Abo
  • Services:

EM-Drive: Der Warp-Antrieb muss noch warten

Das EM-Triebwerk wurde bereits als Zukunft der Raumfahrt gehandelt. Mit physikalischer Detektivarbeit sind Forscher dem Mikrowellen-Triebwerk nun auf die Spur gekommen.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Das EM-Drive von Roger Shawyer
Das EM-Drive von Roger Shawyer (Bild: emdrive.com)

Anfang der 2000er Jahre entwickelte der US-Raumfahrtingenieur Roger Shawyer ein neues Triebwerk namens EM-Drive. Das Besondere: Es soll nur mit Mikrowellen funktionieren und keinen Treibstoff verbrauchen. Theoretisch sollte das unmöglich sein. Aufsehen erregte die Erfindung, als sie von einem Team der Nasa in einem Teststand untersucht wurde und tatsächlich ein Schub gemessen wurde. Es waren bis zu 91 Mikronewton bei einer Leistung von nur 27 Watt.

Inhalt:
  1. EM-Drive: Der Warp-Antrieb muss noch warten
  2. Physikalische Detektivarbeit

Martin Tajmar von der TU-Dresden sagt dazu: "Die theoretische Erwartung ist, dass man nichts misst. Jetzt misst man etwas und bei dieser Fehlersuche kann man extrem viel lernen."

Beim EM-Triebwerk maßen die Forscher zwar weniger Schub, als ein Ionentriebwerk bei der gleichen Leistung liefern würde, aber ohne Treibstoffverbrauch könnte ein EM-Triebwerk ewig laufen und beliebige Geschwindigkeitsveränderungen, Drehungen und andere Manöver im Weltraum ermöglichen. Noch dazu ist das Triebwerk einfach und robust aufgebaut. Ein kegelförmiger Resonator wird an ein Magnetron, einen Mikrowellenerzeuger, angeschlossen, und die Mikrowellen werden in den Resonator geleitet. Dazu kommen noch ein Transformator und ein Frequenzgenerator, um das Magnetron zu betreiben. Eine Sensation bahnte sich an - aber dann kam alles ganz anders.

Treibstofflose Triebwerke sind nicht neu

Tatsächlich ist das EM-Triebwerk nicht das einzige, das keinen Treibstoff verbraucht. Jede Quelle von elektromagnetischer Strahlung kann Schub erzeugen, egal ob Mikrowellen, infrarotes oder sichtbares Licht. Die Abweichung der Flugbahnen der Pioneer-Raumsonden konnten erst nach Jahrzehnten durch diesen Effekt erklärt werden. Mit einem Kilowatt Leistung könnte so ein Triebwerk aber nicht einmal 7 Mikronewton Schub erzeugen. Schon mit den Werten, die von der Nasa gemessen wurden, würde das EM-Triebwerk 500-mal so viel Schub liefern.

Stellenmarkt
  1. BRZ Deutschland GmbH, Nürnberg
  2. Bosch Gruppe, Abstatt

Es war interessant genug, um in den Diskussionsforen der Raumfahrtseite Nasaspaceflight.com über 26.000 Diskussionsbeiträge zu generieren. Grund genug für Studenten der TU Dresden, ihren Professor für Raumfahrtsysteme, Martin Tajmar, so lange nach dem Gerät zu fragen, bis er schließlich das Triebwerk zusammen mit einem Masterstudenten nachbaute und eigenen Tests unterzog. Der Lehrstuhl hatte zuvor schon Erfahrung mit besonders schubschwachen Triebwerken wie den elektrischen Feldemissionstriebwerken (FEEP) gemacht und besaß die nötigen Messinstrumente.

Um keine Fehler beim Bau des Triebwerks zu machen, wurde Roger Shawyer kontaktiert. Zur Erzeugung der Mikrowellen sollte das Magnetron einer einfachen 700-Watt-Mikrowelle zum Einsatz kommen, genau darauf wurde der Aufbau des EM-Triebwerks zusammen mit Shawyer abgestimmt. Die Effizienz wäre zwar nicht optimal, würde aber ausreichen, um den Schub zu messen und das Funktionsprinzip zu überprüfen.

Physikalische Detektivarbeit 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,99€
  2. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie (Release 05.10.)
  3. 12,99€
  4. 45,99€ (Release 12.10.)

montis 07. Nov 2016

Das Paper zum EM-Drive das bald erscheinen soll ist ins Netz geleakt: https://drive...

Tobias Claren 05. Jul 2016

Läuft mit Schwerkraftantrieb: https://de.wikipedia.org/wiki/Kuckucksuhr https://de...

Tobias Claren 05. Jul 2016

Weil es interessanter wird? Wenn die Voyager die 70.000 Lichtjahre statt in maximal...

kazhar 02. Jul 2016

Ich finde, es ist gut und richtig, Ergebnisse zu Veröffentlichen, die auf den ersten und...

Frank... 01. Jul 2016

Nochmal versuchen und abwarten. Bei mir hat es jedesmal einige Minuten gebraucht, bis da...


Folgen Sie uns
       


Google Home Max im Test

Der Home Max ist Googles teuerster smarter Lautsprecher. Mit einem Preis von 400 Euro gehört er zu den teuersten smarten Lautsprechern am Markt. Der Home Max kann wahlweise im Hoch- oder Querformat verwendet werden und liefert einen guten Klang, schafft es aber nicht, sich den Rang der Klangreferenz zu erkämpfen. Dafür liegt der Home Max bei der Mikrofonleistung ganz vorne und gehört damit zu den besten Google-Assistant-Lautsprechern am Markt.

Google Home Max im Test Video aufrufen
Gesetzesentwurf: So will die Regierung den Abmahnmissbrauch eindämmen
Gesetzesentwurf
So will die Regierung den Abmahnmissbrauch eindämmen

Obwohl nach Inkrafttreten der DSGVO eine Abmahnwelle ausgeblieben ist, will Justizministerin Barley nun gesetzlich gegen missbräuchliche Abmahnungen vorgehen. Damit soll auch der "fliegende Gerichtsstand" im Wettbewerbsrecht abgeschafft werden.
Von Friedhelm Greis


    Lenovo Thinkpad T480s im Test: Das trotzdem beste Business-Notebook
    Lenovo Thinkpad T480s im Test
    Das trotzdem beste Business-Notebook

    Mit dem Thinkpad T480s verkauft Lenovo ein exzellentes 14-Zoll-Business-Notebook. Anschlüsse und Eingabegeräte überzeugen uns - leider ist aber die CPU konservativ eingestellt und ein gutes Display kostet extra.
    Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

    1. Thinkpad E480/E485 im Test AMD gegen Intel in Lenovos 14-Zoll-Notebook
    2. Lenovo Das Thinkpad P1 ist das X1 Carbon als Workstation
    3. Thinkpad Ultra Docking Station im Test Das USB-Typ-C-Dock mit robuster Mechanik

    Leistungsschutzrecht: So viel Geld würden die Verlage von Google bekommen
    Leistungsschutzrecht
    So viel Geld würden die Verlage von Google bekommen

    Das europäische Leistungsschutzrecht soll die Zukunft der Presse sichern. Doch in Deutschland würde derzeit ein einziger Verlag fast zwei Drittel der Einnahmen erhalten.
    Eine Analyse von Friedhelm Greis

    1. Netzpolitik Willkommen im europäischen Filternet
    2. Urheberrecht Europaparlament für Leistungsschutzrecht und Uploadfilter
    3. Leistungsschutzrecht/Uploadfilter Wikipedia protestiert gegen Urheberrechtsreform

      •  /