Elsevier, Springer und Co: Wissenschaftsverlage verdienen Milliarde mit Open Access

Open-Access-Veröffentlichungen sollen teure Abogebühren für Wissenschaftsverlage vermeiden. Diese machen daran aber weiter Gewinn.

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Der Lesesaal einer Bibliothek
Der Lesesaal einer Bibliothek (Bild: PHILIPPE LOPEZ/AFP via Getty Images)

Viele große Wissenschaftsverlage - allen voran Elsevier, Springer-Nature und weitere - werden seit Jahren für ihr als teuer geltendes Geschäftsmodell von Abogebühren für bestimmte Journale kritisiert. Eine Lösung könnten Open-Access-Veröffentlichungen sein, doch auch daran verdienen die Verlage offenbar kräftig mit.

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Das legt eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung nahe, die ein Forschungsteam mehrerer kanadischer Universitäten sowie der FU Berlin durchführte. Das Team schätzt demnach, dass die untersuchten Verlage in dem Zeitraum von 2015 bis 2018 zusammen mehr als eine Milliarde US-Dollar an Gebühren für die Veröffentlichung von Open-Access-Beiträgen erhielten.

Der größte Teil der Summe, etwa 612.5 Millionen US-Dollar, sei demnach für Artikel gezahlt worden, die nach dem Gold-Modell veröffentlicht werden. Dabei werden die wissenschaftlichen Texte direkt mit dem expliziten Recht auf eine weitere Nutzung frei zugänglich veröffentlicht.

Weitere fast 450 Millionen US-Dollar erhielten die Verlage für sogenannte hybride Veröffentlichungen. Darunter fallen Journale, die prinzipiell über das bisherige Abomodell vertrieben werden, einzelne Veröffentlichungen daraus stehen jedoch als Open Access bereit.

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Für lediglich 8,6 Prozent der mehr als eine halbe Million untersuchten Open-Access-Veröffentlichungen seien keine Gebühren fällig geworden.

Das Team kommt in seiner Untersuchung zu dem Schluss, dass sich mit dem wachsenden Fokus auf Open Access und einer Forderung nach Open-Access-Veröffentlichungen etwa durch Universitäten das Geschäftsmodell der wissenschaftlichen Verlage zu ändern scheine. Statt Leser bezahlen zu lassen, zahlten nun offenbar die Autoren.

Insbesondere die damit verbundenen hohen Kosten schienen dabei den Status Quo zu verfestigen, heißt es. Open Access überwindet das Problem der Kostenfragen für den Zugang zu und der Veröffentlichung von wissenschaftlichen Ergebnissen offenbar nicht zwingend.

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terraformer 13. Sep 2022 / Themenstart

Dieser - aus meiner Sicht gravierende - Missstand mit den absurd hohen Margen besteht...

terraformer 12. Sep 2022 / Themenstart

Der Editor sollte sich grob in seinem eigenen Fachbereich auskennen und zumindest...

terraformer 10. Sep 2022 / Themenstart

Es gibt verschiedenen Varianten. Manche Journal erlauben die Veröffentlichung der...

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