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Elon Musk: Warum Teslas Investition in Bitcoin keine gute Idee ist

Tesla hat massiv Bitcoin gekauft und so den Kurs der Kryptowährung nach oben getrieben. Das widerspricht Elon Musks Engagement für den Klimaschutz.
/ Werner Pluta
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Tesla-Chef Elon Musk: Klimaschutz oder Bitcoins? (Bild: Britta Pedersen-Pool/Getty Images)
Tesla-Chef Elon Musk: Klimaschutz oder Bitcoins? Bild: Britta Pedersen-Pool/Getty Images

Die Umweltbilanz von Elektroautos ist nach wie vor umstritten. Sind sie nun klimafreundlicher als Verbrenner oder nicht? Für einen der schillerndsten Akteure der Branche stellt sich die Frage nicht: Natürlich hält Elon Musk Elektroautos – vor allem die seines Unternehmens Tesla – für umweltfreundlicher.

Auch sonst engagiert sich Musk für den Klimaschutz: Er hielt 2015 in Paris beim Klimagipfel eine Rede und verließ 2017 erbost das Beratergremium von Ex-US-Präsident Donald Trump, weil dieser den Klimawandel leugnet und aus dem Pariser Klimaabkommen austrat. Kürzlich lobte Musk einen mit 100 Millionen US-Dollar dotierten Preis für die Entwicklung eines Verfahrens zur Kohlendioxid-Abscheidung aus.

Tesla kauft Bitcoins

Elon Musk ist also einer der Guten. Oder? Gerade hat Tesla Bitcoin im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar angeschafft und angekündigt, die digitale Währung als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Das ist gut für alle, die Bitcoin besitzen oder schürfen: Auf die Bekanntgabe hin ging der Bitcoin-Kurs ordentlich nach oben.

Doch mit dieser Transaktion konterkariert Musk sein gesamtes Engagement für den Klimaschutz. Denn anders als die Umweltbilanz von Elektroautos ist die Umweltbilanz von Bitcoin unstrittig – und sie ist katastrophal.

Mining erfordert Rechenkapazität

Das hat mit der Funktionsweise der digitalen Währung zu tun: Um ein Double Spending, also Kopieren und mehrfaches Verwenden der Bitcoins zu verhindern, sind aufwendige Rechenoperationen erforderlich. Das gilt auch für das Erzeugen der Bitcoin, Mining oder Schürfen genannt.

Und natürlich gilt das auch für Transaktionen, die mit der digitalen Währung abgewickelt werden. Für eine einzige Bitcoin-Transaktion werden laut der Datenbank Statista(öffnet im neuen Fenster) im Schnitt 741 Kilowattstunden benötigt. Zum Vergleich: 100.000 Bezahlvorgänge mit einer Visa-Karte benötigen 149 Kilowattstunden.

Stromverbrauch von Norwegen

Laut dem Bitcoin Electricity Consumption Index der Universität Cambridge(öffnet im neuen Fenster) liegt der Energieaufwand für Bitcoin derzeit bei rund 120 Terawattstunden im Jahr. Das entspreche dem Stromverbrauch von Norwegen, sagte Ulrich Gallersdörfer dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel(öffnet im neuen Fenster). Dabei sind die anderen Kryptowährungen noch nicht eingerechnet, die laut dem Münchener Informatiker und Blockchain-Experten "zusammengenommen etwa halb so viel Strom verbrauchen wie das Bitcoin-Netzwerk selbst."

Theoretisch wäre das nicht gar so schlimm: Norwegen deckt seine Strombedarf zu weit über 90 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Die meisten sogenannten Bitcoin-Farmen, also die Rechenzentren, in denen die digitale Währung erzeugt wird, stehen jedoch in Asien, vor allem in China, wie ein Team um Gallersdörfer herausgefunden hat(öffnet im neuen Fenster)

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Ist grünes Mining sinnvoll?

Dort wird Strom aber noch häufig durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern gewonnen. Zwar wollen einige Schürfer auf grünen Strom umstellen. Was aber auch keine Lösung ist, wie Gallersdörfer erklärt: "Aber dabei muss man auch den Verdrängungseffekt bedenken. Das Angebot an erneuerbaren Energien ist beschränkt. Es hilft niemandem, wenn eine Bitcoin-Farm den Strom aus einem Wasserkraftwerk nutzt und das benachbarte Dorf dafür mehr Kohlestrom verbraucht."

Mit der massiven Investition in die digitale Währung hat Tesla das Problem sogar noch verschärft: Vor zwei Monaten lag der Bitcoin-Kurs noch bei knapp unter 20.000 US-Dollar. In diesen Tagen ist er auf über 48.000 US-Dollar gestiegen. Je mehr der Wert der digitalen Währung steigt, desto attraktiver wird es, sie zu erzeugen. Also werden sich auch mehr Schürfer finden, die noch mehr Strom ziehen. Was nicht nur Auswirkungen auf das Klima hat: Nach Stromausfällen in Iran wurde spekuliert, ob Bitcoin-Mining-Farmen eine Ursache dafür(öffnet im neuen Fenster) gewesen sein könnten.

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Bevor jemand also auf die Idee kommt, einen Tesla mit Bitcoin statt mit der Kreditkarte zu bezahlen, hier noch eine abschließende Überlegung: Der Akku des Tesla Model 3 in der Variante Long Range hat eine Kapazität von 75 Kilowattstunden. Die Bezahlung des Autos entspricht also knapp zehn vollen Akkuladungen. Nach dem Zyklus der US-Umweltschutzbehörde Environmental Protection Agency (EPA) schaffen die Long-Range-Teslas mit einer Akkuladung etwa 500 Kilometer.

Eine Bezahlung mit Bitcoin entspricht also einer Fahrstrecke von etwa 5.000 Kilometern. Von Hamburg nach Rom etwa sind es knapp 1.700 Kilometer. Anders ausgedrückt: Die Energiemenge für eine Bitcoin-Transaktion entspricht etwa der für einen veritablen Italien-Urlaub.

Wie die Blockchain funktioniert – Cognizant (englisch)
Wie die Blockchain funktioniert – Cognizant (englisch) (02:10)

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