E-Mail-Überwachung: Yahoo musste Spamfilter zur Terrorbekämpfung einsetzen

Der IT-Konzern Yahoo ist offenbar von der US-Regierung gezwungen worden, ein bereits existierendes System zur Suche nach Spam-Mails und Malware so zu manipulieren, dass eingehende E-Mails von Yahoo-Kunden nach einem bestimmten Begriff abgesucht wurden, wie die New York Times berichtet(öffnet im neuen Fenster) .
Damit gibt es jetzt etwas mehr Klarheit über die technischen Hintergründe der Aktion, die in dem ursprünglichen Artikel von Reuters vage blieben. Der Bericht von Reuters hatte zu Kritik von Sicherheitsforschern geführt, die darin zahlreiche technische Unstimmigkeiten entdeckt hatten.
Yahoo hatte diesen Bericht mit einem wenig eindeutigen Statement kommentiert – nicht aber dementiert. Das Unternehmen sagte, der Bericht sei "irreführend" . Das im Jahr 2015 eingesetzte System soll aktuell nicht mehr genutzt werden. Die Anfrage der Regierung basierte auf einer individuellen Entscheidung des Foreign Intelligence Surveillance Court (FISA) auf Anfrage des US-Justizministeriums.
Suche nach der digitalen Signatur
Mit dem System suchte Yahoo dem Bericht zufolge nach einer spezifischen "digitalen Signatur", wobei unklar ist, um welche es sich genau handelt. Möglich sind Hinweise auf ein bestimmtes genutztes Verschlüsselungsverfahren oder die Suche nach Malware oder Exploits mit einer bestimmten Signatur. Die Überwachung soll der Terrorismusbekämpfung gedient haben.
Fraglich ist, ob die Regierung Yahoo dazu verpflichten konnte, eigene Software neu- oder weiterzuentwickeln, um die Überwachung durchführen zu können. Dieser Punkt war einer der großen Streitpunkte in der Auseinandersetzung zwischen Apple und dem FBI im Laufe dieses Jahres.