / Themenstart

Kann man alles staatlich bereinigen. Steuern, Auflagen etc. für die Produkte/Gewinne in...

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