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Elon Musk zu Merkel: "Wer ist diese Angela Schamhaarperücke?"

Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht die Verbindung von Donald Trump und Elon Musk kritisch. Dieser reagiert gewohnt despektierlich und geschmacklos.
/ Friedhelm Greis
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Angela Merkel musste in ihrer Amtszeit vier Jahre lang mit Donald Trump klarkommen. (Bild: Nicholas Kamm/Getty Images)
Angela Merkel musste in ihrer Amtszeit vier Jahre lang mit Donald Trump klarkommen. Bild: Nicholas Kamm/Getty Images

Es gibt englische Begriffe, die selbst Muttersprachlern nicht unbedingt geläufig sind. Es dürften daher wohl nicht alle 200 Millionen Follower von Elon Musk auf Anhieb verstanden haben, was er am Wochenende mit der Frage meinte(öffnet im neuen Fenster) : "Who is this Angela Merkin person?" Ein Blick in ein Wörterbuch oder die Wikipedia(öffnet im neuen Fenster) macht jedoch klar, dass der Tesla-Chef auf eine Kritik von Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel sehr abfällig und geschmacklos reagierte. Merkin bedeutet übersetzt Schamhaarperücke.

Die frühere CDU-Politikerin befindet sich gerade auf einer Werbetour für ihre Memoiren, die am heutigen Dienstag erscheinen. Aus diesem Grund gab sie dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel ein Interview(öffnet im neuen Fenster) (Paywall), in dem es auch um den künftigen US-Präsidenten Donald Trump und sein Verhältnis zu Musk ging .

Auf die Frage, ob die Gefahr durch Trump mit seiner zweiten Amtszeit noch gestiegen sei, antwortete die frühere Kanzlerin: "Es gibt jetzt dieses sichtbare Bündnis von ihm mit den großen Firmen aus dem Silicon Valley, die über eine enorme Kapitalmacht verfügen."

"Muss uns enorm beschäftigen"

Auf die Nachfrage, ob sie damit auf Musk anspiele, den Trump zum Leiter eines Büros zur Regierungseffizienz ernannt hatte , erwiderte sie: "Wenn ein Mensch wie er Eigentümer von 60 Prozent aller Satelliten ist, die im Weltraum kreisen, dann muss uns das zusätzlich zu den politischen Fragen enorm beschäftigen."

Die Frage, ob Musk mit seinem Firmenimperium sogar gefährlicher als Trump sei, beantwortete sie mit den Worten: "So weit würde ich nicht gehen. Aber Politik muss den gesellschaftlichen Ausgleich bestimmen zwischen den Mächtigen und den normalen Bürgern. In der Bankenkrise, der Eurokrise, der Weltwirtschaftskrise war die Politik die letzte Instanz, die Dinge geradebiegen konnte. Und wenn diese letzte Instanz zu stark von Unternehmen beeinflusst wird, ob durch Kapitalmacht oder technologische Fähigkeiten, dann ist das eine ungekannte Herausforderung für uns alle."

Nach Einschätzung Merkels steht die Politik den großen Internetplattformen jedoch nicht hilflos gegenüber. "In einer Demokratie ist Politik nie machtlos gegenüber Unternehmen. Aber es gilt, ein Gegengewicht zu setzen zu dem Furor in sozialen Medien, wie ihn hierzulande etwa auch die AfD schürt" , sagte die Ex-Kanzlerin, die von 2005 bis 2021 regierte.

Musk wurde auf Merkels Äußerungen zum Starlink-Netzwerk durch einen X-Nutzer aufmerksam gemacht. Er selbst wusste bis vor einigen Jahren offenbar selbst nicht, was unter einem "merkin" zu verstehen ist. Ihm sei der Begriff als Autokorrektur von "Merlin" vorgeschlagen worden, schrieb er im Juli 2019(öffnet im neuen Fenster) und warnte seine Follower: "Wenn Du noch nicht weißt, was ein Merkin ist, google es nicht. Du wurdest gewarnt."


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