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Elon Musks Halbleiterfertigung: Die Terafab wird ein Tera-Fail mit Ansage

Auf einer Science-Fiction-Vision baut Elon Musk die Pläne für seine Halbleiterfertigung auf. Was fehlt, sind ein Konzept und die Möglichkeit zur Umsetzung.
/ Johannes Hiltscher
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Elon Musk stellt seine Pläne für die Terafab vor (Bild: SpaceX)
Elon Musk stellt seine Pläne für die Terafab vor Bild: SpaceX
Inhalt
  1. Elon Musks Halbleiterfertigung: Die Terafab wird ein Tera-Fail mit Ansage
  2. Nicht nur Halbleiterfertiger skalieren nicht beliebig schnell
  3. Viel Science Fiction

Ein Terawatt an KI-Chips will Elon Musk künftig im Jahr herstellen, die Solarzellfertigung soll analog skaliert werden. Für die Umsetzung der Vision müsste – so geht es aus der Vorstellung von Musks Plänen hervor – die Fertigungskapazität an High-End-Prozessknoten um grob den Faktor 50 steigen.

Da Samsung, TSMC und vermutlich auch Intel einen entsprechenden Ausbau abgelehnt haben, will Musk den nun selbst in die Hand nehmen. In Austin, Texas, soll seine Terafab gebaut werden.

In seinem gut 25-minütigen, über X gestreamten Vortrag vor SpaceX-Mitarbeitern ging Musk allerdings nur sehr abstrakt auf die Pläne ein. Neben der groben Kapazität – sie lässt sich auf rund 2,5 bis 3 Millionen Wafer-Starts pro Monat abschätzen – gab Musk einen sehr allgemeinen Ausblick auf die Fähigkeiten der Terafab. So soll sie Logik- und DRAM-Prozesse fertigen und über Advanced Packaging sowie eine eigene Maskenfertigung verfügen. Alles vom Wafer bis zum fertigen Chip unter einem Dach.

Musk will alles alleine machen

Nach Musks Vorstellung soll das um eine Größenordnung schnellere Zyklen bei der Entwicklung von Prozessen und Chips ermöglichen. Das alles soll offensichtlich ohne externen Partner aufgebaut werden.

Von null einen Leading-Edge-Fertigungsprozess aufzubauen, ist bereits eine kaum schaffbare Herausforderung. Daher holte sich etwa Rapidus, das in Japan eine 2-nm-Fertigung aufbaut, Hilfe von IBM .

Start-up-Mentalität hat ihre Grenzen

Rapidus plant den Start der Serienfertigung für 2027 , brauchte also selbst mithilfe von IBM rund fünf Jahre nach Projektstart. Elon Musk stellte nicht einmal einen erfahrenen Projektleiter aus der Halbleiterbranche vor, der sein Projekt unterstützt.

Hinzu kommt, dass ein komplettes Ökosystem skaliert werden muss, um Musks Vorstellungen überhaupt möglich zu machen. Denn es genügt nicht, ein Dutzend große Reinräume zu bauen, auch wenn Musk meint, die nicht zu brauchen . Eine Halbleiterfabrik ist etwas anderes als ein Gigawatt-Rechenzentrum, das Musk innerhalb weniger Monate hochziehen lassen kann. Für die wesentlich anspruchsvolleren Gebäude gibt es eine überschaubare Anzahl an Firmen, die sie planen und bauen können.

Und wenn die Fabrik, kurz Fab, steht, wird es richtig problematisch: Eine Halbleiterfabrik muss mit Maschinen bestückt werden, die Maschinen benötigen Verbrauchsmaterial, dessen Rohstoffe gefördert werden müssen, es müssen Menschen in der Fab arbeiten. All das skaliert relativ linear mit der Größe einer Fab, und die gesamte Lieferkette kann nicht kurzfristig auf ein Vielfaches skaliert werden.

Vorstellen kann man sich viel, in der realen Welt existieren aber reale Beschränkungen, die sich nicht einfach aufheben lassen.


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